Segeln mit Hindernissen!

So schön wars in Bora Bora!

Wir warteten in Bora Bora auf das richtige Wetterfenster zur Fahrt nach Palmerston. Täglich wurde das Wetter gecheckt, wir entschieden uns am Mittwoch den 30.08.17 aufzubrechen. Wir wissen, dass 20-25kn Wind angesagt wurden, doch das sollte normalerweise kein Problem darstellen. Wir können einen Kurs fahren bei dem wir den Wind von der Seite bekommen. Doch gleich am ersten Tag haben wir eine Welle mit 4-5 mtr. Höhe, also relativ hoch, der Wind pulsiert sehr stark. Die Bandbreite reicht von 19kn bis 30kn, der Wechsel vollzieht sich jeweils in Sekundenschnelle. Wir machen gute Fahrt, doch die Welle steigt immer wieder ins Cockpit ein, überall Salzwasser. Also Schotten in unseren Schiffseingang um das Salzwasser draußen zu halten, kein schönes Segeln. Wir sitzen im Salon im Trockenen. Doch in der zweiten Nacht um 3.00 Uhr morgens streikt plötzlich der Autopilot, alle Warnsignale gehen an, der Plotter piep, der Autopilot piep, unser Schiff dreht sich in die falsche Richtung, schon stehen die Segel back. Wir fuhren mit gereffter Genua und gerefften Groß, es ist plötzlich die Hölle los, und wir haben alle Hände voll zu tun, dass Schiff wieder auf Kurs zu bringen. Wir hatten das Groß gesichert, so konnten wir verhindern, dass der Baum auf die andere Seite kracht und dabei Schäden verursacht hat. Von nun an heißt es Handsteuerung, Hannes und ich wechseln uns im 2 Stunden Rhythmus ab, so verbringen wir die Stunden bis zur Morgendämmerung. Immer wieder werden wir am Steuer von der Welle getauft. Der Wind hat auch kein Erbarmen mit uns und steigt auf 48kn, die Welle ist mittlerweile bei 6mtr. Höhe, steuern per Hand ist Schwerstarbeit. Ich schwitze am ganzen Körper durch diese harte Arbeit, Abkühlung kommt immer wieder durch die von der Schiffsseite zeitweise überkommende Welle. Hannes macht sich an die Fehlersuche, warum der Autopilot nicht mehr will. Der Motor selbst funktioniert, doch unsere GPS-Anzeige mit der wir die Schiffsposition den Speed und die gefahrenen Meilen ermitteln, fällt immer wieder aus. Ich steuere das Schiff durch die Wellen stundenlang, und hoffe inständig dass Hannes den Fehler bald findet. Zuerst vermutet er, dass das GPS Gerät einen Fehler hat. Er baut alles ab, d.h. er klettert bei dem starken Wellengang hoch auf den Heckträger und schraubt den GPS-Sender ab, doch der scheint in Ordnung zu sein. Die nächste naheliegende Vermutung unsererseits, womöglich hat irgendein Kabel einen Kurzschluss durch das Wasser bekommen. Hannes schraubt alle Kabelverbindungen auseinander, trocknet alles, besprüht die Kabelenden mit WD40 dann werden die Verbindungen wieder zusammengefügt. All das nimmt Stunden in Anspruch, denn wir können den Fehler nur durch das Ausschlußverfahren ermitteln. Der Tag zerrinnt uns zwischen den Fingern und viel zu schnell ist es wieder Dunkel und wir müssen die Fehlersuche auf den nächsten Tag verschieben. Also wieder eine ganze Nacht hindurch per Hand unser Schiff auf Kurs halten, an Schlaf in den Freiwachen ist nicht zu denken. Die Gedanken sind beim Schiff und beim jeweiligen Wachhabenden. Mittlerweile schmerzt der ganze Körper, die Hände sind geschwollen und rot, die Handschuhe lindern ein wenig den Druck auf die lädierten Hände. Frühmorgens geht die Fehlersuche erneut los, wir haben noch ca. 350sm vor uns, keiner von uns beiden will aufgeben. So kämpfen wir darum den Autopilot wieder in Gang zu bringen, ich am Steuer und Hannes auf Suche. Stundenlanges Steuerern meinerseits, Hannes unter mir im beengten Raum zwischen Steuer und Antrieb. Er überprüft nochmals alle Kabel, es muß irgendwo ein Wackelkontakt sein, dann endlich findet Hannes die Ursache. Das Datenkabel des Autopiloten ist beim Stecker an 3 winzig kleinen Stellen korrodiert. Daher verliert er immer wieder die GPS-Daten und somit den Kurs, geht zur Fehlermeldung über und schaltet ab. Hannes hat noch vom ursprünglichen Einbau des Autopiloten ein Kabel aufgehoben, das baut er nun ein, wir hoffen, daß dann alles wieder läuft. Die Spannung steigt, die Hoffnung ist immer noch da, wir testen alles durch, und yeah yeah der Autopilot macht seine Arbeit wieder. Wir sind heilfroh und atmen auf. Wir können uns nun endlich etwas ausruhen, doch wir sind immer am Horchen ob alle Systeme funktionieren. Am vorletzten Tag geht der Wind endlich runter auf eine annehmbare Geschwindigkeit die Sonne kommt durch, die Wellen beruhigen sich. Ich bringe bei meiner Wache gleich im ersten Licht die Angel aus. Dann hab ich meine Freiwache und hau mich in die Koje, doch kaum liege ich schreit mir Hannes, dass ein ca. 1,5mtr. langer Mahi Mahi den Köder abgerissen hat und damit auf und davon ist. Er bringt einen neuen Köder an und wirft die Angel wieder raus, ich versuche die mir verbleibende Stunde noch etwas Schlaf zu finden. Dann wieder Wachwechsel, ich bin wieder dran nach dem Rechten zu sehen und Hannes geht in die Koje. Ich sizte im Salon und lese gerade, plötzlich höre ich ein undefinierbares Geräusch, sofort bin ich im Cockpit und versuche die Ursache des Geräusches zu eruieren. Ha wir haben einen Fisch an der Angel, also muß Hannes raus aus der Koje. Gemeinsam holen wir einen kapitalen Wahoo an Board. Wir filetieren ihn, dann ab in den Kühlschrank. Die letzte Nacht ist wunderschön, wir haben Vollmond, wenig Wind, gemütlich  schaukeln wir mit reduziertem Speed unserem Ziel entgegen. Der Ozean und der Wind haben sich wieder mit uns versöhnt. Am 04.09.17  treffen wir bei herrlichem Wetter um 9.00 Uhr in Palmerston ein.

Auf der Jagd nach Papayas

Da wir den Geschmack der Papayas mittlerweile sehr lieben, sind wir immer auf der Suche nach diesen Früchten. In Huahine während unserer Radtour entdecken wir hoch oben, reife Früchte, mitten im Urwald wo keine menschenseele anzutreffen ist, erlauben wir uns diese verlockenden Früchte zu ernten. Dazu muß ich aber raufklettern, was mir auch nach einiger Anstrengung gelingt, doch unter mir geht es steil Bergab in eine Schlucht hinein, also runterfallen ist nicht erlaubt. So kralle ich mich am rauen Stamm des Papaya Baumes fest und picke uns 2 der Früchte, dann geht es an den Abstieg vom Baum, Hannes leiht mir seine Schultern auf die ich steige, so holt er mich wieder auf den Erdboden zurück.

Bora Bora

Die Skyline von Bora Bora in der Abenddämmerung, wir sind noch ca. 20sm von der sehr touristischen Insel entfernt. Wir sind in Tahaa einer kleinen Insel vor Bora Bora wo wir in einer kleinen sehr ruhigen Bucht liegen. Wo wir gute Musik horchen und den Sonnenuntergang mit unserem nächsten Ziel in Sicht genießen.

Arbeiten am Rigg


 

 

 

 

 

 

 

In der Marina Taina (Tahiti) am Service Panton, der Rigger ist da und hat eine Menge Arbeit auf unserem Schiff. Das Vorstag ist gebrochen, sowie alle 4 Unterwanten. Nach 17 Jahren und mehr als 20.000sm darf das Material schon mal wo geben. Wir sind sehr froh, dass wir noch bevor wir weiter Richtung Neuseeland aufgebrochen sind, die Schadstellen entdeckten. Hannes macht immer seine Routinekontrolle, dabei hat er die gebrochenen Litzen entdeckt. So können wir hier noch in Ruhe unser Rigg in Ordnung bringen bevor die großen Distanzen kommen. Das Vorstag wird erneuert und gleich verstärkt, von 8mm auf einen 10mm Draht getauscht. Die Unterwanten von 7mm auf 8mm ausgetauscht, alles durchkontrolliert, neu eingestellt. Mal sehen wie sich dass auf das Segelverhalten der Lilly auswirkt.

 

Moorea

Wir sind in Moorea, nur ein kurzer Zwischenstopp, da wir wieder zurück nach Tahiti müssen um unser Rigg wieder in Ordnung zu bringen. Denn das Genuastag sowie eine Unterwant muß erneuert werden, da einige Litzen gerissen sind. Aber vorerst machen wir Moorea unsicher, d.h. wir wandern und schnorcheln. Direkt neben unserem Schiff schwimmen immer wieder Stachelrochen vorbei, wundervolle Tiere. Wir sind in der Cooks Bay wo wir genau am Riffsaum im azurblauen Wasser ankern.

dance…

In ganz französich Polynesien finden anlässlich zum 14. Juli dem Nationalfeiertag im ganzen Land Feierlichkeiten statt, es wird getanzt…

 

 

 

 

 

 

Cargo Ship Aranui

Aranui in Nuku Hiva

Die Inseln der Marquesas werden mit Lebensmittel und allerlei sonstigen Gütern versorgt durch ein großes Versorgungsschiff, das so ca. alle 3 Wochen auf den Inseln eintrifft. Dann wird die Fracht entladen, die Leute warten schon am Dock auf ihre Waren. Diese werden in die jeweiligen Geschäfte gebracht und die leeren Regale wieder aufgefüllt. Somit gibt es dann endlich wieder Schinken, Käse, frisches Naturjoghurt, Butter usw. Wenn man nicht gleich nachdem die Läden aufgefüllt wurden, kommt und die Waren einkauft ist es auch schon wieder zu spät, denn die Fracht ist heißbegehrt und gleich wieder verkauft, dann heißt es weitere 3 Wochen warten. Doch die Aranui ist ein besonderes Cargo Schiff, denn es Transportiert nicht nur Fracht, es transportiert auch Menschen. Ca. 200 Passagiere meist Touristen kann das Schiff zusätzlich aufnehmen. Die Route führt von Papeete (Tahiti)nach Fakarava (Tuamotus) und schließlich zu den Marquesas, wo beinahe alle Inseln angelaufen werden, dann geht es wieder zurück. Eine Suite in der Aranui kostet ca. 3000€ nicht ganz billig, aber das Schiff ist auf Monate hinaus ausgebucht. Die Touristen haben an allen angelaufenen Häfen wo die Fracht mit den 2 Kränen entladen wird, dann in dieser Stehzeit die Möglichkeit die Inseln zu erkunden. Oft ist das ein halber oder ganzer Tag wo dann auch schon die auf der Insel befindlichen Tourguides auf ihre Gäste warten und mit vollem Programm in Kurzversion dem Tourist die Inseln näher gebracht werden, alles zum Aufpreis versteht sich. Ist schon eine besondere Sache mit so einem Schiff zu abgelegenen Orten dieser Welt zu fahren. Die Idee finde ich sehr gut, Handelsgüter und Touristen die letztendlich auch eine Art Handelsware sind auf ein Schiff zu packen um somit von beiden zu profitieren.