Aufbruch nach Malta

Mittwoch 05.08 wir verlassen Griechenland, endlich ist es soweit. Mit etwas gemischten Gefühlen starten wir die erste für uns längere Etappe unserer Reise. Einerseits sind wir schon sehr aufgeregt und freuen uns auf die ersehnte Überfahrt, andererseits wissen wir natürlich nicht was uns alles erwarten wird in dieser Zeit. So starten wir in Zakynthos Stadthafen früh morgens bei leider wenig Wind, wir segeln zwar aber elendig langsam, und kommen kaum vorwärts. Bis Mittag schaffen wir es hoch an die Nordwestspitze von Zakynthos wo wir dann Griechenland für lange Zeit den Rücken kehren. Ein wenig wehmütig blicken wir auf die Insel zurück, doch unser Blick richtet sich neu aus, nach Vorne und Malta entgegen.  1-IMG_2372

1. Tag der Überfahrt etwas schwierig da sehr wenig Wind, dafür aber eine unangenehme Welle wo das Schiff nur rollte und uns dementsprechend hin und herwarf. Die erste Nacht gestaltet sich äußerst anstrengend, da das Rollen einfach nicht aufhören wollte und wir beide kaum schlafen konnten. Dann endlich früh morgens stellt sich das Wetter um, wir merken dass es zunehmend zu labiliesieren beginnt, es kommt achterlicher Wind auf und wir können endlich mit Vorwindkurs segeln, mit guter Geschwindigkeit halten wir Kurs auf Malta. 1-IMG_2368

Donnerstag 2. Tag, es bilden sich immer wieder Wolken die sehr nach Gewitter aussehen aber wieder zusammenfallen, das unangenehme Rollen hat endlich aufgehört, der Wind bleibt uns erhalten. In der Nacht können wir über uns den Sternenhimmel beobachten, doch in einiger Entfernung beobachten wir aber auch wie sich die Gewitterwolken entladen, es Blitz ordentlich, wir sind auf jeden Fall sehr aufmerksam, und beobachten immer wieder den Himmel.

wilde Fahrt

wilde Fahrt

Freitag 3. Tag, wir können immer noch unseren Kurs halten. Es hat sich ein gewisser Tagesrythmus bei uns eingestellt, in der Nacht wieder Wetterleuchten, wir sehen durch die Blitze die Gewitterzellen sehr deutlich, diese sind hinter uns und entfernen sich. Samstag 4. Tag, weiterhin guter Segelwind sind 75sm vor Malta, um ca. 10.30 Uhr Vormittags sehen wir am Himmel noch etwas entfernt, eine richtige schwarze einige Kilometer lange Wolkenwalze, wir geben ins Groß das 3 Reff und geben das Vorsegel ganz weg, denn diese Wolkenwand kommt rasend schnell auf uns zu, der Wind nimmt damit auch unwahrscheinlich schnell zu und in dem Moment wo diese Wand über uns darüber rast haben wir 35 kn Wind (ca. 60-70km/h), die See fliegt uns ins Gesicht, wir haben rechtzeitig gerefft! Ich denke, das war eine Art Squall, habe schon mehrfach davon gelesen aber jetzt das erste Mal erlebt, der ganze Spuck dauerte ca. 1 ½ -stunden dann beruhigt es sich wieder einigermaßen. Der Wind ist zwar immer noch sehr kräftig, aber wir können mit stark gerefften Segeln wieder Kurs aufnehmen, zwar nicht mehr unseren direkten Kurs auf Malta aber zumindest in etwa Richtung Malta. Der Wind hat gedreht. In einiger Entfernung wissen wir, ist schon die Sizilianische Küste, zuerst nehmen wir Kurs Richtung Sizilien, da rund um uns Gewitterzellen entstehen, wir beobachten weiter den Himmel und genau über der Südküste von Sizilien baut sich eine mächtigste Gewitterzelle auf und es wird immer schwärzer. Wir entscheiden uns für eine Wende, die entgegengesetzte Richtung, dort ist es etwas heller, und diese Zelle sieht nicht so extrem furchterregend aus. Wir machen 6,6 kn Fahrt haben aber alles gerefft was wir können.

aufziehen der maltesischen Flagge

aufziehen der maltesischen Flagge

Wir warten ab, halten unseren eingenommenen Kurs und sind beide sehr angespannt, hinter uns, seitlich von uns Gewitter, diese sind schon recht nahe, denn nun können wir auch den Donner hören. In diesem ganzen Trubel haben wir immer wieder riesigen Tank- u. Frachtschiffen auszuweichen. Denn Malta ist ein enorm großer Umschlaghafen, daher ist hier großer Verkehr und wir kreuzen die Großschifffahrt, dank unserem AIS (Anti-Kollissionsystem) sehen wir genau wo sich die Tanker befinden, welchen Kurs sie fahren, wie schnell diese unterwegs sind, wann wir auf diese treffen. So spielen wir mit rasanter Fahrt unserer Lilly einige Zeit Ping Pong mit den Tankern. Habe noch nie soviele dermaßen große Schiffe auf so engem Raum gesehen, direkt erstaunlich und beängstigend zugleich. Im Tagesverlauf dreht auch der Wind wieder etwas mit so können wir immer mehr wieder Richtung Malta fahren. Um 24.00 Uhr sind wir schon 15sm vor Malta, wir sind durch unsere rasche Fahrt viel zu schnell da, wir wollen aber keine Nachtansteuerung machen, so warten wir vor Malta auf den Sonnenaufgang, die Gewitter sind endlich vorüber, wir schlafen abwechselnd, das in den kurzen Fasen aber dafür sehr gut. Bei Tagesdämmerung Sonntag früh halten wir Kurs auf Malta, wir fahren Richtung Valetta und wollen in die Msida Marina einlaufen.

1-IMG_2501Nach 4 1/2 Tagen sind wir in Valetta angekommen und haben auch noch Platz in unserer Wunschmarina bekommen. Die Marineros sind sehr nett und wir unterhalten uns gleich über die Stadt Valetta was es alles zu besichtigen gibt. Die beiden geben uns einige Tipps. Da wir in der Nacht doch ein wenig Schlaf hatten, starten wir gleich zu Fuß los nach Valetta in die Stadt. Es ist eine beeindruckende Kulisse, viele alte geschichtsträchtige Bauten, wunderschön. Wir tauchen ein in die Stadt mit ihrem Charme, der uns sofort gefangen nimmt, wir kommen aus dem Staunen nicht heraus.

Valetta alt u. neu

Valetta alt u. neu

Nach einigen Stunden Stadterkundung sind wir sehr müde und machen uns auf dem Heimweg wir wandern gerade entlang des Hafens am Kai, als ich unsere Marineros die mit ihrem Boot fahren erblicke, aus einem Impuls heraus winke ich ihnen zu. Die sehen mich, und kommen mit dem Boot geradewegs auf uns zu, wir steigen ein und sie fahren uns mit dem Boot zu unserer Lilly, uns bleibt somit der weitere Fußmarsch erspart.

freundliche Marineros

coole Typen die 2 Marineros

Wir buchen eine Sightseeing Tour durch Valetta und den Süden Malta´s mit dem Bus. Das funktioniert echt super nennt sich („Hop On, Hop Off“), man fährt mit dem Bus hat Ohrstöpsel drin bekommt zu allen Sehenswürdigkeiten die man passiert die nötigen Informationen und bei den Gebäuden, Museen usw. kann man aussteigen und danach wieder einsteigen.

auch ich hab manchmal das Foto-Gen.

auch ich hab manchmal das Foto-Gen.

1-IMG_2492Wir genießen diese Art der Besichtigung sehr, es geht rasch, ist unkompliziert und wir kommen überall hin wo wir wollen. So sehen wir uns das Fort Elmo wo sich das Kriegsmuseum befindet an, dann die Waterfront, den Grand Harbour, das Marine Museum, sowie die Tempelkomplexe Ħaġar Qim und

Hilton Turm

Hilton Turm

Küste Malta

Küste Malta

den nahegelegenen Tempel von Mnajdra, südlich von Qrendi auf einem Hochplateau über dem Mittelmeer an.

Hier in Malta gibt es eine Menge zu sehen, eine sehr alte vor allem Kriegsgeschichte zu besichtigen. Durch die exponierte und strategisch wichtige Lage von Malta hat sich auf dieser Insel sehr viel abgespielt. Wir sind ganz begeistert und froh dass wir hierher gesegelt sind.

Tempelanlagen

Tempelanlagen

 

Weitere Impressionen aus Malta:

Love Malta

Love Malta

Malta´s Fischerboote

Malta´s Fischerboote

freistehender Lift

freistehender Lift

Blick auf den Grand Harbour

Blick auf den Grand Harbour

typisches Haus in Valetta

typisches Haus in Valetta

Straßenübergänge

Straßenübergänge