La Graciosa (Kanaren)

Auf in den Atlantik!

Am Donnerstag 17.09.15 legten wir frühmorgens ab in Richtung Gibraltar, der Wind war immer noch gegen uns, so mußten wir uns wiederum mühsam gegen den Wind voran kämpfen, aber wir wußten laut Wetterbericht, soll der Wind auf Ost drehen, somit hätten wir ihn dann von hinten, das wäre optimal wenn wir durch die schmale Passage bei Gibraltar nach Tarifa fahren. Tags drauf sind wir um die Mittagszeit in Gibraltar angelangt, der Wind hat in der Nacht zu drehen begonnen, nun ist er bereits auf Ost aber noch etwas schwach. Wir fahren mit dem Gezeitenstrom und dem Ostwind der unser Vorsegel von hinten gut füllt nun in die enge Passage ein und lassen uns förmlich Richtung Tarifa blasen, der Ostwind hat eingesetzt und weht mit 35 kn, wir haben hohe Wellen von hinten, wir machen eine richtige Rauschefahrt. Robin ist leider seekrank geworden, ich hab ihm eine Tablette gegeben, er ist sehr müde und matt, aber er kämpft sich tapfer durch. Der Wind legt in der Nacht nochmal zu so haben wir Böen mit 37kn Stärke, nur mit ganz wenig Genua machen wir 6 kn Fahrt. So lassen wir sehr schnell Tarifa also Spanien hinter uns und sind bereits im Atlantik. Am Samstag 19.09.15 haben wir bereits Kurs auf die Kanaren gesetzt, mit ordentlichem Abstand zur Marokkanischen Küste, am Nachmittag wird der Wind weniger und schläft dann in der Nacht beinahe ein. Den 20.09.15 Sonntag haben wir keinen Wind, wir dümpeln und warten auf Wind, dafür haben wir einigen Besuch in der Nähe unseres Schiffes sichten wir einen Wal, so ein majestätisches Tier. Er taucht immer wieder kommt wieder hoch, bläst aus und taucht wieder, wir machen Walewatching. Eine Weile später haben wir nochmals Besuch an Board, eine kleine Fledermaus beehrt uns. Am Montag 21.09 kommt frühmorgens endlich wieder Wind auf, dieser bleibt uns die gesamte weiter Fahrt erhalten. Hannes hat wieder die Schleppangel draußen, wir sitzen gerade beim Frühstück als sich der Gummistropp an der Schleppangel dehnt, Aufregung macht sich breit, wow wir haben einen Fisch gefangen. Alles wird vorbereitet, Gaff, Handschuhe, Schnaps, jetzt geht es ans einholen unseres Fanges. Langsam und vorsichtig holen wir die Schnur ein, etwas zappelt an der Leine, wir können noch nicht erkennen was es genau ist. Dann als wir die Schnur nah am Schiff haben, sehen wir ihn, ein Prachtkerl von einer Goldmakrele, er wehrt sich noch stark. Hannes schnapp den Fisch mit dem Gaff und hievt ihn an Board. Wir gießen im Schnaps ins Maul und sofort ist er betäubt, das Töten des Fisches übernimmt Hannes, keine leichte Aufgabe, aber was hilfts wenn wir essen wollen. Die Makrele schimmert wunderschön golden, doch nachdem ihre Lebensgeister gewichen sind, weicht auch die Farbe aus dem Körper. Abends bereiten wir den Fisch zu und genießen das feste u. frische Fleisch, schmeckt hervorragend und hat ganz wenige Gräten. Robin und ich vertreiben uns die Zeit mit den Schnapskarten, wir spielen eine Runde um die Andere, so vergeht die Zeit und am Freitag 25.09 sind wir um 0300 morgens schon kurz vor La Graciosa (Kanaren). Robin hat Wache, plötzlich schreit er uns, wir sollen kommen, irgendetwas stimmt nicht, er meinte der Wind dreht und Fahrt haben wir auch keine, nach einem Rundumblick und Sondierung unserer Lage entdecken wir eine Fischerleine die mit 4 Fendern bei uns im Heck hängt, wir schleppen diese wunderbar nach, deshalb auch die geringe Fahrt 1,1kn. Also was tun, ich überleg nicht lange, zieh mir die Schwimmweste an, und steige hinten am Heck raus mit dem Bootshaken bewaffnet, versuche ich die Leine hochzuheben, es geht, jetzt muß ein Messer her, Hannes zieht die Leine samt Fender gerade soweit raus, bis ich mit dem Messer rankomme, muß mich dazu weit hinten raushängen lassen, um die Leine durchschneiden zu können, hat einen enormen Zug drauf, aber ich schaffe es und schwups nehmen wir wieder Fahrt auf, alles wieder in Ordnung. Die spinnen die Fischer, wie soll einer so ein Schwimmnetz in finsterer Nacht auf offener See erkennen, unmöglich, das Ding vorher auszumachen um noch reagieren zu können. Wir verstehen nicht warum diese Leinen nicht mit Blinklichtern gekennzeichnet werden, so hätten wir Segler wenigsten eine Chance dem Unglück aus dem Wege zu gehen. Nachdem wir nun durch die Aufregung genug Adrenalin im Blut hatten war an schlafen sowieso nicht mehr zu denken, so erlebten wir den Sonnenaufgang und auch endlich Land in Sicht, die kanarischen Inseln liegen vor uns wir haben es geschafft. Um 0900 Uhr legen wir im Hafen „La Sociedad“ auf Graciosa an, aber zuerst mußten wir uns den Platz erkämpfen da der Hafenwärter unbedingt eine Reservierungsbestätigung von uns haben wollte, nach langen Bitten und Betteln haben wir einen Platz bekommen.

Wir erkunden die Insel rund um uns, Graciosa ist definitiv eine Vulkaninsel, hier ist nicht wirklich viel los, es gibt einen kleinen Ort, einige Kilometer weiter eine kleine Feriensiedlung, die auch nicht wirklich bewohnt ist, aber die Insel hat Spirit. Hier kommt man zu Ruhe, einige Lokale haben geöffnet, das Fährschiff bringt täglich Touristen von Lanzarote auf die Insel. Hier kann man mit dem Fahrrad die Insel umrunden, oder Wandern, Kitesurfen, Kajak fahren, aber alles sehr beschaulich. Es gibt keine Tankstelle hier, ein paar kleine Lebensmittelläden, alles wird von den umliegenden Inseln mit der Fähre geliefert. Wir genießen die Ruhe und tauchen ein in die Ursrpünglichkeit, lassen uns mittreiben, wo die Zeit keine Rolle spielt.

Fledermaus kleiner Freund!

Fledermaus kleiner Freund!

Wal bläst aus,

Wal bläst aus.

 

 

 

 

 

Goldmakrele hmmmm

Goldmakrele hmmmm

Land in Sicht!

Land in Sicht!

 

 

 

 

 

 

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Sonnenuntergang in La Graciosa

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Wir erwandern uns die Insel.

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