Sao Nicolau & Sao Vicente (Cabo Verde)

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Früh morgens laufen wir aus, entlang der W-Küste von Boa Vista hoch am Wind rauf mit eigentlichem Ziel nach sicherer Distanz zu Insel nach Osten abzudrehen und Richtung Gambia zu gehen. Doch wir entscheiden uns kurzerhand um, da der Wind doch sehr stark ist und in den nächsten Tagen noch zunehmen soll, lieber auf den Kap Verdischen Insenl zu bleiben und gleich auf Sao Nicolau zu segeln. War eine gute Entscheidung wir hätten sonst min. 3 Tage den Wind auf die Nase gehabt und das mit einer Stärke von bis zu 30kn, das wäre alles andere als angenehmes Fahrtensegeln gewesen.

Kaum in Sao Nicolau in der Bucht Tarafal angekommen, haben wir auch schon Besuch von der “Mellifera“  Andreas mit seinem Sohn den wir schon auf der Insel „Sal“ kennengelernt haben, wir freuen uns sehr die beiden wiederzusehen. Wir vereinbaren gleich nächsten Tag eine Inselwanderung gemeinsam zu unternehmen, doch es kommt wieder mal anders als wir dachten. In der Nacht kommt Wind auf, und wir erleben hautnah die gefürchteten Fallböen am Ankerplatz vor Tarafal. Der Wind zerrt unbarmherzig an der Ankerkette, das Schiff driftet mal rechts mal links, aber unser Anker hält Bombenfest. Diese halten weitere 2 Tage an, keiner der Segler verlässt sein Schiff, jeder hält Ankerwache. Andreas gibt w.o. und geht Anker auf es reicht ihm, er segelt weiter nach Sao Vicente. Wir bleiben und hoffen, dass sich der Wind wieder legt. Unsere Ausdauer hat sich gelohnt, kaum ist Andres abgefahren beginnt sich der Wind von Stunde zu Stunde zu beruhigen, inzwischen ist die „Murada“ mit Elvira u. Alfons am Ankerplatz eingetroffen. Wir begrüßen die beiden gleich, sind wir doch froh endlich wieder  vom Schiff zu kommen. Wir machen einen Landgang und besuchen „Henrik Küster“, dieser lebt nun schon 18 Jahre auf den Kap Verden, er ist eine ausgesprochen nette Person und ein Unikat mit seinen 83 Jahren. Er freut sich sehr uns zu sehen und lädt uns gleich zu Kaffee und Robin zum Kakao ein. Wir plaudern mit ihm über sein Leben, das sehr abwechslungsreich war, und unsere Reise. Er hat auf der Insel Sao Nicolau eine Kochschule für Teenager gegründet, wir vereinbaren für nächsten Tag ein Dinner bei ihm. Er zeigt uns eine Wanderkarte von Sao Nicolau und gibt uns wertvolle Tipps was wir auf der Insel unternehmen können.

Zurück am Hafen kehren wir noch in der Hafenkneipe auf ein kleines Bier ein und treffen Elvira u. Alfons, wir erzählen ihnen gleich von „Henrik“, Elvira entschließt sich gleich am nächsten Tag mit uns zu kommen, Alfons traut dem Wind noch nicht so ganz und bleibt lieber beim Schiff.

Zu viert machen wir uns nächsten Morgen auf den Weg, wir fahren mit einem „Aluguer“ (das ist ein kleines örtliches Sammeltaxi) hoch in die Berge, wo wir beim Zugang vom Nationalpark aussteigen. Bei der Fahrt hoch, bekommen wir schon einige atemberaubende Ausblicke auf diese fantastische Insellandschaft. Wir wandern den ganzen Tag durch die ursprüngliche Landschaft, wir fühlen uns in die Vergangenheit versetzt, diese übergrünen und üppig bewachsenen Berghänge verzaubern uns. Wir kommen uns vor als ob wir in einer Welt der Fabelwesen wandeln dürfen, jeden Moment kann ein Zwerg, ein Einhorn und andere Fabelwesen aus dem Urwald ähnlichem Bewuchs hervorspringen. Aber macht euch selbst ein Bild von der Insel in dem Video von Robin. Sao Nicolau ist die ursprünglichste und am wenigsten touristische Insel der Kap Verden, sie ist dicht bewachsen, hat fulminante Täler mit verlassenen Dörfern, uns gefällt diese Insel am allerbesten von allen.

Tags drauf unternehmen wir noch eine Wanderung und runden den tollen Tag mit einem herrlichen Abendessen bei Henrik ab. Es gibt Fischsuppe, Schweinebraten, Eis mit Rum zum Nachtisch. Seit langem genießen wir wieder mal Schweinebraten, wir mampfen bis uns der Bauch fast platzt. Spät abends fallen wir in unsere Kojen, in der Nacht kehren leider auch die Fallböen wieder, so gehen wir gemeinsam mit „Murada“ Anker auf und nehmen Kurs nach Sao Vicente – Mindelo.

In Sao Vicente gibt es nicht viel zu sehen, eine Surferbucht, wo weißer Sandstrand vorhanden ist, ansonsten hat diese Insel nicht viel zu bieten, wir sind hier am Ankerplatz und gehen nicht in die Marina, da die Schiffe an den Schwimmstegen hin und her geworfen werden, es steht sehr viel Schwell in der Marina, so ist es für uns und unser Schiff komfortabler und sicherer am Ankerplatz. Wir unternehmen gemeinsam mit anderen Seglern und dem TO-Stützpunktleiter Milan eine Inselrundfahrt wo er uns alles was es zu sehen gibt zeigt, bei einem leckeren Abendessen beschließen wir den Tag. Mindelo ist der letzte Anlaufpunkt für alle Segler die über die Kap Verden aufbrechen in die Karibik. Die Geschäfte haben sich auf die Yachties eingerichtet und wir können nochmals relativ problemlos unsere Vorräte auffüllen. Wir genießen noch die letzten Tage auf den Kap Verden, besuchen noch die anderen uns schon bekannten Segler wo wir viel über die bevorstehende Atlantiküberquerung diskutieren. Jeder hat sein eigenes Ziel, wir wollen nach Barbados, bald brechen wir auf, heute hab ich die Flagge schon gemalt.