Dominica

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Frühmorgens verlassen wir den Ankerplatz in St. Pierre (Martinique) wir haben eine Strecke von ca. 60sm vor uns, da wir zur nächsten Insel Dominica wollen. Kaum aus der Inselabdeckung raus, setzt der zuverlässige NE-Passat ein und wir können Segel setzen. Gemeinsam mit der SY Murada segeln wir vorbei an Roseau das ist die Hauptstadt von Dominica, treffen dann noch vor Beginn der Dämmerung in der Prinz Rupert Bay ein, wo wir vor Anker gehen. Schon bei der Einfahrt in die Bucht kommt uns ein einheimisches Boot entgegen und begrüßt uns mit „Welcome in Dominica, enjoy it.“ , es ist ein Boatboy der für die Organisation P.A.Y.S. arbeitet. Die haben sich zur Aufgabe gemacht, die Boatboys zu Organisieren, fix anzustellen, und somit haben die Gründer der Organisation die Kriminalität in den Griff bekommen.
Die Boys patrouillieren den ganzen Tag und auch während der Nacht hindurch immer wieder durch den Ankerplatz, bieten sehr höflich ohne aufdringlich zu sein ihre Hilfe an. Hannes fährt auch gleich mit Boatboy Andrew mit zum Einklarieren, der Weg ist weit, so müssen wir nicht das Dingi zu Wasser lassen und können vorerst auch noch den schweren Außenborder am Schiff lassen.
Danach erkunden wir zu Fuß die Insel, machen eine Wanderung rein in den Regenwald. Wir marschieren einen schmalen Weg der zuerst flach zwischen Zuckerrohrfeldern und Wiesen hindurchführt, denn queren wir den Indian River. Weiter geht es durch den Wald wo wir nochmals über einen kleinen Fluß müssen, hier wachsen Bäume am Fluss deren Wurzeln in Fließrichtung des Wasser wachsen, wir fühlen uns als ob wir in einem Märchenwald wären, Robin und ich witzeln, gleich kommt ein Gnom oder eine Elfe um die Ecke. Danach steigt der Weg steil bergan, und wir befinden uns mitten im Regenwald, überall raschelt es rund um uns, wir schauen genau hin und können viele verschiedene Arten von Echsen bewundern. Die schönste von allen war eine ca. 30cm lange schwarze Echse die auf ihrem Rücken mit blauen leuchtenden Punkten gezeichnet war, toll anzusehen, aber leider sehr Fotoscheu. Wir können das üppige Grün bestaunen, wild wachsen hier alle möglichen Pflanzen, rießengroß mit wundervollen farbenprächtigen Blüten. Bei uns gibt es diese Pflanzen zum Teil auch aber wesentlich kleiner sozusagen als Miniaturausführungen und nur als Zimmerpflanzen, wie beispielsweise den Weihnachtsstern, der hier eine Höhe von ca. 2 Meter erreicht und ein richtiger Busch ist. Nach 3 Stunden in schwüler, brütender Hitze erreichen wir das Dorf wieder und genehmigen uns ein Bier.
Am nächsten Tag unternehmen wir 3 eine Fahrt mit dem ortsansässigen Kleinbus nach Roseau. Wir staunen nicht schlecht als wir die erste Brücke queren wollen, denn diese liegt komplett getrennt von beiden Ufern platt mitten im Flussbett, eine Umgehung wurde notdürftig gemacht, und an der Wiederherstellung wird fieberhaft gearbeitet. Während der Fahrt sehen wir insgesamt 5 Brücken die der Hurrikan weggeschwemmt hat. Die Insel Dominica ist die Insel der Flüsse, sie hat 365 davon. Auf der Insel leben immer noch ca. 3500 Kalinago Indianer das sind ersten Einwohner der Insel. Dominica ist eine ehemals englische Kolonie, daher können wir uns gut in englischer Sprache verständigen. Gemeinsam mit 2 weiteren Segelbooten buchen wir bei Andrew eine Indian River Boat Tour, dazu holt er uns alle beim jeweiligen Schiff ab und los geht die Fahrt zuerst unter Motor bis kurz vor die Flußmündung, dann muss von Hand gerudert werden, Naturschutz wird hier sehr ernst genommen. Wir fahren tief in den Fluß hinein, der durch dichten Regenwald links und rechts des Ufers begrenzt wird, unser Tourguide erklärt uns die Natur ringsherum. Wir sehen auch einen Drehort von „Fluch der Karibik Teil 2“. Robin bekommt von Andrew eine geschälte und schon geviertelte Zuckerrohrstange geschenkt, wir kosten alle das Zuckerrohr. Wir saugen die süßen Stangen aus, der faserige Rest bleibt übrig. Abends lädt die Organisation P.A.Y.S. zum BBQ mit Musik, beinahe der ganze Ankerplatz ist versammelt, nach Hühnchen, Fisch und Salat wird richtig abgefeiert auch ich kann wieder mal tanzen bis mir der Schweiß aus allen Poren tropft, das war ein tolles Fest. Wir bleiben noch ein paar Tage und genießen die Insel dann wollen wir weiter nach Marie Galante.