Marie Galante, Guadeloupe, Le Saints

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Wilde Ostküste von Marie Galante

Wilde Ostküste von Marie Galante

Frühmorgens brechen wir auf bei günstigem Wind hoch nach Marie Galante zu segeln. Wir sind 4 Segelyachten die dasselbe Ziel haben, und wie es so ist wird der Törn natürlich zum Race, wer ist der erste im Hafen. Wir rauschen dahin mit 7 kn doch wir sind nicht als erstes am Ziel, unsere deutschen Regattasegler SY Murada sind die ersten vor Ort. Wir laufen in den Hafen Grand Bourg auf Marie Galante ein, gehen direkt im engen Hafenbecken vor Anker, der Platz ist sehr begrenzt, eine Fähre sollte auch noch rangieren können, das durch unsere Schiffe nun unmöglich geworden ist. Die Skipper gehen von Board um bei den Hafenbehörden einzuklarieren, wir verbleiben auf den jeweiligen Schiffen und beobachten das Treiben rund um uns und hoffen, dass die Einklarierung nicht allzu lange dauert um gleich wieder Anker auf gehen zu können. Nach ungefähr einer halben Stunde kommt auch schon die erste Fähre mit Speed in den Hafen angefahren, diese macht sich mit lautem gehupe bemerkbar, soll heißen, verpisst euch aus der Hafeneinfahrt. Die Fähre manövriert und schafft es doch, ohne uns alle zu touchieren an die Anlegemole. Nach einer Stunde will diese nun auslaufen, unsere Skipper schlendern gerade ganz gemütlich in Richtung Dingi, wir wurden schon mehrmals aufgefordert den Hafen zu verlassen, da die Fähre beim Ausfahren mehr Platz braucht und nicht auslaufen kann solange unsere 4 Schiffe den Raum belegen. Wir rufen aufgeregt unsere Skipper sie sollen sich beeilen, und siehe da es wird ihnen der Ernst der Lage bewußt und beeilen sich an  Board zu kommen. Sofort lichten wir alle den Anker und sehen zu, dass wir vor der Fähre noch den Hafen verlassen. Wir fahren weiter in die Bucht St. Louis, gehen dort vor Anker und genießen den Abend.

Motorgang Easy Rider

Motorgang Easy Rider

Gemeinsam mit der SY Elena(DE), SY Murada(DE), SY Setna(DE,AUT) mieten wir uns Motorroller und düsen einen ganzen Tag lang quer durch die Insel, wir kommen uns vor wie die wilden auf der Maschin, es war echt absolut lustig und wir konnten so die ganze Insel erkunden. Marie Galante ist eine Insel vor Guadeloupe und hat viele alte Windmühlen, die Leute hier sind sehr freundlich sprechen aber leider zum größten Teil nur französisch, so ist für uns eine Verständigung nur mit Händen, Mimik und Gestik zu bewerkstelligen aber funktioniert auch. Wir blieben auf Marie Galante einige Tage, gingen schnorcheln und wandern und genoßen die wunderschönen Abendstimmungen wobei wir uns immer wieder zum Sundowner auf den Yachten trafen und die Nächte lang plauderten.

Dann Anker auf Richtung Guadeloupe, wir fahren nach Petit Havre, das ist ein vorgelagertes Riff wo wir dahinter wunderbar ruhig vor Anker liegen. Wir machen einen Schnorchelgang, leider spielt das Wetter nicht so recht mit, es beginnt zu Regnen und die Sicht unter Wasser ist etwas bescheiden, schade, wir brechen ab und nehmen noch eine gratis Regenwasserdusche am Schiff.

Markt in Guadeloupe

Markt in Guadeloupe

Weiter geht es nach Guadeloupe in die Marina Bas de Fort wo wir das Schiff wieder mal so richtig reinigen und alles waschen. Dann beginnt endlich der langersehnte Höhepunkt des Karnevals. Wir starten am Vormittag zu Fuß rein in die Stadt, die Leute sind alle schon aufgeregt und in freudiger Erwartung dessen was da kommt. Wir nehmen diese Stimmung in uns auf und finden uns auch am Straßenrand wie alle anderen ein. Die Einheimischen sind gut vorbereitet, sie haben alle Sonnenschutz, Sessel und Lunchpaket dabei. Überall rundherum werden Snacks und Getränke, vorwiegend Rumpunsch verkauft. Wir warten wie alle anderen einige Zeit, die Musik macht Stimmung. Der Karneval wird in der ganzen Karibik sehr gefeiert, durch die Stadt führt ein vorgegebener Parkour mit einem Start und einem Ziel wo sich jede Gruppe die an den Start geht einfindet. Am Ziel ist eine große Bühne aufgebaut, mit Fernsehübertragung und Moderatoren. Über unsere Köpfe ist ein Seil gespannt wo eine Kamera vor und zurück saust und Liveübertragung macht. Dann geht es endlich los, es kommen die ersten Gruppen, einfach toll anzusehen. Wir verbringen den ganzen Tag beim Karneval, unaufhörlich kommt eine Gruppe nach der anderen an uns vorbei, eine origineller als die andere. Wunderbare phantasievolle Kostüme, Trommelgruppen die die schweren großen Trommeln den ganzen Tag tragen und spielen, bei der Hitze was für eine schwerer schweißtreibender Akt, unbeschreiblicher Enthusiasmus bei den Akteuren. Wir sind froh, dass wir extra zum Karneval nach Guadeloupe gefahren sind, hat sich echt gelohnt.

 

große bunte Raupen

große bunte Raupen

Danach brechen wir gleich auf und fahren zu den Le Saints weiter, es ist eine Inselgruppe die zu Guadeloupe gehört, bestehend aus 3 kleinen Inseln, diese sind auch französisch sowie Marie Galante und Guadeloupe. Wir gehen nach einem unruhigen wind- u. regenreichen Törn vor Anker in die Bucht von Terre-de-Haut. Wir machen eine Wanderung zum Fort Napoleon, da die Le Saints strategischer Militärstützpunkt waren im Krieg  Frankreich gegen die England. Das Fort ist wunderschön hoch oben gelegen und wir haben einen tollen Blick auf die umliegenden Inseln. Rund um das Fort ist lichter Wald und am Weg finden wir riesengroße bunte Raupen, diese sind so groß wie meine ganze Handfläche ca. 20cm lang und so dick wie mein kleiner Finger. Diese Raupen haben den Baum ober mir schon ganz kahl gefressen.  Am steilen Hang immer dort wo die Sonne gut den erdigen Untergrund aufwärmen kann, können wir etwa 50-70cm große Echsen bewundern, diese kommen auf der ganzen Insel vor. Auch als wir eine Wanderung auf den alten Festungsturm gegenüberliegend von Fort Napoleon unternehmen, raschelt es immer wieder am Waldesrand an den Steilhängen und jedesmal wenn wir lange genug uns ganz still verhalten können wir diese tollen Tiere beobachten. Wir fühlen uns auf dieser Insel sehr wohl nur der Ankerplatz ist sehr voll und rollig, unser Schiff bewegt sich so stark fast wie beim Seglen, der Wind pfeift immer wieder in kurzen Intervallen rein und lässt die Ankerkette ziehen, aber der Anker hält. Nach ein paar Tagen hier wollen wir weiter rauf an der Westseite von Guadeloupe bis hoch nach Antigua.