Antigua

English Harbour Antigua

Ankerplatz – English Harbour Antigua

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Pillars of Hercules

Wir brechen frühmorgens von der Bucht Deshais (Guadeloupe) NW-Spitze auf in Richtung Antigua. Nach einem tollen Segeltag laufen wir schon am frühen Nachmittag im Englisch Harbour auf Antigua ein. Diese Bucht begrüßt uns bei der Einfahrt auf der rechten Seite mit einer tollen Felsformation genannt „Pillars of Hercules“ und links mit einer alten Festungsanlage. In der Bucht selbst befindet sich gleich zu Anfang ein kleiner Ankerplatz weiter drinnen befindet sich ein exklusiver Yachthafen sowie alle öffentlichen Einrichtungen wie z.B.:  Hafenbüro, Zoll, Behörden, Bäcker, kleiner Lebensmittelladen, Lokale und das Admiral´s House Museum, das alles gehört zum größten karibischen Freilichtmuseum und bildet das

Zentrum des Nelson´s Dockyard National Park. Am Ankerplatz selbst ist es zwar recht idyllisch. Wir stehen jedoch sehr beengt vor Anker, noch dazu kommt, dass sich sämtliche Schiffe wirr im Kreis drehen, und ein englischer Segler warnt uns schon dass es zwischen den Schiffen immer wieder zu Kollisionen kommt da sich die Strömung hier doch sehr eigenartig auswirkt. Da sich gegen Abend der Wind legt, beobachten wir schon beim Abendessen wie sich plötzlich alle Schiffe in verschiedene Richtungen zu bewegen anfangen. Schließlich gehen wir wieder Anker auf da uns ein Schiff für unser Gefühl einfach viel zu nahe kommt. Wir suchen uns mühsam ein neues Plätzchen finden leider kein recht viel besseres da die Bucht zum bersten voll ist. So bleibt uns nichts anderes übrig als Ankerwache zu halten. Immer wider kommt uns ein Schiff extrem Nahe, dass ich jeden Moment glaube wir touchieren, aber es geht sich wie durch ein Wunder doch aus. Im verlauf der Nacht, gehen weitere Schiffe Anker auf und versuchen einen besseren Platz zu bekommen, es geht allen ähnlich wie uns und wir haben eine extrem unruhige Nacht ohne Schlaf. Dementsprechend müde geht Hannes schon sehr früh von Board um die Einklarierung zu erledigen. Er kommt erst gegen Mittag wieder und schildert uns die umständliche Prozedur die hier auf Antigua das Einklarieren zur Tortur macht. Wir verlegen uns innerhalb der Bucht nochmals um die  zweite Nacht ruhe zu haben, was uns auch gelingt und wir den Tag dann noch mit der Erkundung der umliegenden Gegend nützen können.

Tags darauf verlassen wir die Bucht und fahren mühsam gegen Wind und etwas Strom Richtung Osten in die Nonsuch Bay, die durch ein vorgelagertes großes Riff geschützt ist. Wir manövrieren in die Riffeinfahrt und sind etwas angespannt, aber alles klappt, wir kommen in die riesige weitläufige Bucht und gehen im NO der Bucht im „Philips Point“ vor Anker. Hier liegen wir fast ganz allein nur zwei französische Katamarane sind noch da. Wir wollen an den hinter uns gelegenen Strand an Land gehen, dieser sieht etwas verwahrlost aus, genauso wie die dahinter liegende Hotelanlage. Völlig kaputt, Balkone unterfangen, Fenster eingeschlagen, Löcher im Mauerwerk. Kaum setzen wir die ersten paar Schritte an Land bemerken wir schon, dass uns jemand beobachtet. Es ist ein Wachmann der uns höflich aber bestimmt darauf aufmerksam macht, dass wir uns auf „private property“ befinden und so rasch als möglich wieder verschwinden sollen. Wir versuchen bei ihm in Erfahrung zu bringen, warum diese Anlage die grundsätzlich wunderschön gelegen ist, so desolat und verlassen ist und trotzdem geschützt wird. Wir erklären ihm, dass wir uns gerne die Anlage ansehen würden, doch er kann leider nur bedingt englisch, er erklärt uns, dass er Probleme bekommt wenn er uns das erlaubt. So müssen wir uns ohne etwas gesehen zu haben wieder verziehen. Es ist ein riesiges Areal das mit Ferienwohnungen und Hotelanlage bebaut ist, zum Teil halb verfallen, kleine Teile davon noch sehr schön und voll erhalten, sogar mit frischen Blumen geschmückt. Wir können leider nicht ergründen was hier passiert ist, auf jeden Fall bekommen wir alle 3 ein etwas beklemmtes Gefühl bei der Betrachtung der Anlage.
Irgendwie haben wir den ganz bestimmten Eindruck, obwohl wir auf öffentlichen Grund ankern, dass wir hier ganz und gar nicht erwünscht sind.

Hotelanlage mysteriös

Hotelanlage mysteriös

Wir machen noch einen Ausflug mit dem örtlichen Kleinbus in die Hauptstadt St. John´s wo hauptsächlich der Kreuzfahrttourismus das Bild beherrscht. Tausende von Menschen fluten die Stadt, die Händler und alle die Geschäfte machen wollen sind unwahrscheinlich Beschäftigt und keilen um jeden möglichen Kunden. Wir werden auch immer wieder angehalten und uns werden alle erdenklichen Angebote gemacht, wie z.B. ein Boottrip den brauchen wir nun wirklich nicht. Wir steigen um in einen anderen Bus und fahren noch bis Station englisch Harbour, klarieren dort aus und machen uns wieder auf den Rückweg. Wir verlegen uns in der großen Bucht  an die vordere Riffkante wo wir noch einige Tage genießen, bevor wir wieder zurück nach Martinique aufbrechen.

chillen im Dingi

chillen im Dingi

Robin wird noch zur Leseratte!

Robin wird noch zur Leseratte!

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äußeres Riff in der Nonsuch Bay