Treffen mit Freunden in Martinique

Regenbogen nach einem Squall

Regenbogen nach einem Squall

Wieder in Martinique treffen wir uns in der Bucht „Anse Mitan“ mit unseren Freunden von SY Seven Seas und der SY Taroa, beide österr. Schiffe sind auch etwa zur selben Zeit über den Atlantik gefahren wie wir und segeln jetzt in der Karibik. Robert hat extra für uns eine nagelneue Österreichflagge gehießt damit wir sie gleich beim Einfahren in die Bucht erkennen. Wir sind zum Abendessen eingeladen, und werden von den beiden königlich bewirtet. Bei kühlem Bier tauschen wir unsere bisher gemachten Erlebnisse und Erfahrungen aus.

Robin am Stand Up Paddelboard

Robin am Stand Up Paddelboard

 

Tags darauf machen mir eine gemeinsame Wanderung, die den ganzen Tag einnimmt. Immerfort schlängelt sich der Weg bergauf, bergab in Kurven entlang der Küste wo wir immer wieder tolle Ein- u. Ausblicke in die einzelnen Buchten genießen können. Wir kommen bei einem kleinen Ort vorbei, wo uns am Straßenrand eine verzweifelte Frau anspricht, natürlich auf französich, aber wir erkennen den Grund ihres Begehrens sofort. Ihr Auto hat einen platten Reifen, Robert u. Hannes erklären sich sofort bereit ihr zu helfen, kurzerhand wird der kaputte Reifen gegen das Reserverad ausgetauscht. Die Frau bedantkt sich mit einem mehrfachen Merci.

Reifen wechseln

Reifen wechseln

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bewachtes Familienanwesen

Am Ende unserer Wanderung versuchen wir bei den Einheimischen die örtliche Busverbindung zu erfragen. Doch recht weit kommen wir nicht, ich frage eine junge Frau, bei der ich annehme, dass diese außer französisch auch englisch spricht, aber weit gefehlt leider können wir uns nur sehr schwer austauschen und so kann ich nur erahnen wo der Bus wegfährt. Wir traben alle los zur vermeintlichen Bushaltestelle, dort angekommen spreche ich einen Mann an ob wir hier richtig wären, doch der ist ziemlich zugekifft und versteht mich nicht, ich lass ihn wieder ziehen. Wir warten einige Zeit und Veronika versucht ihr Glück bei einem jungen Typen, der uns dann doch noch die gewünschte Auskunft geben kann, wir müssen nochmals 1 km weiter um den Kreisverkehr rum und dann noch weitere 500 m zur Bushaltestelle. Es dauert nicht lange da kommt der Bus auch schon angefahren und bringt uns nach der anstrengenden Wanderung wieder an unseren Ausgangspunkt zurück. Nachdem wir mit dem Dingi wieder zum Schiff zurückkehren, sehen wir, dass nun auch die SY Toroa bei uns vor Anker liegt. Sogleich begrüßen wir Walter u. Karoline und freuen uns riesig mit den österr. Freunden plaudern zu können. Wir verabreden uns für den nächsten Tag. Wir  wollen  eine Rundfahrt mit dem Auto machen. Wir mieten uns einen 7 Sitzer und Hannes macht uns den Fahrer. Er chauffiert uns quer über die Insel zur Ostseite die wir uns alle etwas anders vorgestellt haben. Sie ist landschaftlich nicht so interessant, wir sehen einige Buchten wo der Atlantikschwell direkt aufläuft und dementsprechend rauh ist. Man kann zwar hier auch vor Anker gehen aber zuerst muß man lange und knifflige Riffpassagen überwinden, alles nicht wirklich ratsam, wir sehen auch kaum Boote. Immer wieder bleiben wir stehen und versuchen Brotfrucht, Mangos, Kokosnüsse die hier überall wachsen und natürlich zum größten Teil kultiviert in Farmflächen angebaut sind zu ergattern.

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Früchte sammeln u. gleich verkosten

Wir holen mit vereinten Kräften Mangos und Bananen vom Baum, laden die Früchte ins Auto und Hannes startet den Motor, alles bereit zur Abfahrt, doch ein Ranger kommt angefahren und stellt sich genauso hin, dass wir nicht wegfahren können. Er kommt zur Fahrertür und will wissen ob wir Früchte genommen haben, Hannes u. Robert verneinen und sagen ihm, wir waren nur Pipi, er lässt uns wieder willig ziehen, das war knapp, wär ja interessant gewesen was er mit uns gemacht hätte wenn er uns quasi auf frischer Tat ertappt hätte, aber es ist auf jeden Fall besser so alles muss man nun auch nicht wissen.

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aufgelassene Rumfabrik

Wir fahren weiter rauf ins Innere der Insel wo wir eine aufgelassene Rumfabrik besichtigen, alles rostet und verrottet vor sich hin, aber es ist spannend und wir können uns gut vorstellen wie die Maschinen gearbeitet haben.

IMG_4919Nach einigen Kilometer Fahrt kommen wir dann zu einer noch funktionierenden Rumfabrik Saint James, hier wurde ein Museum eingerichtet, das wir natürlich sofort besuchen und uns etwas in Richtung Rumgeschichte u. Verarbeitung von Zuckerrohr weiterbildet. Dann wird noch Rum gekauft und auch verkostet, aber die Art von Rum schmeckt uns weniger da dieser relativ scharf im Geschmack ist.

Rummuseum Saint James

Rummuseum Saint James

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Rum aus dem Jahr 1885 !!

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Rumverkostung

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Ein Fassbinder wie bei uns früher.

Beim gemeinsamen Abendessen beließen wir den Tag. Leider geht die Zeit immer viel zu schnell vorbei und wir müssen uns von unseren Freunden wieder verabschieden, da wir weiter nach Le Marin fahren wo wir meine Verwandten treffen auf die wir uns auch schon sehr freuen.

Zu sechst haben sich mein Bruder m. Frau und Neffe einen Katamaran gechartert und wollen rauf Richtung Norden segeln. Es tut gut und es ist sehr schön sie in die Arme schließen zu können, die Wiedersehensfreude ist sehr groß, sie bringen uns ein Stück Heimat mit. Wir verbringen einen schönen Tag mitsammen, tratschen viel, aber die Zeit mit ihnen ist viel zu kurz, und schon nach 2 Tagen verabschieden wir uns tränenreich, es tut sehr weh sie schon wieder ziehen lassen zu müssen, zu gerne hätten wir noch weitere tiefergreifende Gespräche mit ihnen geführt aber wir segeln weiter nach Süden. Hoffentlich sehen wir uns doch bald wieder auf einer anderen Route unserer Reise.