Trinidad Werftaufenthalt

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Ankunft in Trinidad wird gefeiert!

20160414_185549Wir verlassen Grenada mit Ziel Tobago, Wettervorhersage nicht so toll,  es ist für die nächsten Tage wenig Wind und dieser immer mit einer Südkomponente, wir fahren  Richtung Süden und es ist ESE-Wind vorhergesagt, wir versuchen es trotzdem.  Wir kreuzen zuerst vor der Südspitze von Grenada nach Osten auf, übernachten dort in der Davids Bucht, wo sich auf die größte hurricane sichere Marina auf Grenada befindet. Frühmorgens starten wir wieder los, halten uns immer noch in NE-Richtung der Küste entlang um einen besseren Winkel zur Überfahrt nach Tobago zu erhalten. Am späten Nachmittag wenden wir dann und halten Kurs auf Tobago. Der Wind ist zwar nicht stark auf eben immer noch gegen uns, die erste Zeit kommen wir ganz gut voran, doch dann wir die nach West setzende Strömung immer stärker und wir werden nach West also in Richtung Venezuela geschoben.

IMG_5177Die Küste Venezuelas ist nicht weit, und in Venezuela ist derzeit die Kriminalität extrem hoch, da die Menschen sehr arm sind und nichts zu verlieren haben, so versuchen sogar so manche Fischer etwas von den Yachties abzubekommen, indem sie mit den starken, schnellen Außenbordern die Segelschiffe kapern, alles was Wertsachen sind (Handys, Laptop, Schmuck, Bargeld usw.) wird gestohlen um dann so rasch als möglich das Weite zu suchen, zurück bleibt wenn man Glück hat eine lebende, traumatisierte, verunsicherte, verängstigte Crew . Genau das wollen wir uns auf jeden Fall ersparen, daher halten wir die ganze Nacht hindurch Wache und gut Ausschau nach Fischerbooten und Piraten, da in letzter Zeit immer wieder Segler ausgeraubt wurden. Wir kommen die ganze Nacht  nur sehr langsam voran, da der Wind beinahe eingeschlafen ist und mit Motor ist bei der Strömung auch nicht viel zu machen, da unsere Schiffsschraube noch nicht passt und wir nur  1kn schnell sind bei  bis zu 3 Knoten Gegenströmung. Der frühe Morgen naht endlich, wir sind erleichtert, kein Überfall od. sonstige Vorkommnisse, am Vormittag kommt dann Wind auf der uns bis ca. 20sm vor die Küste von Trinidad bringt, wir sind Tobago noch immer nicht wirklich näher gekommen, wir müssten weiterhin aufkreuzen wie verrückt, dann noch eine Nacht und einen weiteren Tag investieren um an unser eigentliches Ziel zu gelangen. Also entscheiden wir am späten Nachmittag, uns neu auszurichten und nach Trinidad zu segeln, da wären wir ohnehin Mitte Mai hingefahren, so beschließen wir den Werftaufenthalt vorzuziehen ist ja auch egal. Die Entscheidung war gut so, denn schon nach kurzer Zeit schläft der Wind total ein und wir quälen uns langsam unter Motor zur Nordküste von Trinidad, wir haben uns schon eine Bucht ausgesucht wo wir nochmals übernachten wollen, um dann am Morgen weiterzufahren nach Chaguaramas in die Marina. Es ist schon dunkel als wir in Küstennähe kommen und in die Bucht einfahren wollen, wir sehen in einiger Entfernung blinkende Lichter, können diese nur schwer ausmachen was das zu bedeuten hat. Dann gelbes Scheinwerferlicht an aus, an aus, wir sehen in der dunklen Nacht dann endlich das Fischerboot, aber wir wissen nicht was er von uns mit seinem Scheinwerferblinken von uns will. Wir sind nervös, wie immer wenn wir eine Nachtansteuerung machen, ich stehe vorne am Buch mit der Taschenlampe in der Hand und leuchte unsere Umgebung ab, immer wieder sind und Fischerbojen im Weg. Ich leuchte gerade wieder kurz vor unserem Bug ins Wasser, da seh ich plötzlich eine dicke lange gespannte Leine, ein Fischernetz, sofort schrei ich zu Hannes stooooop, retour, er haut den Rückwärtsgang rein, gibt Gas unser Schiff fährt rückwärts, die Leine haben wir trotzdem schon 1 Meter unter unserem Bug mit viel Glück kommen wir frei und ich kann dann gut sehen wie lange die gespannte Fischerleine ist, das wäre eine absolute Katastrophe gewesen wenn wir das riesige Netz in die Schraube bekommen hätten. Die Fischer haben da wieder mal ganze Arbeit geleistet, die haben einfach die gesamte Einfahrt zur Bucht mit dem Fischernetz wie mit einem Vorhang abgesperrt, das wollte uns also der Fischer mitteilen, crazy diese Typen. Wir sind heilfroh, dass nichts passiert ist und suchen uns mit Herzklopfen die nächste Ankerbucht, die liegt aber nochmals 1 Stunde weit weg, schließlich gelangen wir in die Maracas Bucht, wo wir keine Blinklichter sehen und ganz vorsichtig navigieren um nur ja sicher unterwegs zu sein. Um 22.00 Uhr fällt dann endlich der Anker, wir genießen noch ein Cilli sowie ein gutes Bier dazu und dann nichts wie ab ins Bett.

IMG_5176 IMG_5172 IMG_5152 IMG_5145Ausgeschlafen erwachen wir am nächsten Tag und sehen uns in der Bucht um, ein schönes Plätzchen haben wir uns ausgesucht, keine weiteren Segler, völlig allein, und umgeben von Urwald, toller Anblick. Hannes und Robin konservieren unseren Wassermacher gleich noch für den bevorstehenden Werftaufenthalt damit er nicht kaputtgeht wenn er trocken steht dann brechen wir auf nach Chaguaramas. Entlang er Nordküste Trinidads die von der Seeseite wunderbar anzusehen ist, sehr üppiges Grün, kaum Häuser, Natur pur, einige Höhlen werden beim Vorbeifahren sichtbar, dann biegen wir links ein in eine enge  Passage zwischen der Westküste Trinidads und einer vorgelagerten Inselgruppe, Monos Island, Huevos und Chacachacare beinahe daran anschließend befindet sich schon der äußerste  NO-Zipfel von Venezuela. Es ist später Nachmittag als wir in Chaguarams bei der Peaks Marina einlaufen.  Ich funke den Hafenmeister an damit er uns eine Boje zuweist, er kommt auch gleich mit den Dingi angefahren und hilft uns beim Anlegen an den Steg. Da hier sehr viel Großschiffahrt und Fischerboote sowie Ausflugsboote, Discoboote unterwegs sind ist der Schiffsverkehr beträchtlich und die „Blue Lilly“ schaukelt ordentlich am Schwimmsteg auf und ab. Der Hafenmeister ist sehr freundlich und hilfsbereit, wir sollten eigentlich gleich noch einklarieren, aber da es schon nach 16.00 Uhr ist müssten wir 50 US$ overtime fee bezahlen, er rät uns am nächsten Tag das gleich Frühmorgens zu erledigen, gesagt getan am Morgen lassen wir unser Dingi ins Wasser und fahren zur Hafenbehörde. Wir sind zum Glück früh dran und werden sehr freundlich offiziell im Land aufgenommen, wir sind kaum fertig, kommt auch schon der erste Kapitän der großen Dampfer mit einer Unmenge von Pässen, wenn der vor uns gewesen wäre hätten wir sicher Stunden zum einklarieren benötigt, so waren wir binnen einer viertel Stunde fertig. Dann nichts wie ab ins Marinabüro anmelden für einen Krantermin, denn wir wollen so rasch als möglich mit unseren Arbeiten beginnen. Also was haben wir alles zu erledigen, Antifouling streichen, Dieseltankzuleitungsschläuche erneuern und die Anschlüsse neu eindichten, Propeller erneuern und viele Kleinigkeiten.  Auch die Damen im Marinaoffice sind außerordentlich freundlich und wir bekommen gleich einen Krantermin. Da hier in und um die Marina herum viele Firmen beheimatet sind, können wir alles zu Fuß erreichen und haben binnen kürzester Zeit alles was wir brauchen organisiert.

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JC does not work Here, soll heißen Jesus Christ arbeitet nicht hier, ein toller Spruch. Vieles wird möglich gemacht, aber eben nicht alles-

IMG_5242Das schwierigste war der Propeller, für unser Getriebe sollten wir einen gößeren Durchmesser sowie eine höhere Steigung beim Prop haben, damit wir die Kraft unseres Motors auch ins Wasser bringen und endlich schneller unter Motor fahren können. Wir suchen uns die Propellerfirma und diskutieren mit dem Chef der Firma unser Problem. Einen neuen Propeller zu ordern würde mindestens 8 Wochen brauchen, doch soviel Zeit haben wir nicht. Er schlägt uns vor unseren alten Qualitätsprop zu modifizieren, er kann die Messingblätter vergrößern und die Steigung verändern, wir geben das so bei ihm in Auftrag.

Hannes vereinbart auch gleich noch mit dem Maler den neuen Anstrich für die beiden weißen Seitenstreifen  von Blue Lilly. Und wir nehmen unsere Arbeit beim Dieseltank in Angriff.

IMG_5214 IMG_5213Dazu pumpen wir den Dieseltank leer, dann wird dieser gesäubert, schöne stinkende Arbeit, alles stinkt nach Diesel.  Dann kommen die alten Schläuche raus und die Durchführung zum Tank wird erneuert, neu eingedichtet und die neuen Schläuche montiert. Hört sich easy an ist es aber nicht wirklich, da wir das alles auf sehr engem Raum einbauen müssen. Nach beinahe 3 Wochen Arbeit und vielen Handgriffen die wir jeden Tag zu dritt am Schiff bei 35 ° C im Schatten erledigten erstrahlt unser Schiff wie neu und wir sind stolz auf uns alles in so kurzer Zeit erledigt zu haben, jetzt ist die Blue Lilly bereit für den Pazifik. Wir können auf jeden Fall die Peaks Marina weiterempfehlen so zuvorkommend, freundlich, hilfsbereit und fachmännisch wurden wir  bisher noch in keiner Marina betreut. Nach getaner Arbeit nehmen wir uns Zeit für eine Einkaufstour mit dem Bus in die Hauptstadt „Port of Spain“.  Wir tauchen ein in die geschäftige Stadt,  besichtigen die wenigen Sehenswürdigkeiten und machen einen ausgedehnten Einkaufsbummel durch die vielzähligen Shoppingmalls und den Straßenverkäufern, wo Hannes und Robin um billiges Geld neue falsche „Crogs“ erstehen. Hannes sieht damit etwas aus wie ein Clown, da es diese in seiner Größe nur in rot gibt, Robin und ich zerkugeln uns vor lachen, so witzig schaut er aus, er trägt´s mit Fassung und lacht mit. Unser Schiff ist nun wieder im Wasser und werden uns in den nächsten Tagen im zweiten Anlauf auf nach Tobago machen.

Robin bei der Arbeit.

Robin bei der Arbeit.

Skippers Lieblingsbeschäftigung, WC reinigen.

Skippers Lieblingsbeschäftigung, WC reinigen.

 

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kurze Pause!

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Robin u. Hannes nach getaner Arbeit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pelikan beim säubern.

Pelikan beim säubern.

Trockendock der Großschiffahrt.

Trockendock der Großschiffahrt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

abschließende Arbeiten

abschließende Arbeiten

 

 

 

 

 

 

 

Wir sind eingeladen.

Wir sind eingeladen.

Straßenverkauf

Straßenverkauf

Obst u. Gemüse wird feilgeboten.

Obst u. Gemüse wird feilgeboten.

Shoppingtour in Port of Spain

Shoppingtour in Port of Spain

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Sieht lecker aus

Stolz auf die neuen Schuhe.

Stolz auf die neuen Schuhe.

Kriegsdenkmal

Kriegsdenkmal

Konzerthalle in Port of Spain

Konzerthalle in Port of Spain

Blue Lilly im neuen Glanz!

Blue Lilly im neuen Glanz!