Fahrt nach Tobago

Am Montag den 9.05.16 verlassen wir mit unserer „Blue Lilly“ die nun Fit für den Pazifik ist die Marina Peak in Trinidad. Wir verlegen uns in die „Scotland Bay“ das ist unter Motor lediglich 1 Stunde von Chaguaramas entfernt. Dies ist eine kleine Bucht wunderschön gelegen inmitten des Waldes, wir sind die einzigen Segler sonst liegen nur einige wenige Fischerboote vor Anker, die auf die Ausfahrt warten. Es ist wunderbar ruhig, das uns jetzt wieder verstärkt auffällt nach dem Werftaufenthalt wo immer ein gewisser Geräuschpegel vorhanden ist. Hier hören wir außer den Vögeln und Zirkaden nichts, absolute Stille einfach herrlich. Wir beobachten abends den Fischer wie er sein Netz ausbringt und erkundigen uns bei ihm ob wir früh am Morgen über die Leinen fahren können, er erklärt uns dass das Netz tief genug absinkt und wir ohne Bedenken drüberfahren können.

Maracas Bay

Maracas Bay

Dienstag früh gehen wir Anker auf und durchfahren bei günstiger Strömung die relativ enge Passage zwischen der Nordwestflanke Trinidads und der vorgelagerten kleinen Insel „Monos Island“ die Strömung schiebt uns mit 2,5 Konten von hinten an und wir sind schnell draußen am offenen Meer. Dann biegen wir rechts ab, denn wir wollen in die 20sm entfernte „Maracas Bay“. Leider nur möglich unter Motor da wir gegen Wind und Strömung fahren müssen, hier kommt der Wind für gewöhnlich immer aus östlicher Richtung und die Strömung setzt auch mit ca. 2-3 Knoten von Ost nach West. Mit unserer neuen Schraube kein Problem, wir machen trotz der Welle die gegen uns steht noch gute Fahrt, also hat sich unsere Investition in unsere Schraube schon ausgezahlt, Hannes und ich sind sehr froh, und erleichtert, daß das nun so gut klappt. In der Bay angekommen, wird das Dingi zu Wasser gelassen, wir machen einen ausgedehnten Spaziergang und erkunden unsere Umgebung. Die „Maracas Bay“ ist sehr beliebt bei den Einheimischen die speziell an den Wochenenden hier den weißen feinen mit Palmen gesäumten Strand bevölkern. Gleich in der Nähe unseres Ankerplatzes befindet sich ein Fischernetz, auf der Wasseroberfläche sitzen an die 100 Pelikane die alle versuchen einen Fang abzustauben. Es weht ein strammer Wind in die Bucht, am Strand wurden rote Warnfahnen ausgesteckt, die allesamt vor dem Schwimmen warnen, da eine dementsprechend große Brandung in die Bucht läuft, wir Anker jedoch recht ruhig gleich an der Nordosteinfahrt wo wir eine ruhige Nacht verbringen.

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Wunderschön die „Maracas Bay“ an Trinidads Nordküste

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Pelikane

Pelikane

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Landgang

 

Um 05.30 Uhr Mittwoch in der Früh, gehen wir Anker auf und wollen den gesamten Schlag nach Tobago machen, wir wollen erst entscheiden ob wir eine Zwischenstation in der letzten Nördlichen Bucht von Trinidad machen wenn wir sehen wie Wind und Welle sich tatsächlich verhalten, da der Wetterbericht die letzten Tage nicht wirklich gestimmt hat. Wir motoren wieder gegenan und halten uns immer noch in der Nähe der Küste von Trinidad gegen Osten, der Wind ist schwach die Welle ist nicht hoch, so kommen wir gut voran, wir sichten immer wieder in unmittelbarer Bootsnähe Lederschildkröten die im Mai u. Juni zum Eierlegen in die Grand Riviere Bucht kommen. Trinidad ist nach Mexikos Pazifikküste die weltweit größte Brutstelle für Meeresschildkröten. Wunderschöne Tiere, die ein Panzerschild von etwa einen Meter Durchmesser haben, am Kopf ist ein rosaroter heller Fleck zu erkennen. Sie bewegen sich trotz ihrer Größe sehr elegant und wendig im Wasser , bei dem Versuch sie zu fotografieren bin ich leider kläglich gescheitert, jedes mal wenn ich abgedrückte, sind die Viecher untergetaucht, aber was soll´s, sie zu beobachten und zu erleben ist ohnehin das Schönste und wird uns unvergesslich bleiben. Wir sehen an die 30 – 40 Schildkröten die nur in der Nacht an Land kommen um ihre Eier abzulegen, unglaublich wie viele es sind, ein tolles Naturschauspiel. Wir fahren an der Bucht vorbei und beschließen nach links Richtung Tobago einzuschwenken in der Hoffnung dass wir doch etwas segeln können. Wir setzten daher Groß und Genua wir können segeln aber die starke Strömung würde uns so stark versetzen, dass wir nicht nach Tobago kämen, also entschließen wir uns zum Motorsegeln was dann ganz einwandfrei funktioniert und wir mit guter Fahrt und ohne größere Schwierigkeiten nach gesamten 67sm in Tobago in der „Store Bay“ einlaufen und um 16.oo Uhr vor Anker liegen.