Tobago „paradise“

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Überall auf der Insel befinden sich Forts, diese Zeugen von der kriegerischen Vergangenheit, hier waren sämtliche Eroberer am Werk. Sämtliche ursprünglich indianischen Einwohner wurden von den spanischen Siedlern ausgerottet. Franzosen, Engländer, Holländer, Spanier sogar ein polnisches Herzogtum  versuchte die Macht an sich zu reißen, somit wechselte die Insel Tobago häufig den Besitzer. Die Briten haben letztendlich die Oberhand gewonnen, erst 1958 wurde Tobago und Trinidad unabhängig. Hier in „Crown Point“ wurde rund um das Areal des Forts ein kleiner Park angelegt und ist ganz nett zu besichtigen, doch an allen anderen strategisch wichtigen Punkten sind immer die Forts groß angeschrieben, doch das Ganze Fort das man noch sehen kann od. anders gesagt was noch davon übrig ist, sind dann vielleicht 1 od. 2 Kanonen, mehr ist nicht zu sehen, doch was wir immer zu sehen bekommen ist eine super schöne Aussicht über das Meer.

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.  Wir verlassen die „Store Bay“ und fahren ein paar Meilen in nördlicher Richtung und gehen in Plymouth in der „Great Courland Bay“ vor Anker. Wir sind das einzige Schiff, neben uns befinden sich nur Fischerboote ein langer Steg an dem wir mit unserem Dingi leider nicht festmachen können, da dieser  viel zu hoch ist. Vor uns liegt ein wunderbarer goldengelber Sandstrand wo wir mit dem Dingi anlanden. Wir unternehmen einige Wanderungen von hier aus, erkunden den Ort und ein Einheimischer warnt uns vor einem Mann der in unserer Nähe  herumschleicht, er meint er sei agressiv und er stiehlt, also halten wir uns so gut wie möglich fern von ihm, nichts passiert alles in Ordnung, aber wir freuen uns sehr wie umsichtig hier die Leute sind. Bei uns zuhause würde sich kein Mensch darum kümmern, kein Interesse anderen zu helfen. Wir genießen die Ruhe an diesem Ort der nur am Abend und am Morgen durch die Möven und Pelikane gestört wird. Die Vögel gehen auf Fischbeutefang, die Pelikane steigen hoch in die Luft und stürzen sich dann kerzengerade mit dem Schnabel voraus mit einem lauten Platschen ins Wasser, gleich eilen die kleinen Möven herbei mit einem Geschrei, das an lachen erinnert und wollen den Pelikanen die Beute abjagen. Es ist ein berauschendes Spektakel das uns hier jeden Tag geboten wird, völlig kostenlos. Wir bekommen gar nicht genug von den Flugkünsten der Pelikane und wir kommen aus dem Staunen nicht heraus, wie präzise dieses Mannöver jedesmal durchgeführt wird. Einmal werden wir sehr höflich vom Fischer ersucht unser Boot für 2 Stunden zu verlegen, da dieser ein riesiges Netz per Hand ausbringt und auch wieder einholt.  Dazu wird am Strand das eine Ende befestigt, dann fährt der Fischer in einem großen Bogen langsam die Bucht ab, und bringt dabei das Netz aus, am anderen Ende warten schon Männer auf ihn, die das Ende des Netzes in Empfang nehmen, er fährt dann wieder zurück und die Männer beginnen das Netz von Land aus durch ziehen einzuholen, dabei gehen sie in Richtung des Anfangs des Netzes den Strand entlang wo zum Schluß beide Enden zusammengeführt und dann gemeinsam an Land gezogen werden. Wir gehen an Land und sehen nach ob sich die harte Arbeit gelohnt hat, doch an diesem Tag sind nicht viele Fische ins Netz gegangen, die meisten davon sind Sardinen, die mühsam aus dem Netz gepult und eingesammelt werden. Der Fischer bedankt sich bei uns noch, dass wir uns mit dem Boot verholt haben, alle sehr sehr freundlich hier.

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Nach ein paar Tagen „Bird watching“ geht es für uns weiter nach Charlotteville in die“Pirates Bay“. Am Weg dorthin haben wir Wind und starke Strömung auf die Nase, wir versuchen erst gar nicht aufzukreuzen, und fahren unter Motor die paar Seemeilen hoch an unser Ziel. Hier wollen wir auf meine Tochter Gloria warten und die Insel weiter erkunden. Zuerst müssen wir allerdings wieder einklarieren, da Tobago in 2 Regionen West u. Osttobago unterteilt ist. Wir werden sehr warmherzig vom Customer empfangen, dieser erzählt uns gleich wo es gut und günstig  zum Dinner ist, und in welcher Bar wir das günstigste Bier bekommen, weiters erzählt er uns noch wo wir die besten Schnorchelriffe finden können. Hey das nenn ich mal eine perfekte Begrüßung.

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. Hier fühlen wir uns sehr wohl, keiner ist lästig und will was verkaufen, man lässt uns völlig in Frieden. Wir machen viele Wanderungen die sehr anstrengend sind, da die Luftfeuchtigkeit sehr hoch ist, aber wir trainieren jeden 2. Tag wir sind schon well trained. Es sind wenige Bote hier, wir treffen auf die SY ARI B mit Alex aus Wien und Karla aus England. Gemeinsam erkunden wir zu Fuß, einmal mit dem Mietauto die Insel. Diese ist  im Südwesten flach und sandig, der Norden präsentiert sich uns sehr felsig. Die Küste ist hier stark zerklüftet, unterbrochen von sandigen kleinen Buchten. Der Regenwald kommt bis runter an den Strand, wir können direkt von Dingi aus eintauchen in den Wald und kleine verworrene Pfade suchend durch den Regenwald streifen, wo wir auf eine Menge Papageien treffen, die sich immer wieder kreischend in die Lüfte erheben sobald sie uns entdecken. Auch einige MotMots das ist ein sehr schön, schimmernder Vogel mit einer langen geteilten Schwanzfeder, durften wir schon bewundern. Wenn man sich im Urwald leise bewegt kann man die tollsten Tiere beobachten. Eidechsen, Papageien, Momots, Eichhörnchen,  Ziegen die mitten im Wald stehen, vom Bauern an einem Strauch angebunden. Durch die Crew der SY ARI B lernen wir wie das Fischen von Calamari funktioniert und wir sind im Jagdfieber.  Wir haben gute Beute gemacht, wenn der Calmar an der Angel ist verspritzt er sofort zur Abwehr eine Menge Tinte die sich schwarz und schlazig ins Meer ergießt, einer von den Kerln spuckt mir direkt mitten ins Gesicht, nein ich war nicht komplett schwarz, er hatte seine Tinte schon verspritzt und nur noch eine Ladung Meerwasser für mich übrig, ha Glück gehabt. Hannes lernte wie man diese Tiere ausnimmt und kochfertig vorbereitet. Sie schmecken absolut lecker, weich und zart sehr easy in der Zubereitung, ein schmackhaftes Gratisessen vom Meer.

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Ja so vergeht die Zeit wie im Flug, wir haben ständig was zu tun, mal sind es kleine Arbeiten am Schiff, dann werden wir eingeladen od. wir haben Gäste, dann machen wir wieder einen Ausflug , gehen Schnorcheln od. versuchen Calamri zu fangen, unterhalten uns mit den Einheimischen, die alle sehr nett u. freundlich sind.

IMG_5465 IMG_5455Kurz gesagt wir fühlen uns hier rundherum wohl und es ist nie langweilig. In der Bibliothek von Charlotteville gibt es tolles, schnelles Wifi umsonst sogar mit Klimaanlage. Ich lerne „Ginger Beer“ herzustellen, Brot zu backen, Mangomarmelade u. Mangochutney zu machen. Ich kaufe am Gemüsemarkt verschiedene Arten von frischem heimischem Gemüse und lasse mir von den Gemüsehändlern erklären wie ich die fremdartigen Gemüsesorten zubereiten kann, es ist jedesmal spannend diese zu garen und natürlich ein Geschmackserlebnis. Die Mangos wachsen auf großen Bäumen, an jeder erdenklichen Stelle und sind frei zum Ernten. Wir haben auf Tobago schon viele Arten von Obst wachsen sehen, das bei uns nur im Supermarkt importiert erhältlich ist, und ich keinerlei Vorstellung von der Pflanze selbst hatte wie z.B.: Mango, Sternfrucht, Limetten, Passionsfrucht, Orangen, Granatäpfel, Bananen in vielen verschiedenen Arten, Papaya, Cashews, Avocados. Wir kaufen Fisch fangfrisch von den Fischern, immer wenn das Horn (eine Chonchmuschel) ertönt das der Fischer bläst, gibt es frischen Fisch, so werden die Leute heute noch gerufen um Fisch zu kaufen. Wir lassen uns eine Tunfisch zerlegen, Steaks schneiden, alle Abfallteile wie der Schwanz, der Kopf, die Flossen nehmen wir auch mit, daraus mach ich eine hervorragende Fischsuppe.

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