Curacao

Waterfront von Curacao

Waterfront von Curacao

Endlich hat das Warten ein Ende, wir können Gloria vom Flughafen abholen, lang haben wir darauf gewartet, die Tage gezählt, doch nun ist es soweit, wir haben uns ein Auto gemietet, machen noch eine Museumsbesichtigung in Scarbourough die letzten Einkäufe. Wir treffen am Flughafen ein just in dem Moment wo die Condor Maschine mit Gloria an Board auf die Landebahn rollt. Es dauert für uns eine gefühlte Ewigkeit bis endlich die Schiebetür aufgeht und ich meine Tochter in die Arme schließen kann, ich muss mich schon sehr zusammenreißen um nicht mitten unter all den Leuten zu heulen wie ein kleines Kind. Wir verladen ihr Gepäck ins Auto und fahren gemeinsam nach Charlotteville wo uns Alex von der SY Ari B mit seinem Dingi abholt und uns zum Schiff bringt. Gloria ist müde hat ein wenig Jetlag die Zeitverschiebung beträgt zu Österreich schon -6 Stunden.
Tags drauf wollen wir Gloria unbedingt zeigen wie das fischen von Calamari funktioniert, dazu bewaffnen wir uns mit der Angel und dem richtigen Köder, Pütz und Messer, ab ins Dingi und los geht’s. Prompt fangen wir welche und unser Abendessen ist gesichert. Gloria und ich unternehmen noch eine Schnorchelpartie und waschen dann die Wäsche beim Brunnen am Strand. Letzte Vorbereitungen also für die Abreise nach Curacao. Wir treffen uns ein letztes Mal mit den anderen Seglern beim gemeinsamen Essen, am nächsten Tag klarieren wir aus und los geht die Fahrt. Unseren ersten Wegpunkt die nördliche Spitze von Grenada erreichen wir frühmorgens bei leider schwachem Wind, bei diffusem Licht queren wir die Passage zwischen Carriacou und Grenada und nehmen dann Kurs Richtung Curacao ein. Wir haben achterlichen Wind immer noch schwach, kommen langsam voran, doch dann frischt der Wind sehr schnell auf ein Squall zieht heran, wir machen gute Fahrt, müssen einreffen. Der Squall zieht so schnell wie er gekommen ist wieder ab und nimmt auch den Wind mit, somit sind wir wieder etwas langsam unterwegs. Gloria hat nun ihre erste Nachtfahrt hinter sich und hält sich tapfer, sie spürt die Bewegungen des Schiffes und wird nur ein ganz klein wenig Seekrank, Fische werden daher keine gefüttert. Ich versuche natürlich wieder mein Angelglück, beide Leinen ziehen ihre Bahnen hinter unserem Boot her, aber kein Fisch will an den Haken, aber gierig sind die Fische kaum zu glauben, ich bekam von Karla zum Geburtstag einen tollen Köder, den hat mir ein Riesenfisch einfach abgebissen, so ein Luder.
Wir fahren mit ausgebaumter Fock u. Genua. Immer wieder Gewitter in unserer Nähe, sicherheitshalber geben wir den Laptop und die elektronischen Geräte in den Backofen, der einen faradayschen Käfig darstellt. Donnergrollen und darauffolgende Blitze die ins Wasser zischen, wir haben Glück keines der Gewitter kommt uns zu nahe, lediglich der Wind frischt von 15kn auf 30-35 kn auf es regnet kurz, dann ist alles wieder vorbei, dieses Spiel geht die ganze Nacht so dahin, also wird uns nicht fad bei den Nachtwachen. Wir sichten jede Menge Delfine, sie springen ganz lebenslustig aus dem Wasser machen Pirouetten und plumpsen wieder ins Wasser zurück. Wir kommen zu den Los Roques die wir Backboard liegen lassen, diese Inseln gehören zu Venezuela, wir wollen kein Risiko eingehen und segeln daran vorbei. Endlich taucht die Südküste von Bonaire mit ihren Salzbergen vor uns auf, auch daran segeln wir vorbei und erreichen nach 4 ½ Tagen die Südküste von Curacao, zwischen Klein Curacao und Curacao selbst, umkreist uns plötzlich ein Hubschrauber der Küstenwache, 4x dreht er seine Runde ich winke ihnen zu so nahe sind sie über uns, dass ich den Mann der in der Kabine mit Fotoapparat sitzt gut erkennen kann. Wir setzten unser Fahrt unter Segeln fort, nach einer weiteren Meile taucht auch schon das Militärschiff der Küstenwache vor uns auf. Plötzlich ein Funkspruch an uns, die Küstenwache ruft uns mit unserem Namen, sie wollen an Board kommen. Hannes sagt ihnen dass wir noch die Fahrt verringern wollen also Segel verkleinern, doch der von der Küstenwache meint das sei nicht nötig wir können also weitersegeln mit 6kn Fahrt, sie kommen auch so an Board, wir sind gespannt wie das von statten geht. Gleich darauf zischt auch schon ein großes gut motorisiertes Schlauchboot in unsere Richtung, wir können gerade noch rechtzeitig auf Steuerboard zwei Fender ausbringen, da ist das Motorboot auch schon längsseits, der Steuermann ist hoch konzentriert, zwei Beamte sind schon bereit zum Überspringen, am Boot befinden sich noch weitere 12 Männer in voller Montur mit Gewehren im Anschlag und grimmigen Blick, schaut zum Fürchten aus, sehr gekonnt springen die beiden Beamten zu uns ins Cockpit. Die zwei entpuppen sich als überaus freundlich, wir müssen ihnen die Pässe aushändigen, diese werden gescannt und überprüft, dann wird das Boot inspiziert, verschiedene Schapps werden überprüft auf deren Inhalt, Hannes wird gefragt was unser nächster Hafen ist, was der Zweck unserer Reise ist, die ganze Zeit über bleibt das Motorboot mitsamt der Besatzung dicht an unserem Schiff, sie lassen uns nicht aus den Augen. Sie strahlen sehr starke Autorität aus mit den Waffen in der Hand, sollte irgendetwas für die beiden Beamten bei uns an Board brenzlig werden, wären die Männer sofort zur Stelle, also Verbrecher möchte ich da keiner sein. Ich trau mich nicht einmal ein Foto zu schießen. Nach einer Viertelstunde erhalten wir noch ein Geschenk von der CoastGuard, unsere Pässe verschließt er in ein neues Sackerl mit Aufdruck der Safteytelefonnummer für Notfälle, sie sind sehr bemüht und überaus nett, doch sind wir froh als die Beiden endlich wieder unser Boot verlassen und uns noch eine gute weitere Fahrt wünschen. Für Gloria und Robin war das ein absolut cooles Erlebnis, kurz darauf wird es wieder spannend, wir segeln bis zur Einfahrt von Spanish Water, bergen die Segel und fahren in die Mündung zur Lagune ein, ich schaue auf den Plotter und sag zu Hannes er soll mehr Backboard fahren, denn am Plotter fährt die Lilly schon am Land, aber in Wirklichkeit sind wir genau in der Mitte der Mündung. Das ist das erste Mal, dass die elektronischen Seekarten nicht stimmen, wir denken, dass wird in nächster Zeit noch öfter vorkommen, also Vorsicht ist geboten. Die Passage zur Lagune von Spanish Water ist echt tricky, viele Riffe säumen das Wasser, am 04.Juli 2016 um 16.00 Uhr liegen wir vor Anker in der Bucht, hissen die Einklarierungsflagge und die Flagge von Curacao. Gleich am nächsten Tag nehmen wir den Bus in die Stadt zum Einklarieren, zuerst nach Punda zum Custom Office, dann zu Fuß weiter zum Immigration Office nach Otrabanda. Klappt alles gut, doch dann müssen wir über eine Stunde warten, da die Port Authority wo wir noch unsere Ankerfee bezahlen müssen, zum Lunch ist und wir vor verschlossenen Türen stehen. Nachdem wir das auch erledigt hatten, erkundeten wir die Stadt, der erste Eindruck von Curacao ist sehr touristisch und europäisch. Wir sind hier sehr beschäftigt, da wir schon von Tobago aus ein neues Dingi bestellt haben, wir vereinbaren mit dem Händler einen Zustelltermin. Weiters erkundigen wir uns wegen einem neuem Außenboardmotor, das ganze Thema beschäftigt uns einen Tag lang, doch dann ist die Entscheidung schnell getroffen, doch auch noch einen neuen Außenboarder zu kaufen, da Hannes unseren 1 Jahr alten Yamaha Motor bei der örtlichen morgendlichen Funkrunde zum Verkauf angeboten hat, und prompt meldet sich ein Holländer der ihn uns abkauft, mit unserem neuen 8PS Yamaha Enduro Motor kommen wir super ins gleiten auch bei viel Wind, der hier in der Bucht von Spanish Water immer weht.  Die Insel Curacao selbst gehört zu den niederländischen Antillen und ist sehr trocken, es regnet kaum bis gar nicht, die Landschaft wirkt graubraun, mit Gestrüpp und Kakteen übersät, dazwischen blitzt manchmal etwas grün hervor, speziell dort wo bewässert wird. Doch die Strände sind wunderschön, weiße Sandstrände, leider sind diese zumeist gesäumt von Hotels.

Die Landessprache ist Papiamento, es wird aber auch englisch und deutsch gesprochen. Die Holländer haben hier viel Salz abgebaut, die Salinen liegen nun brach und werden von allerlei Vögeln und vor allem von Flamingos bevölkert, diese sind wunderschön rosa und toll zu beobachten. Wir machen einige Wanderungen durch die etwas unwirklich wirkende Landschaft. Die Insel ist sehr touristisch und durch die Erdölindustrie auch sehr industriell. Die Bevölkerung ist vielfältig, es leben hier, Holländer, Kariben, Venezulaner alle friedlich beisammen.

Die Insel hat einige Probleme mit den Schmugglern aus Venezuela, weiters kommen viele Venezulaner illegal ins Land, die Kriminalität ist hoch, deshalb ist auch die Coast Guard very busy.

Wir besichtigen die Stadt Willhelmstad, die geteilt ist in zwei Stadtteile Punda und Otrabanda. Die Gebäude erinnern sehr an holländische Hauser, jedoch mit karibischen Charakter. Die Fassaden sind sehr gepflegt und bunt, hübsch anzusehen. Wir genießen die umtriebige Atmosphäre in der Stadt. Es gibt wieder Supermärkte wie bei uns, mit einer Wursttheke, Frischfleischtheke, Käse all die guten Sachen die wir in der übrigen Karibik kaum oder gar nicht bekommen konnten auch nicht für viel Geld. Dementsprechend kaufen wir ein, uns gehen beinahe die Augen über so ein Überangebot an Waren sind wir nicht mehr gewohnt, wir realisieren immer mehr wie gut es uns in Österreich geht.
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