Panama – Linton Bay

Puerto Linton

Der Ort Puerto Linton

Kaum fahren wir in die Linton Bay ein, wird uns schon von einem anderen Schiff zugewinkt, beim Näherkommen erkennen wir, dass es die SY Matylda ist, mit Matt u. Dagmar an Board. Die beiden kennen wir schon von unserer Zeit in Monfalcone, wo sie ebenfalls ihr Schiff an Land hatten und sich bereit machten für die Atlantiküberquerung. Wir haben uns sehr gefreut, denn Dagmar ist aus Wien und Matt aus Neuseeland, endlich können wir uns wieder mal in österreichisch unterhalten. Kurz bevor wir den Anker fallen lassen, bemerken wir noch eine Segeljacht aus Austria, die SY Telefine, eine Familie aus Kärnten ist hier unterwegs, toll so viele Austrianer anzutreffen. Gleich sind wir zum Kaffee eingeladen, Neuigkeiten werden ausgetauscht, von SY Telefine bekommen wir sofort wertvolle Informationen wo bekommt man was, wie kommt man wohin.

Wir haben in der Linton Bay doch noch einiges zu organisieren, Hannes will unbedingt einen kleinen Notstromgenerator kaufen, auch brauchen wir ein neues Genuafall, da das Alte, das nun schon 15 Jahre gute Dienste geleistet hat, Verschleißerscheinungen zeigt. Das alles können wir bei Guido bestellen, der hier auch den TO-Stützpunkt leitet. Bei seiner Frau Silvia die ein kleines Hostel im kleinen Ort „Puerto Lindo“ betreibt kann ich Wäsche waschen lassen, die wurde super sauber, was in der ganzen Karibik eher schwierig war, wirklich saubere Wäsche zurück zu bekommen.

Puerto Linton

Puerto Linton

Wir wollen in den nächsten Ort nach „Sabanitas“ fahren um ein wenig einzukaufen, dazu müssen wir mit dem Dingi um 6.45 Uhr schon zur nahe gelegenen Marina fahren, dann zur Straße hochlaufen, denn um 7.00 Uhr fährt der öffentliche Bus, kurz die Hände rausgestreckt bleibt dieser auch prompt vor unserer Nase stehen und wir hüpfen rein. Diese Busse sind sehr alte Teile, die in der USA ausgemustert werden und hier wieder Verwendung finden, die Busse sind in Privatbesitz und werden von den jeweiligen Besitzern repariert, fahrtüchtig gemacht und innen wie außen bunt bemalt, so ist jeder Bus ein Einzelstück. Sie ächzen und stöhnen aber sie fahren doch, bei Regen muß der Fahrer wirklich gut sehen, denn Scheibenwischer können wir keine entdecken. Der Bus wird vollgestopft mit Menschen, alle Sitzplätze sind belegt, oft sitzen die Leute sogar aufeinander, dann wird noch der Gang angefüllt, solange was reinpasst, wird auch wenn eine Person die Hand rausstreckt angehalten und aufgenommen.

So fahren wir 1 ½ Stunden stehend nach Sabanitas, dort angekommen geht’s für uns erst mal ab in den großen Supermarkt „Rey“ und „Super 99“  beide in etwa so groß und vom Warenangebot so bestückt wie bei uns ein größerer Sparmarkt. Wir müssen uns beeilen, denn der Bus zurück zur Linton Bay geht schon in einer guten Stunde. Überhaupt alles in Panama ist eher etwas kompliziert und sehr Zeitaufwendig.

Warten auf den Bus bei strömenden karibischen Regen.

Warten auf den Bus bei strömenden karibischen Regen.

Robin voll bepackt, bereit den Bus zu entern.

Robin voll bepackt, bereit den Bus zu entern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beispielsweise eine Fahrt mit den Öffis nach Panama City dauert vom Ankerplatz weg 3 Stunden nur die Hinfahrt, dazu zuerst den bereits erwähnten Bus nehmen, dann in Sabanitas umsteigen in einen vollklimatisierten Großstadtbus inkl. Megaboxen mit ultralauter Musik einsteigen, eine Stunde Fahrt, dann in die U-Bahn dann endlich nach 3 Stunden hat man die Innenstadt erreicht und kann die sehr hektische und umtriebige Atmosphäre genießen. An jeder Straßenecke stehen Polizisten die haben alles im Blick, auch bei jedem Geschäft ist mindestes ein Angesteller am Eingang der nur für die Überwachung der Ein- u. Ausgänge zuständig ist. So ist Panama City eigentlich recht sicher, wir haben uns jedenfalls nicht unwohl gefühlt, obwohl wenn man die eher reichere Gegend verlässt, und in die Nähe der Slums kommt wird es doch dann etwas gefährlich. Hannes u. ich suchen ein Marinegeschäft, wir haben einen Straßennamen und fragen uns durch, doch wir wurden immer wieder im Kreis geschickt, wir sind gerade an einer Ecke wo Chinaläden ihre Ware anbieten. Hannes geht rein und fragt nochmals wegen der Adresse, ein Mann nimmt sich seiner an, er meint wir sollen warten er macht schnell seinen Einkauf fertig und kommt dann zu uns. Tatsächlich kommt er nach kurzer Zeit und verfrachtet uns kurzerhand in sein Auto und fährt uns direkt zu dem Geschäft. Auf der Fahrt dorthin erzählt er uns, daß er ist ein Pastor ist, wir sollen gut auf uns aufpassen, in der Gegend ja nicht zu Fuß gehen, nur mit dem Taxi fahren, da dies der gefährlichste Stadtteil von Panama City ist, die Menschen die hier leben sind sehr arm, haben meist keine Arbeit, es ist ein Drogen u. Alkoholviertel. Unser Pastor ist sehr besorgt um uns, läßt sich auch nichts für die Fahrt geben, wir bedanken uns recht herzlich bei ihm, machen unseren Einkauf im Marineshop und gehen dann doch zu Fuß durch die Slums schnurstracks zurück zur belebten Einkaufsstraße, der „Walking Street“. Wie bei uns eine Fußgängerzone, wo sich links und rechts viele größere und kleinere Geschäfte befinden, in der Mitte der Straße bieten Obst u.- Gemüsehändler ihre Waren an. Die Menschen erleben wir sehr freundlich und hilfsbereit. Grundsätzlich bekommt man in Panama beinahe alles, die Lebensmittelpreise sind in etwa gleich wie bei uns, Importwaren sind teurer, wenn nicht lagernd wird bestellt und mit Zoll erhöht sich der Preis auch die Wartezeit ist mit bis zu 4 Wochen zu beanschlagen, und keiner kann einen genauen Liefertermin nennen.

An einem anderen Tag bin ich mit Dagmar u. Matt unterwegs da wir Stoff kaufen wollen, ich will unseren Regen u.-  Sonnenschutz vergrößern, Dagmar will eine Plane zum Regenwasser sammeln nähen, doch nachdem wir endlich das Geschäft gefunden hatten, hatte das zu, denn es war ein jüdischer Feiertag und deswegen geschlossen, also müssen wir beide unverrichteter Dinge wieder abziehen, d. h. insgesamt 6 Stunden am Weg für nichts. Ja so ist das eben, nichts ist so wie daheim, das macht es zwar oft etwas anstrengend aber auch interessant, immer wieder muß man sich auf neue Gegebenheiten einstellen, naja macht ja nichts, so  bleibt man geistig u. körperlich recht flexibel.

Colon besuchen wir mit dem Mietauto, wobei das Fahren einige Schockerlebnisse beinhaltet, denn es fehlen mitten auf der Straße die Kanaldeckel, wenn man nicht aufpasst geht es rumps und schon hat man den Schaden, uns ist nichts passiert, aber der Tag mit dem Mietauto war nicht so lustig für uns. In Colon fahren wir zur FreeZone einer Freihandelszone, hinein kommt man nur mit einem Tagespass, dazu müssen wir in das Amt, das Auto davor abgestellt. Gleich kommt ein Mann auf uns zu, der auf das Auto aufpasst während wir unseren Tagespass lösen, der natürlich auch wieder Geld kostet. Überall wird hier versucht Geld zu machen, wir spüren förmlich die Krimimalität die in der Luft liegt. Immer wieder werden wir gewarnt, wir sind sehr achtsam, machen unseren Rundgang in der FreeZone, unwahrscheinlich Betriebsam und einfach riesig, wir sind froh als wir endlich wieder draußen sind. Einmal gesehen reicht für uns, ein zweitesmal ne danke.

 

Portobello

Portobello

Dickes fettes Schwein mitten im Ort.

Dickes fettes Schwein mitten im Ort.

Tanken ist ein wahres Abenteuer, wir brauchen Diesel und Benzin für den Außenborder, die einzige Möglichkeit das zu bekommen ist mitten im Ort Puerto Lindo, wo wir bei einer Familie dirket auf deren Terasse tanken können. Drinnen läuft der Fernseher, ein kleines Kind spielt davor auf einer Decke. Draußen steht neben den Diesel u. Benzinkanistern gleich die Gefriertruhe, die gewaschene Wäsche liegt auch noch gleich in großen Bergen daneben, also alles ein riesiges Durcheinander. Der Mann füllt nur ganze Gallonen ab da er sich beim Umrechnen auf eine halbe Gallone sichtlich schwer tut um das zu umgehen gibt es den Sprit eben nur pro Gallone.

Tankstelle, hier bekommen wir Diesel u. Benzin.

Tankstelle, hier bekommen wir Diesel u. Benzin.

Natürlich kreisen unsere Gespräche immer wieder um den Transit durch den Panamakanal, denn sowohl wir als auch die SY Matylda wollen durch den Kanal in den Pazifik. So erfahren wir von der SY Inti ein deutsches Schiff, dass wir den Kanaltransit auch ohne Probleme selber organisieren können und somit bares Geld sparen können, nämlich 350 US $ die allein der Agent kosten würde. Aber vorher haben wir noch einige Arbeiten in der Linton Bay zu erledigen, Hannes vereinbart einen Haul Out Termin mit dem Marina Manager für unser Boot, denn wir wollen unbedingt noch vor dem Pazifik unser Unterwasserschiff mit neuem Anitfouling versehen, wir arbeiten wie verrückt, das wir schnell wieder ins Wasser zurückkommen, Wetter bleibt uns wohl gesonnen es regnet nicht in der Zeit wo wir am Arbeiten sind, so haben wir binnen 3 Tagen alles erledigt und werden mit dem riesigen Kran wieder zurück ins Wasser befördert. Nachdem wir alle Arbeiten am Boot erledigt hatten, das war z. Bsp.: nähen des Regen-bzw. Sonnenschutzverdeckes, dann hab ich noch für unsere Sitzpolster im Salon Schonüberzüge genäht, Hannes u. Robin haben den Zweitanker samt Ankerkette am Bugsprit installiert, dafür hab ich dann noch eine Tasche genäht, also alles in allem haben wir viele kleine Verbesserungen am Boot gemacht.

Zweitanker gebrauchsfertig montiert

Zweitanker gebrauchsfertig montiert

Nach Erhalt des bestellten Ersatzgenuafalls u. des Generators war nur noch organisieren des Kanaltransits angesagt. Es ist eigentlich ganz easy zu machen, wir luden das pdf-Formblatt von der Kanalhomepage runter, füllten es aus und sandten es via email in die Kanalbehörde, 2 Stunden später riefen wir dort an und fragten nach ob das Formblatt angelangt sei und alles ok ist, sehr freundlich werden wir auf englisch darauf hingewiesen, dass alles passt und wir uns dann nochmals telefonisch melden sollen, wenn wir auf den Ankerplatz „Flats“ in Panama vor dem Kanal erreicht haben. Wir hatten Glück denn unsere Ankerplatznachbarn, ein deutsches Ehepaar Elke u. Jochen erklären sich bereit mit uns den Kanaltransit als Line Handler zu machen. So brauchen wir uns um das auch nicht mehr zu kümmern.

Da wir der Kanalbehörde angegeben hatten, dass wir am Donnerstag den 3.11.2016 in den Flats sind, mussten wir vom Ankerplatz aufbrechen um rechtzeitig dort zum vereinbarten Termin zu sein. Also Anker auf, Verabschiedungsrunde bei allen, und los ging die Fahrt von ca. 30 sm (56km) nach Colon zur Kanaleinfahrt.

Äffchen im Geäst.

Äffchen im Geäst.

skeptische Männer

skeptische Männer