Jänner ´17

Die Reise von Panama zur Osterinsel oder die Suche nach dem Süd-Ost Passat
( Bericht von Hannes)

Endlich sind wir nach knapp 31 Tagen auf See im Morgengrauen in Hanga Roa auf der Osterinsel angekommen – Yuhuu geschafft. Manchmal haben wir nicht mehr daran geglaubt dass dieser Trip endlich ein Ende hat.

Fast alles was wir in den Büchern über diesen Törn gelesen haben hat sich nicht bewarheitet. Da sind zum Beispiel diverse Aussagen, dass sich die Kalmenzone bis max. 300sm erstreckt – bei uns waren es 450sm und 6 Tage in spiegelglatter See. Der einzige Vortrieb waren die Squalls die uns einigen Wind für die eine oder Stunde beschert haben. Oder im nächsten Buch stand dass sich der SüdOstPassat spätestens ab dem 10° Süd einstellt. Wir haben bis auf 7 Tagen die ganze Strecke keinen gehabt. Ich weiss nicht wo sich der versteckt hat? Was auch nirgends richtig beschrieben steht ist, dass sich der Humboldt Strom kurz nach den Galapagosinseln bis zu den Osterinseln in Richtung 300°-320° mit 1.2 – 2.4 Knoten bewegt. Es ist manchmal schon frustrierend  wenn man Tagelang  am Wind mit 5,5 Knoten über Grund aber eigentlich tatsächlich  zwischen  7 und 8 Knoten fährt. Auch über die nicht endenden Kreuzseen hat keiner ein Wort geschrieben……

Eins noch: Wetterbericht braucht man sich eigentlich keinen einholen – warum?; ganz einfach-weil er so gut wie nie gestimmt hat!!

Mittlerweile glauben wir zu wissen warum pro Jahr von Panama aus nur ca. 10 Boote die Osterinsel anlaufen ( von Kap Horn auch noch mal so viele ).

Weil es einfach schwierig ist. Aber egal wir haben es geschafft!

Hier nochmal der Törn in einigen Fakten:
Dauer 31 Tage
Geloggte Semeilen 3060
6 Tage absolute Flaute ( Spiegelglatt und Bad im Pazifik und  Unterwasserschiff 3x von unzähligen Weichmuscheln gereinigt)
21 Squalls
1150sm am Wind
600sm raumer Wind
1000sm halber Wind ( erst ab 22. Tag )
Rest: Wind aus allen Richtungen
60 Motorstunden gesamt
Extreme Strömungen, wirre Kreuzseen, sehr böiger Wind – leider nie laminar
2 Goldmakrellen gefangen
In 2 Fischernetzen mitten im Pazifik hängengeblieben ( keine Ahnung wo die hergekommen sind )

6.Tag Äquatortaufe
250sm nach Galapagos von Kontrollhubschrauber überflogen

Rapa Nui die Osterinsel

Zum Glück keine größeren Probleme bei der Blue Lilly, hat alles super funktioníert!
Fazit: Ein Törn für Masochisten und solche die es noch werden wollen!!
PS: Das Blau vom Pazifik ist das schönste dass ich jemals gesehen habe!

Erster Sichtkontakt mit Rapa Nui – endlich Land in Sicht!!

 

Hubschrauberüberflug

Ein Wahl ganz in unserer Nähe.

Wahl bläst aus!

Ein Squall braut sich zusammen!

Sonnenntergang im Pazifik

 

Flaute

spiegelglatter Pazifik – wo ist der SE-Passat geblieben?

blinder Passagier

Äquatorüberquerung

So schnell sind wir leider nicht immer gesegelt.

Mahi Mahi gefangen, leckeres Essen für einige Tage.

Fischernetz in unseren Kielen, abgeborgen und wieder ins Wasser gesetzt.