Pitcairn

Wir benötigten für die Überfahrt von Rapa Nui nach Pitcairn ganze 12 Tage, wir hatten wenig Wind oft nur 8-10 kn und das auf Vorwindkurs, so mussten wir uns mit wenig Fahrt begnügen, langsam aber stetig näherten wir uns Pitcarn. Wir mussten wieder mal eine ganze Nacht vor der Insel dümpeln und warten auf das erste Sonnenlicht um in die Bounty Bay einfahren zu können. Es gibt nur einen Ankerplatz wo sich Sandgrund befindet, diesen sieht man nur bei Sonnenlicht. Die beiden Segelboote die mit uns gestartet sind, hatten es gerade noch vor untergehender Sonne in die Bucht geschafft. Kurz meldeten wir uns über Funk auf Kanal 16 bei Pitcairn Island an, die Dame war überaus freundlich, wir konnten mit ihr auch gleich ein Shuttleboot vereinbaren, das uns vom Schiff abholt. Wir wollten unser Dingi nicht ins Wasser geben, da brechende Wellen im Hafen standen, und wir uns mit dem Dingi nicht überschlagen wollten. 50 US$ kostete der Spaß, das war es uns aber alle mal wert, denn Brenda die Dame von der Immigration hat auch unser Schuttleboot gesteuert, sehr gekonnt kam sie längsseits und beide mussten wir bei einem Schwell von 2,5 mtr. Höhe in das kleine Holzboot springen, was abenteuerlich und gefährlich war. Dann ging die Fahrt durch die brechenden Wellen mit Schwung rein in den kleinen Hafen. Dort angekommen wurden wir gleich super freundlich von der Tourismusbeauftragten in Empfang genommen, wir bekamen eine Kette aus getrockneten Samenhülsen und Muscheln um den Hals gehängt als Willkommensgeschenk. Der Inseldoktor fragt uns ob wir auch gesund sind, er erklärt uns wie schwierig es für die Bewohner der Insel wäre bei ernsthaften Erkrankungen in ein Krankenhaus zu gelangen. Mit Brenda erledigen wir gleich im Hafen sehr unkompliziert alle Formalitäten, die Einklarierungsgebühr betrug 50 US$ pro Person. Unsere Segelfreunde von der SY Masquenada – Rik und SY Jao – Mariann u. Jean-Luc warteten schon auf uns, gemeinsam erhielten wir von Heather (Tourismusbeauftragte) eine Landkarte der Insel und genaue Informationen. Wir starten zu Fuß den Berg hoch um uns einen ersten Eindruck von der Insel zu machen, die beiden Frauen Brenda u. Heather kamen mit ihren Quads hinter uns her, kurz hielten sie an und luden uns zum Lunch ein, wir durften uns sogar aussuchen was wir Essen wollten, wir entschieden uns für Fisch und Hühnchen. Aber zuerst wanderten wir auf der geschichtsträchtigen Insel umher, wir besuchten die Post, da Pitcairn für seine Briefmarken sehr berühmt ist. Auf der Post schrieb ich eine Postkarte an meine Kinder nach Österreich, bis die ankommt sind 3 Monate vergangen, so lange wird sie brauchen bis sie an ihrem Bestimmungsort ist. In Pitcairn kommt nur alle 3 Monate ein Versorgungsschiff wo die Menschen alle nötigen Dinge des täglichen Gebrauchs erhalten und auch vorbestellte Ware beziehen können. In Pitcairn leben nur 40 Personen alle sind direkte od. indirekte Nachfahren des berühmten Seefahrers „Fletcher Christian“ von der Bounty, die Geschichte wurde verfilmt „Meuterei auf der Bounty“. Vier von den Einwohnern davon sind Kinder die in der örtlichen Schule unterrichtet werden, zur weiterführenden Schulbildung müssen die Kinder dann nach Neuseeland gehen, wo sie dann mindestens 5 Jahre bleiben und meistens bei Verwandten untergebracht werden. Dann sind noch 10 weitere Personen auf der Insel, die kommen meistens aus Neuseeland um dort zu arbeiten, wie z.B.: der Doktor und die Lehrerin. Das Fortbewegungsmittel auf der Insel sind Quads, sieht für uns wirklich lustig aus, alle düsen sie mit diesen Fahrzeugen quer auf der Insel herum. Jeder bleibt stehen auf ein kurzes Tratscherl, also schnell und zügig vorankommen tut man hier nicht, was ja auch kein Problem ist, da wir ja genügend Zeit hatten. Wir besichtigten das Museum wo noch ein paar wenige Dinge von der verbrannten und versenkten Bounty ausgestellt sind. Machten einige Wanderungen, nahmen ein Bad im Hafenbecken bei Low Tide, denn ansonsten würde man durch die starke Strömung aus dem Hafenbecken gespült, beinah ganz Pitcairn nutzte die Gelegenheit, sogar eine Schildkröte kam vorbei. Wir bekamen eine Menge Gemüse und Früchte von den Leuten die wir mit einem halsbrecherischem Manöver an Board hievten. Nach 2 Tagen wildester Schaukelei am Ankerplatz und wunderschönen Erlebnissen auf Pitcairn hieß es wieder Abschied nehmen und Anker auf, weiter nach Gambier Island.

Originalbibel der Bounty

Lunch bei Brenda

Brandung im Hafen von Pitcairn

Originalanker von der Bounty

Brenda u. Heather mit ihren Quads

Hoch über Pitcairn