Gambier Island

Die Fahrt von Pitcarin nach Gambier war recht gut, den ersten Tag hatten wir noch etwas wenig Wind, doch am zweiten Tag hatten wir 18-22kn auf Vorwindkurs, daher machten wir gute Fahrt und kamen rasch voran. Am dritten Tag mussten wir Fahrt rausnehmen um nicht zu schnell zu sein. So segelten wir die letzte Nacht halb schlafend, halb wachend mit kleinem Segel am Außenriff von Gambier entlang, hoch zur NW-Einfahrt wo wir dann mit dem ersten Tageslicht in das Riff einfuhren um schließlich zur Bucht von Mangareva zu kommen. Wir sind einige Wochen im Paradies, wir ankern vor Mangareva auf Gambier Island. Mitten im türkisfarbenem Wasser, hinter uns der kleine Ort und rund um uns Korallenriffe, Wasser, Fische und natürlich Perlenzuchten. Jetzt wollen wir uns erstmal ein wenig ausruhen und zur Ruhe kommen, nach den anstrengenden, langen Strecken die wir hinter uns haben.

Hier in Gambier werden die sehr bekannten schwarzen Perlen gezüchtet, dementsprechend gut geht es den Menschen hier auch, die Zuchten bringen gutes Geld, die Menschen fahren allesamt große SUV´s obwohl es nur eine Straße gibt. Die Perlen werden exportiert in die ganze Welt, dieses Geschäft ist fest in chinesischer Hand. Bald wollen wir uns gegen Ende April die Muschelernte ansehen, wir sind schon sehr darauf gespannt.

Wir haben schon einige Wanderungen unternommen, wobei wir einmal ca. 20 km rund um die Insel marschiert sind. Wir konnten immer wieder tolle Ausblicke auf       die Lagune mit den Perlenfarmen genießen. Bei unseren Wanderungen halten wir Ausschau nach Früchten und Gemüse denn überall auf der Insel gibt es Grapefruitbäume mit reifen Früchten. Die Grapefruits hier sind in etwa so groß wie ein kleiner Kinderspielball  und sind supersaftig wesentlich süßer als bei uns, der typische bittere Geschmack befindet sich vorwiegend in der Außenhaut der einzelnen Fruchtspalten die sich aber einfach abschälen lässt. Entlang des Weges wachsen wild die Kürbise welche wir einsammeln und dann das gefühlte tonnenschwere Ding mit zum Boot schleppen, denn Gemüse in Gambier ist nur selten zu bekommen und dann extrem teuer. Wenn es Gemüse gibt dann meist kurz nachdem das Versorgungsschiff eingetroffen ist. Dann gibt es eventuell Kraut, Karotten, Tomaten aber man muß schnell sein sonst ist nichts mehr übrig. Bezahlt wird dann z. Bsp. für 6 Stk. Äpfel, 6 Karotten, 1 Krautkopf 2000CFP das sind ca. 20 Euro. Das Bier kostet im Minimarkt pro halb Liter Dose 3,50€ da gewöhnt man sich Bier trinken ab. Wir haben von SY Pitufa tolle Weinhefe bekommen, mit dieser hat Hannes dann einen Most gebraut.  Dazu hat er Apfelsaft, Zucker, Wasser u. Hefe einige Tage vergären lassen,  nach abgeschlossener Reife wird der Most in Flaschen gefüllt nochmals ein ganz klein wenig Hefe dazu 1-2 Tage nachgären lassen, dann ab damit in den Kühlschrank. Bei der ersten Verkostung wurden Heimatgefühle geweckt, war super lecker ist aber leider schon wieder ausgetrunken. Das zweite Experiment war Mangosaft zu vergären, funktioniert sehr gut, doch durch die Turbohefe ist uns leider eine Flasche regelrecht explodiert und hat im Salon eine Riesensauerei hinterlassen, naja putzen war angesagt, und unser Boden der sich mit dem Mangomost angesaugt hat , trocknet nun langsam wieder aus und die Wölbungen die dadurch entstanden sind, gehen auch wieder zurück. Wir hatten aus weiser Voraussicht die bereits abgefüllten Flaschen in einen Behälter unterm Tisch platziert, somit hielt sich die Flüssigkeit die ausgelaufen ist in Grenzen. Wir verbringen die Tage hier mit Wanderungen auf den Mount Duff sowie auf den Berg Mokoto von beiden Erhebungen haben wir einen tollen Überblick über das gesamte Ringaußenriff wo sich der Pazifik mit schäumender Gischt bricht, mit den inliegenden verstreuten Inselchen, das Wasser leuchtet azurblau in der Sonne. Wir sehen auch ganz deutlich von oben wo sich die Korallenriffe und seichten Stellen im Wasser befinden, ein unbeschreiblich schöner Anblick. Schnorchelgänge werden zum unvergesslichen Erlebnis, ca. 50cm große Papageienfische, die blau und rot im Wasser schillern. Ganz in unmittelbarer Nähe von uns streifen zwei Haie durchs Wasser, ungefähr 1,5mtr. Lang und schlank, die Schwanzflosse bei dem Einen mit einer weißen und beim Anderen mit einer schwarzen Spitze versehen. Daher der Name Weiß- und. Schwarzflossenhai, sie gleiten majestätisch mit einem Sicherheitsabstand an uns vorbei wobei sie uns aber neugierig ansehen.  Dann schwimm ich mitten in einem Schwarm kleinerer Fische, die sich knapp unterhalb der Wasseroberfläche tummeln, sie sind wunderschön zu beobachten, erscheinen sie doch im einfallenden Sonnenlicht wie kleine blauviolett schimmernde Regentropfen, einfach grandios was die Natur zu bieten hat. Bei abendlichen Gesprächen mit den anderen Bootscrews werden diese Erlebnisse geteilt und besprochen, außerdem wird selbstverständlich allerlei nützliches über weitere Cruisinggebiete ausgetauscht.

Wir besuchten bereits zweimal eine kleine nahegelene Insel „Taravai“ wo wir uns in einer westlichen geschützten Bucht vor dem stark angesagten SE-Wind sicher mit unserer Blue Lilly verstecken konnten. Auf der Insel leben nur 5 Personen, in früheren Zeiten hatten 2000 Leute dort gewohnt, es steht noch die Dorfkirche mit angrenzendem Pfarrhaus. An der Kirche nagt schon der Zahn der Zeit, das Dach ist stark Renovierungsbedürftig, der Glockenturm nur noch über wackelige Leitern zu erreichen. Die wenigen Dorfbewohner hoffen, dass die Regierung Geld locker macht und das Gebäude renoviert. Auch hier machen wir einige Wanderungen und besuchen die wenigen Dorfbewohner um mit ihnen ein kleines Schwätzchen zu halten. Weiter geht es in die nächste Bucht, wo wir gemeinsam mit SY Pitufa und dem amerikanischen Catamaran Wayfinder einige Tage vor Anker lagen. Kurzerhand organisieren wir ein Lagerfeuer am Strand wo dann österreichische Fleischlaiberl gegrillt werden, mit Kochbananen serviert ein leckeres abendliches Menü. Mit gutem Wein und netten Gesprächen verbringen wir den Abend vor dem Feuer, hinter uns der Urwald vor uns der Sonnenuntergang eine wundervolle, friedliche Stimmung. „Hugh“ erzählt uns, dass er ein Schriftsteller ist und so sein Geld verdient, er hat viele Bücher geschrieben und ist in Amerika sehr bekannt. Das ist auch eine Seite unserer Reise die ich sehr schätze, wir lernen immer wieder so viele unterschiedliche Menschen aus allen Nationen kennen, können uns mit allen ungezwungen Unterhalten und erfahren so sehr viel über die verschiedenen Lebensformen und Ansichten der Leute, einfach spannend.

Wandern in Mangareva

Aussicht !

Versorgungsschiff ist da.

Mokoto mit Perlenfarmen im Vordergrund

ehemaliges Nonnenkloster in Rikitea

Torbogen aus Korallenstein

Berg Mokoto

Ankerbucht vor Rikitea