Klick-klack

Unsere Genuarollanlage macht schon seit wir das Schiff besitzen, eigenartige Klick-Klack Geräusche beim Ein- u. Ausrollen des Segels. Nun nach rund 16.000 sm wurde dieses Geräusch immer lauter und am Weg nach Gambier flog sogar ein Kunststoffteilchen aus dem Rohr der Rollanlage raus. Hannes lässt das natürlich keine Ruhe und wir beschließen hier in Mangareva ans große Dock zu fahren, wo normalerweise nur das Versorgungsschiff anlegt, um die Rollanlage zu demontieren um diese überprüfen zu können. Dazu warteten wir günstigen Wind ab, denn bei dem vorherschenden Ostwind würden wir zu sehr aufs Dock gedrückt, wir haben Glück denn der Wind dreht durch ein nahekommendes Tief-bzw. Hochdruckgebiet auf West somit gings für uns ans Dock. Ein paar andere Segler halfen uns die Anlage zu legen. Bei der Überprüfung stellte sich heraus, daß eins der Kunststofflager im inneren des Rohres gebrochen war. Ersatzteile mußten in Österreich bestellt werden, denn Birgit von der SY Pitufa befindet sich gerade zuhause und will uns die Teile bei ihrem Rückflug netterweise mitbringen. Zwischenzeitlich prüfen wir die Anlage untersuchen den Draht, der ist aber in Ordnung und muß nicht getauscht werden, wir sind heilfroh, denn dazu bräuchten wir einen Rigger. Dann versuchten wir die alten Schrauben am Sockel der Anlage zu lösen, doch keine Chance, einer der Schrauben hatte sich so verbissen und ging nicht ab. Hannes u. Christian (SY Pitufa aus Österreich) versuchen diese mit einem Werkzeugbit herauszubohren, doch der Bit bricht ab und bleibt in dem Loch auch gleich noch stecken. Hannes macht sich auf den Weg zum hiesigen Bauhof, spricht mit den Arbeitern die ihm die Ständerbohrmaschine leihen. So marschieren 3 Mann hoch mit der Rollanlage durch den ganzen Ort zur Halle wo die Bohrmaschine steht und versuchen da ihr Glück den Schrauben samt Bit rauszubohren, was einen ganzen Tag in Anspruch nimmt, und ohne Erfolg bleibt. Ich bleib derweil am Schiff und häng die Fender rauf und runter je nach Tide, um die Boardwand vom Dock freizuhalten. Die örtlichen Kinder besuchen mich, wir verständigen uns mit Händen und Füßen, denn die Kinder können nur Französisch, leider kein Englisch. Sie möchten an Board kommen, doch ich wehre ab, denn wenn ich die ganze Horde an Board habe bekomme ich die nicht so schnell wieder los. Inzwischen kommen Hannes und Christian wieder mit hängenden Köpfen, das ganze muß nochmal gemacht werden, wir sammeln somit alle Einzelteile der Anlage ein, packen alles aufs Schiff, verholen uns wieder an den Ankerplatz. Frühmorgens starten Hannes u. Christian wieder mit der Arbeit, ein neues Loch muß gebohrt werden, die gesamte Anlage wieder zusammengebaut ohne die Teile die wir noch erwarten. Dann nochmals an Dock und wieder hochziehen der Rollanlage, befestigen, die Wanten wieder spannen, damit der Mast ordentlich steht und gesichert ist. Nach getaner Arbeit und auftakeln des Segels kehren wir wieder zum Ankerplatz zurück. Das Legen der Rollanlage müssen wir nochmals machen, sobald Birgit zurück aus Österreich ist um die fehlende Ersatzteile einzubauen.  Tags drauf segeln wir zur Insel Taravai wobei wir die Rollanlage in Aktion beobachten können, das klick-klack Geräusch ist behoben und das Segel lässt sich wesentlich komfortabler Ein- u. Ausrollen, also hat sich die Arbeit doch gelohnt, Hannes ist hochzufrieden.