Schnorcheln am Riffpass

Ziemlich genau zu Hochwasser bevor die Tide kippt und das Wasser rasch mit viel Strömung in die Lagune zurückzufließen anfängt, schnappen wir uns das Dingi sowie die Schnorchelausrüstung am Körper und düsen den falschen Pass raus bis zur Riffkante wo das Riff steil nach unten abfällt. Falscher Pass wird er deshalb genannt weil hier zwar das Außenriff unterbrochen ist aber der gesamte Pass mit Korallen übersät ist, nur 0,8-1 Meter Tiefe aufweist, daher für ein Schiff nicht befahrbar ist, aber das Wasser fließt in und aus der Lagune je nach Tide. Direkt an der Riffkante hüpfen wir ins Wasser, das Dingi nehmen wir in Schlepptau, schon spüren wir die Strömung die versucht uns in die Lagune zu spülen, wir arbeiten aber zuerst noch dagegen, wollen wir uns doch die Unterwasserlandschaft mit ihren Bewohnern ansehen, gerade das steilabfallende Riffteil ist für uns gewaltig anzusehen und völlig neu, eine Unmenge an unterschiedlichsten Fischarten tummelt sich im Wasser wir kommen aus dem Staunen nicht raus. Dann lassen wir uns mit der Strömung die uns sanft mit sich trägt langsam wieder in die Lagune treiben, immer wieder stoppen wir um die verschiedenen Korallen und Fische zu beobachten, auch 2 ca. 1,5 Meter lange Haie begleiten uns. Immer wieder werden wir von ihnen neugierig umkreist und plötzlich im Wasser liegen, bin ich Auge in Auge mit dem Hai nur ca. ein Meter Abstand trennt uns, mir ist unwahrscheinlich mulmig zumute, dicht dränge ich mich an das im Notfall rettende Dingi, um schnell aus dem Wasser zu kommen falls der Hai mich als Mahlzeit ansieht, doch nichts passiert, der Hai ist wirklich nur neugierig. Wahrscheinlich geht’s ihm genauso wie mir, beide bestaunen wir uns und können es kaum fassen welche wunderbaren Wesen sich auf unserem Planeten tummeln. Viel zu schnell treibt uns die Strömung in die Lagune, wo wir dann sofort wieder ins Dingi hüpfen und das ganze gleich nochmals machen.