Projekt Gasflaschenfüllung

Gasflaschenbefüllung

flüssiges Gas läut aus

Hannes kontrolliert den Schlauch

Unser Gas in der Flasche neigt sich wieder mal dem Ende zu. Hannes kauft eine Gasflasche im kleinen Laden, er will die Befüllung der leeren Flasche diesmal selber machen. Andere Segler haben uns erzählt, das sei ganz einfach zu bewerkstelligen. Dazu wird die volle Gasflasche über Kopf aufgehängt, mit einem Schlauch mit der leeren Flasche verbunden, beide Flaschenventile auf, dann soll es losgehen. Hannes leiht sich den benötigten Schlauch vom finnischen Boot der SY Manta aus, weiteres Equipment kommt von der SY Silberland. Auf dem Schlauch ist auf einer Seite bereits ein Anschluss für die Flasche montiert, Hannes schraubt den zweiten Anschluss an den Schlauch, dann verbinden wir die zwei Flaschen miteinander. Beide Ventile aufgedreht, so nun sollte das Gas durch die Schwerkraft in die leere Flasche fließen, die Spannung steigt, wir horchen, die Flasche knistert ein wenig, dann herrscht Stille. Wir wissen nicht ob nun Gas fließt oder nicht, wir sind ein wenig ratlos. Durch Erzählungen wissen wir, dass das Gas sehr langsam fließt somit beschließen wir die Flaschen aufgedreht so über Nacht zu belassen, und hoffen, dass morgens alles erledigt ist. Nach dem Frühstück heben wir die gekaufte Flasche an, doch die ist immer noch sehr schwer, also ist kein Gas geflossen. Hannes fragt über Funk bei der SY Silberland an, ob wir eine Waage ausborgen können. Ihm ist die Idee gekommen, eine volle Flasche und eine leere Flasche abzuwiegen um einen Vergleichswert zu haben, damit wir feststellen können ob unsere Flasche befüllt wurde. Eine hier handelsübliche Flasche hat 29kg, eine Leere 17kg die Differenz ist Gas. Das ganze Prozedere versuchen wir 2 Tage lang mit mäßigem Erfolg, immer wieder fragt Hannes über Funk nach was die Ursache sein könnte, dass das Gas nicht fließen kann, der ganze Ankerplatz will helfen, es kommen viele gut gemeinte Ratschläge. Bis Hannes dann nochmals den Schlauch runterschraubt und die Anschlüsse kontrolliert, dabei findet er den Grund unseres Misserfolges. Einer der Anschlüsse ist der Missetäter, der hat ein kleines Kugelventil eingebaut, das den Gasfluß verhindert und einfach absperrt. So ein kleines Luder, kleine Ursache große Wirkung. Kurzerhand schraubt Hannes einen durchlässigen Anschluß an den Schlauch, verbindet die Flaschen wieder miteinander. Dann noch die Flaschenventile aufgeschraubt und siehe da wie hören tatsächlich das Gas fließen. Binnen 2 Stunden ist unsere 11kg Gasflasche mit Propangas gefüllt. Jetzt kommt aber noch der heikle Teil der Sache. Unsere frisch befüllte Flasche wieder mit dem Schlauch der zum Herd führt verbinden, dann testen ob auch Gas am Ofen ankommt. Ich hab eine Heidenangst vor Explosion, rieche wie ein Hypochonder schon überall Gas. Doch Hannes ist zuversichtlich, er schaltet unseren Gasfernschalter ein. Somit ist das Ventil offen, dann wir das Ventil am Herd eingeschaltet. Der große Moment, jetzt soll Gas an der Zündstelle sein, hoffentlich nicht zu viel, sonst machts bummm. Hannes ist mutig und zündet, ich bin ganz still, warte auf den großen Knall, doch alles klappt, das Gas ist in richtiger Menge an der Zündstelle des Herdes und geht augenblicklich in Flammen auf, lustig hüpfen und züngeln die Flammen am Herd, und wollen zum Kochen benutzt werden. Letztendlich ist da Projekt Gasflaschenbefüllung gelungen und es war im Grunde tatsächlich sehr einfach.