Marquesas

Fatu Hiva

Überfahrt von Amanu (Tuamotus) zu den Marquesas war ein flotter Trip, wir segelten alles am Wind, denn wir mußten einen Vorhaltewinkel einhalten, um unser Ziel ohne Aufkreuzen zu erreichen. Nach 4 Tagen und 649sm erreichten wir die erste Insel („Fatu Hiva“) der Marquesas, nachdem wir noch 2 herrliche Tunfische gefangen hatten. Die Marquesas bestehen aus 14 Insel, diese liegen südlich des Äquators im östlichen Pazifischen Ozean (Ostpolynesien) und gehören politisch zu Frankreich, die Landesschprache ist daher Französich, doch die Einheimischen sprechen Marquesanisch das sich wiederum durch einige Dialekte unterscheidet. Die Besiedelung der Inseln begann vermutlich durch Urpolynesier ca. 300 n. Cr. , Stammeskriege waren an der Tagesordnung wonach dann Menschenopfer dargebracht wurden und Kannibalismus sehr verbreitet war. Es bildeten sich aber auch viele Kunstfertigkeiten der Menschen aus, wonach der Bau riesiger Steinfiguren, Holz u. Knochenschnitzereien sowie die Kunst des Tätowierens zur Perfektion gebracht wurden. Heute noch sind viele Polynesier am ganzen Körper tätowiert, wobei jedes kunstvolle Motiv etwas über den jeweiligen Träger aussagt. Die Missionare versuchten dann alles um diese Kultur zu zerstören, was ihnen auch zum Großteil gelang, doch die Kunstfertigkeit des Tätowierens ist geblieben. Schon sehr früh wurde Ackerbau betrieben, heute werden noch Kokospalmen, Brotfrucht, Bananen, Pampelmouse (lat. Citrus maxima „größte Zitrone“) schmeckt ähnlich wie Grapefruit , Yam, Taro, Süßkartoffeln und Zitronen kultiviert. Im Morgengrauen tauchten vor uns die imposanten Berge der Insel auf, wir segelten entlang der bis zum Meer mit üppigem Grün bewachsenen Westküste „Fatu Hiva´s“ wo wir dann in der „Baie Hanavave“ vor Anker gingen.

Virgin Bay

Die Bucht ist unter Seglern sehr bekannt mit dem Namen „Virgin Bay“ früher „Penis Bay“, da diese eine atemberaubende Steinkulisse bietet, umhüllt von gewaltigen phallusartigen Basaltgestein liegt man mit dem Schiff geschützt vor dem kleinen Dorf. Die katholischen Priester benannten die Bucht dann um in „Virgin Bay“, wie sollte es auch anders sein. Nach einem kurzen Aufenthalt segelten wir weiter zur nächsten Insel Tahuata, in der „Resolution Bay“ lagen wir vor Anker, von dort aus unternahmen wir Wanderungen in die umliegenden Berge, die Menschen im Dorf sind überaus freundlich. Wir haben Wasser aufgefüllt und Wäsche gewaschen, direkt am Fischerdock befindet sich ein Wasserhahn mit Trinkwasser das wir nutzen durften.

Tahuata

Die Kinder schnappten sich ohne Aufforderung die gefüllten Wasserkanister und schleppten diese zu unserem Dingi, hilfsbereit ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Ich unterhalte mich mit einer einheimischen Frau worauf sie mir einfach so, Kokosnüsse und Mangos schenkt, so freundlich und unvoreingenommen, das würden wir uns in Europa auch öfter wünschen. Die Bucht ist zwar wunderschön mit dem davor liegendem Dorf, doch es ist ein riesiger Taleinschnitt , wo der Wind aus Osten über die Berge heruntersaust, so hatten wir in den 3 Nächten wo wir dort vor Anker lagen, immer wieder heftige Fallböen mit bis zu 50kn, da ist es gut zu Wissen dass der Anker hält.

Resolution Bay

Wir verlegen uns in die „Hane Moe Noa Baie“, dies ist eine hübsche, ruhige Bucht mit Sandstrand wo wir einige Schnorchelgänge machen und das Leben genießen. Hannes spielt mit seiner Gitarre, er wird schon immer besser, da er nun beinahe täglich übt. Weiter ging es für uns dann bei sehr ruhigen Bedingungen durch den „Canal du Bordelais“, ein schmaler Kanal zwischen der Insel Tahuata und der Hauptinsel „Hiva Oa“ zur Ankerbucht vor dem Ort Atuona. Die Bucht Tahauku ist nicht besonders schön, das Wasser ist sehr trüb, da ein Fluss ins Meer mündet, der immer wieder durch die vielen Regenfälle jede Menge Schlamm mitbringt.

Hanemoenoa Bay Tahuata

Wir blieben eine Nacht, machten einen Rundgang im Ort und meldeten uns bei der örtlichen Gendarmerie, um bekannt zu geben, dass wir auf den Marquesas eingetroffen sind, da wir ja in französich-polynesien seit Gambier schon einklariert sind, brauchte es nicht mehr. Dann fuhren wir zur Nordküste Hiva Oa´s in die Bucht Hanaiapa wo wir wiederum einige Tage verbrachten. Von da aus erkundeten wir die Insel zu Fuß, was uns einige herrliche Ein- u. Ausblicke einbrachte. Nach einer unserer Wanderungen hielt uns ein einheimischer älterer Herr auf, und fragte uns ob wir Pampelmusen möchten, natürlich wollten wir. So stapfen wir hinter ihm her zu seinem Haus.

Hiva Oa

Er erzählte uns, dass er europäische Vorfahren hat, sein  Großvater kam aus Tschechien. Am Haus angelangt, schenkte er uns 6 große Früchte, die wir dankbar annahmen, wir fragten ihn was wir zu bezahlen hätten, doch er wollte kein Geld, einzige Gegenleistung war ein Kuß auf die Wange, den er wiederum sehr genoss. Im Dorf wohnt ein alter Polynesier, dem die Segler sehr am Herzen liegen, wir besuchen ihn, er ist leicht zu finden, denn er hat ein Schild gemalt auf dem Yacht Club steht. Er spricht englisch, wir können uns ganz gut mit ihm unterhalten, so drückt er uns ein Buch in die Hand und fordert uns auf doch in sein Gästebuch zu schreiben. Er hat schon einen ganzen Stoß von diesen Büchern wir alle durch, es ist schon erstaunlich wie viele Jahre dieser Mann schon den Seglern versucht soweit es in seinen Möglichkeiten steht, zu helfen. Wir bekommen von ihm selbst gemachten Zitronensaft und wohlschmeckende kleine grüne Bananen serviert. Nach einem netten Nachmittag mit ihm und dem Eintrag in sein Gästebuch, den ausnahmsweise mal Hannes schreibt, verabschieden wir uns von ihm und brechen anschließend auf zur Insel Nuku Hiva, das 80sm entfernt liegt und über Nacht gut zu erreichen ist.

Papaya

typisches Häuschen

Pampelmuse

rauhe Nordeite von Hiva Oa

Delfine begleiten uns