Hitch-hiking auf Nuku Hiva

Wieder zurück in der Bucht Taiohae wollen wir uns zu Fuß die große Baie du Contoléur ansehen. Diese große Bucht besteht aus 3 kleineren Taleinschnitten, wir wollen in die Bucht Taipivai, Hakapaa und weiter in die kleine und letzte Bucht Hooumi. Dazu müssen wir aber zuerst den Anstieg zum Toovii Plateau überwinden, wir wandern die in Schlangenlinien emporführende Straße hoch, nach einer Stunde schwitzen, streckt Hannes den Daumen raus, prompt hält ein Pickup an. Er meint er fährt nach Taipivai, also perfekt für uns das ist unser erstes Ziel, also hüpfen wir hinten auf die Ladeplattform setzen uns auf die Radkästen, denn die Ladefläche ist vollgefüllt mit leeren Wasserflaschen, kaum sitzen wir, geht die Fahrt auch schon los. Die Familie fährt nach Taipivai um Trinkwasser aufzufüllen, denn in der Bucht Taiohae wo sich auch der Hauptort der Insel befindet, gibt es zwar genügend Wasser aber es ist verunreinigt, durch die immer wieder starken Regenfälle und die in den Bergen weidenden Pferde, Kühe und Ziegen. In Taipivai gibt es klares gutes Quellwasser. Also genießen wir die Fahrt und sind froh nicht diese ganze Strecke zu Fuß zurücklegen zu müssen, es wär einfach zu weit hin und zurück zu latschen. In Taipivai angekommen, staunen wir wieder einmal über den großen Taleinschnitt der uns mit in verschiedensten Grüntönen leuchtenden Urwald begrüßt, der sich undurchdringlich vom Tal bis hinauf in die Berge zieht. Wir folgen zu Fuß den großen Fluß der sich lang bis zum Meer hin windet. Wir müssen immer wieder die Schuhe ausziehen und zwar eigentlich auf der betonierten Straße laufen aber durch knöcheltiefes Wasser watend den Fluß durchqueren müssen, denn es hat so viel geregnet, dass der Fluß nicht mehr unter der Straße durchfließt, sondern einfach über die Straße hinwegschießt. So kommen wir schließlich in die nächste Bucht Hakapaa, dann nimmt uns wieder ein Auto mit und wir können die letzte Etappe nach Hooumi wieder fahren. Hooumi ist ein winzig kleiner verschlafener Ort. Dieser besteht nur aus ein paar Häusern, die sich entlang der Straße befinden, die bis zum Meer führt. Die Bucht selbst ist recht versandet, weit hinaus erstreckt sich der schwarze Sand in den Ozean, das Wasser ist braun vom einfließenden Flußwasser, das viel Sediment und Schlamm aus den Bergen mitbringt. Wir wandern 2 Stunden zurück zur ersten Bucht nach Taipivai. Da treffen wir eine Familie am Wegesrand, wir kommen ins Gespräch. Ich frage den Mann welche Frucht, sich auf den neben mir befindlichen Baum baumelt. Sie ist grün, rund fast Apfelförmig, ich will wissen ob die genießbar ist oder nicht. Und tatsächlich ist sie das, die Frau erklärt mir, die Frucht ist eine Art Pomme (Apfel) und schmeckt grün als Salat oder wenn sie gelb wird auch so sehr gut, ist erfrischend und saftig. Hannes und der Einheimische rütteln am Baum, es fallen einige Früchte runter, die wir gemeinsam einsammeln und zwischen uns aufteilen. Wir kosten natürlich gleich eine der gelben Früchte, dazu muss man die recht feste Schale abziehen, dann kommt man zum weichen saftigen Fruchtfleisch. Der Geschmack ist schwer zu beschreiben, es schmeckt ein wenig nach Zitronen, Apfel und Orangen eine sehr interessante Mischung die echt lecker ist. Abends bereite ich dann aus dem grünen tropischen Apfel einen Salat mit Zwiebel, Zitronensaft, Essig und Öl zu schmeckt paradiesisch gut. In Taipivai füllen wir unsere Trinkwasserflasche an der Quelle nochmals auf. Seelisch vorbereitet auf einen langen qualvoll heißen Marsch starten wir los zum langen Anstieg raus aus dem Tal hoch in die Berge, wir wollen wieder zurück zum Boot. Doch wir haben Glück und nach kurzer Zeit hält ein Wagen an der uns mit zum Hochplateau nimmt, wo wir dann den 2 stündigen Abstieg zu unserer Bucht in Angriff nehmen. Den gießen wir dann wieder sehr, denn der Ausblick auf die unten liegende Bucht mit dem davor eingebettetem Ort, die Berge rundherum ist immer ein grandioser Anblick.