Tahiti

Aufbruch nach Tahiti, 220sm lagen vor uns, wir wußten, dass 20-25kn Wind vorhergesagt war, was normalerweise bei achterlichen Winden auch kein Problem darstellt. Doch als wir das schützende Atoll hinter uns ließen, erreichte uns eine absolut konfuse Welle, für unser Schiff kein Problem, doch für die Crew schon. Hannes spürte etwas Seekrankheit, ich wollte gerade Abendessen zubereiten, und musste schleunigst aus dem Schiffsbauch raus in die frische Luft, ansonsten hätte ich über Bord kotzen müssen. Der Wind legte noch zu und wir hatten 35-40kn in den Spitzen. Ich war, seit wir nun unterwegs sind bisher noch nie Seekrank, doch es hatte mich so schlimm erwischt. Mir war schlecht, hatte Kopfschmerzen, Schüttelfrost ich dachte ich muß sterben. Ich konzentrierte mich auf den Horizont, um meine Sinnesorgane zu stabilisieren, doch alles half nichts. Es was so als ob ich im Kleinhirnbereich eine Waschmaschine eingebaut hätte, einfach nur grausig. Nach 2 Stunden quälerei nahm ich dann eine Tablette, die dann endlich nach einer weiteren Stunde ihre Wirkung zeigte, die Symtome wurden leichter, so konnte ich dann wenigsten halbwegs meine Nachtwachen halten. Am zweiten Tag wurde der Wind weniger, und die unmögliche Welle, die unser Schiff von allen Seiten durchrüttelte, beruhigte sich somit ging es mir dann auch endlich wieder besser. Nach einer flotten Fahrt erreichten wir am 2 Tag frühmorgens Tahiti. Noch auf See riechen und hören wir die nahende Stadt. Die verschiedenen Gerüche überwältigen uns, wir schnuppern den Duft von frisch gebackenem Brot, wir riechen den typischen Geruch von Pommes, es riecht nach Autos und vielem mehr. Wir freuen uns schon richtig auf die pulsierende Stadt, nach all der Idylle und ruhigen Ankerplätzen auch eine willkommene Abwechslung. Nun liegen wir sehr sicher mitten in der Stadt in der Marina Papeete, wo wir alles Erledigen wollen was so in den letzten Monaten angefallen ist. Wir genießen es sehr mal wieder genügend Wasser zu haben, ausgiebig Duschen zu können, die Wäsche in der Waschmaschine der Marina zu waschen und nicht per Hand. Jederzeit an Land gehen zu können ohne einen Dinigmotor starten zu müssen und mal zur Abwechslung shoppen, nach einem halben Jahr fällt doch so einiges an was wir benötigen. Wir tauchen mal wieder in das Nachtleben einer Stadt ein, das hat nun schon Seltenheitscharakter und ist was ganz besonderes für uns. In Papeete findet der Höhepunkt des jährlichen Tanzfestivals statt, das können wir uns nicht entgehen lassen, im örtlichen Kulturzentrum wird der Bewerb ausgetragen. Es ist wirklich unglaublich was die Menschen da schaffen, es treten unterschiedliche Tanzgruppen auf. Jede Gruppe hat ca. 100 tanzende Frauen und etwa 50 Männer die auf der Bühne performen. Zur Tanzgruppe gehört eine eigene Band sowie Choreograph. Jede Tanzgruppe hat ein Thema um das sich der gezeigte Tanz dreht. Es werden unterschiedliche Kostüme gezeigt, alle selbst gemacht, aus Stoff, Palmblätter, Bast, Muscheln und natürlich die herrlichen Blumen. Die Frauen und Männer haben allesamt schwarzes langes kräftiges Haar. Die Frauen tanzen mit ihr Becken derart schnell in kreisenden Bewegungen dass der gesamte Körper zittert. Die Männer bewegen ihre Oberschenkel in schneller Abfolge zu- u. auseinander, unglaubliche Körperbeherrschung. Ein herrliches Schauspiel, dass wir nicht missen wollten. Hier gibt es sogar eine Mikrobrauerei wo wir frisch gezapftes Bier trinken, und einer Liveband zuhören können. Hannes bekommt ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk, wir leisten uns einen kleineren Dingimotor, weniger PS weniger Gewicht, auch für mich mit einer Hand zu tragen.Gemeinsam mit dem schwedischen Seglerpaar vergeht die Woche hier in der Stadt wie im Flug und wir denken schon wieder an die bevorstehende Abfahrt weiter nach Moorea.