Niue

Wir erreichten Niue leider in der Nacht, es war schon stockdunkel als wir die Bucht von Alofi anliefen. Wir hatten Glück denn die deutsche Segeljacht „Alumni“ war schon an einer Boje und Hans half uns mit Lichtzeichen in die Bucht einzufahren. Was grundsätzlich bei Tageslicht überhaupt kein Problem darstellt, bei einer Nacht ohne Lichtquelle wie den Mond findet man die Moorings eher sehr schwer, denn das Licht an Land blendet und stört. Aber Hans stand schon mit seinem Dingi an der Mooring parat, so konnten wir so gegen Mitternacht an der Mooring festmachen. Hans überließ uns sein Dingi denn wir machten für unsere Freunde aus Schweden die 2 Stunden später eintrafen dasselbe. Wir schliefen im Saloon um die Wartezeit sinnvoll zu verbringen. Nach einem 3 tägigen Segeltörn sind wir immer müde. Um 3 Uhr morgens, nachdem die Segeljacht „Bonnie af Stockholm“ auch sicher an der Mooring lag ging es für uns erstmal ab ins Bett. Beim Hochklappen unserer Badeleiter, griff ich in was glitschiges, erst da registriere ich, dass unsere Leiter völlig von ca. 1cm kleinen jungen Tintenfischbabys belegt war, die alle wieder zurück ins Wasser wollten. Endlich ausgeschlafen vereinbarten wir mit den Behörden noch am selben Tag einen Termin zum Einklarieren. Dazu mussten wir in den kleinen Fischerhafen fahren, dort wartet ein Kran wo man das Dingi möglichst rasch aus dem Wasser hieven soll, denn es ist wenig geschützt. Der Tiedenhub beträgt auch ca. 1mtr. bei Hochwasser werden die Stufen mit Wellen überspült und das Aussteigen wird zum gefährlichen Abenteuer. Die im Dingi vorbereiteten Leinen werden in den Kranarm eingehängt, dann muß Hannes noch schnell aussteigen, schon wird das Dingi in die Höhe gehievt, an Land gebracht mit Hilfe eines Schwenkarms wider abgesenkt und auf dem Dingiparkplatz abgestellt. Das Einklarieren geht dann recht unkompliziert und rasch. Keith vom Niue Yachtclub wartet schon auf uns, wir hüpften in seinen kleinen Bus, schon waren wir unterwegs zu einer ersten Inselfahrt. Wir bekamen viele nützliche Infos von ihm, er war sehr hilfreich. Die Insel Niue liegt 250sm (ca. 110km) östlich vom Königreich Tonga. Niue ist eines der größten gehobenen Korallenatolle der Welt. Die Küste besteht rund um die Insel aus zahlreichen Höhlen und Schluchten und ist extrem zerklüftet. Spitze Korallentürme die wie ein gigantisches Korallenmeer aussehen ragen in die Luft. Es gibt kaum Strände die zum Baden einladen, dafür können wir bei Niedrigwasser, in Höhlenpools schwimmen. Viele der Höhlen sind nur bei Lowtide begehbar, ansonsten sind sie mit Seewasser überspült. Wirbelstürme sind keine Seltenheit, der letzte im Jahre 2004 verwüstete den nordwestlichen Küstenabschnitt der Insel schwer. 2 Personen starben und über 200 Menschen verloren ihr Heim. In Niue leben zur Zeit ca. 1300 Personen Tendenz fallend, vor dem Zyklon Heta waren es noch 3000 Menschen, viele von ihnen leben heute in Neuseeland. Es gibt keinerlei Industrie auf der Insel, die Leute werden durch den 2x wöchentlich verkehrenden Flieger von Neuseeland aus versorgt. Die einzige Einnahmequelle ist der Tourismus wobei etwa 15.000 Menschen jedes Jahr nach Niue kommen. Es gibt wenig Landwirtschaft normalerweise nur  für den häuslichen Eigenbedarf.  Auch hier kommen die Wale jedes Jahr um ihren Nachwuchs aufzuziehen. Im Wasser gibt es eine Besonderheit die Niue-Plattschwanz-Seeschlange, sie ist ca. 1mtr. lang und ca. 3-4cm im Durchmesser, der Körper hat eine gelb-braun gestreifte Zeichnung. Diese ist extrem giftig, ein Biss und binnen 5 Minuten tritt der Tod ein. Doch ein Trost ist, dass die Schlange das Maul nicht weit aufbringt und einem Menschen daher nur bedingt gefährlich werden kann. Wir sehen einige der Schlangen immer wieder rund um unser Boot im Wasser, sie tauchen auf, halten den Kopf raus, holen Luft und tauchen wieder in die Tiefen. Vor jedem Bad ist Vorsicht geboten, ich hab auf jeden Fall immer ein etwas mulmiges Gefühl in der Bauchgegend. Wir mieten uns ein Auto und besichtigen alle sehenswerten Höhlen. Im Tourist Office können wir uns eine lebende Kokoskrabbe ansehen. Die Krabben werden bis zu 70 Jahre alt, unser Exemplar ist ca. 40-50 Jahre alt und landet leider noch am selben Abend im Kochtopf. Je älter die Krabbe ist umso größer ist sie und umso teurer wird sie verkauft.