Sightseeingtour zum Cape Reinga

Wir sind mit unserem Boot in der Bay of Island in Opua und leisten uns die Opua Marina für einige Tage. Opua ist ein kleines verschlafenes Dorf, doch die Marina ist voll und in all den Bays die zahlreich in unmittelbarer Nähe sind, liegen überall viele Boote entweder vor Anker oder an einer Mooring. Die Neuseeländer sind absolute Segelfreaks so unglaublich viele Boote. Nachdem wir uns die ersten zwei Tage nach unserer Ankunft etwas aklimatisiert hatten, war unser Tatendrang und unsere Abenteuerlust schon wieder groß. Von der Badehose und Bikini rein in Socken, lange Hosen, dicken Sweater und dicke Decke zum Schlafen können wir die für uns recht niedrigen Temperaturen 15-20 Grad gerade mal so aushalten, wir hoffen jeden Tag, dass wir uns bald daran gewöhnen, doch das dauert. Schnell war ein Auto gemietet, los ging es früh morgens zu unserer ersten Erkundungstour in Neuseeland. Über sanfthügeliges, üppig grün bewachsenes Land fuhren wir die ersten paar Kilometer zu den Haururu Falls. Der ca. 5mtr. hohe Wasserfall ist zwar ganz nett anzuschauen, doch das Wasser ist nicht klar, es ist eher eine trübe Suppe. Hier weiden überall riesige Kuh und Schafherden die mit ihren Fäkalien das Wasser verunreinigen. Weiter gehts übers Land entlang der Nordostküste, wo wir immer wieder einen Stopp machen und uns die Buchten ansehen. Nach zwei stündiger Fahrt erreichten wir die Nordspizte das Cape Reinga. Hier fließen die Wassermassen vom Pazifik und der Tasmansee zusammen, dementsprechend wild tobt die See unter uns. Seit 1941 wird ein Leuchtturm genau an diesem Punkt betrieben, dieser ist mit einem enorm starken Scheinwerfer ausgestattet und ist 35km weit sichtbar. Von hier oben können wir uns auch den herrlichen Strand ansehen der sich über 88km weit unter uns erstreckt und ninety miles beach genannt wird. Es führen einige Wanderwege direkt über diesen Strand.

Wir düsen mit dem Auto weiter zu den 50 mtr. hohen Te-Paki Sanddünen, wo wir uns barfuß bis zur Dünenkante hocharbeiten, neben uns sausen die Tourisen die Düne mit Sandboarden runter. Murray unser Seglerfreund von SY Sagamo haut sich am Bauch robbend runter. Unten angekommen ist alles voller Sand, es rieselt nur so aus der Kleidung seinen Haaren und dem Bart. Wir ersparen uns das und gehen wieder runter, ich weis das ist die langweilige Art aber dafür sauber. Weiter gehts durchs Land vorbei an vielen Weideflächen wo sich mal hunderte Schafe und dann wieder hunderte Kühe tummeln. Uns erinnert die Landschaft an das Mühlviertel, jedoch mit Palmen und Zypressen sowie riesigen Farnen und dem grandiosen Meerblick.

Weiter gehts nach Kawakawa wo wir uns die Hundertwasser public toiletts ansehen und natürlich gleich testen. Hundertwasser lebte von 1973 bis zu seinem Tod 2000 in diesem Ort und hat diesen durch seine mit unregelmäßigen, bunten Keramikfliesen und geschwungene Architektur zu einem Touristenhotspot generiert. Die Zahl der Touristen die diese Toilette fotografieren übersteigt die Zahl derer die sie auch benutzen bei weitem. Ist schon komisch am anderen Ende der Welt auf einen so bekannten österreichischen Künstler zu treffen der so lange Zeit in einem unscheinbaren Dorf lebte. Danach geht es noch zum Supermarkt, denn wir brauchen 10ltr. billigen Essig für das Motorservice, um den Wärmetauscher zu entkalken.