Werftzeit in Whangarei

Nachdem wir unseren Durchhänger, den mit uns von Österreich nach NZ geflogen ist, endlich überwunden hatten, starteten wir wieder voll durch. All die Überlegungen das Schiff zu verkaufen, oder in NZ zu arbeiten, bremsten uns ja doch für einige Wochen, wir recherchierten nach ob es für uns eine echte Option wäre in Neuseeland für längere Zeit zu bleiben. Doch in diesem Land gibt es ein Einreisepunktesystem das sehr streng von der Immigrationsbehörde gehandhabt wird. Man benötigt 160 Punkte damit man um ein Work Visa ansuchen kann. Diese Punkte errechnen sich aus vielen verschiedenen Faktoren, z.B.: für das Alter einer Person gibt es Punkte, je Jünger desto besser, wir sind quasi zu alt, und bekommen keine Punkte mehr, dann wird noch der Ausbildungsgrad gewertet, von welchem Land man kommt, wie viel Geld man mit nach NZ bringt usw.! Mit der neuen Regierung hier ist es sehr schwierig geworden nach NZ zu immigrieren und man benötigt einen Agenten der all die Formalitäten für einen erledigt, denn der Papierkrieg hier ist unglaublich groß. So ein Agent verlangt pro Person die Einreisen will ca. 5000€, was ja nicht gerade wenig ist. Wir haben uns den Arbeitsmarkt näher angesehen, in Auckland gibt’s zwar Arbeit, aber die Wohnungen sind unleistbar und wer will schon in der Riesencity leben, das ist nicht unser Ding, wo der selbe Wahnsinn abläuft wie bei uns zuhause, Rushour, Streß … nein Danke das hatten wir schon. Das Lohnniveau ist sehr niedrig und die Arbeitsstunden hoch. Also wir würden uns nicht verbessern, da hatten wir es daheim wesentlich einfacher und besser. Die Häuser welche hier gebaut werden, sind allesamt Fertigteilhäuser, doch längst nicht so hoch qualitativ wie bei uns. Wir haben welche Besichtigt, nur rein aus Neugier, die Häuser bestehen aus einer Eternitähnlichen Außenwand, dann 10cm Isolierung und Rigips innen, that´s it. Heizung ist nicht obligatorisch, die Fenster sind nur 2-fach Verglast und das Wohnklima ist dementsprechend unangenehm, die Billighäuser kosten aber auch eine stolze Summe, für ein 60m² Standardhaus bezahlt man 160.000,-€ . Der ganze Immobilienmarkt ist sehr stark überhitzt, auch die Lebenserhaltungskosten sind extrem hoch, deshalb wohnen viele Kiwis auf Booten entweder an Land in einer Werft od. im Wasser. NZ ist leider auch längst nicht mehr so frei wie es mal war, überall wird Sicherheit groß geschrieben, und alles ist sehr gefährlich. Überall sind große Schilder montiert, die auf etwaige Sicherheitsrisiken hinweisen, ist schon sehr gewöhnungsbedürftig. So haben wir uns entschlossen unsere Reise fortzusetzten, unsere Blue Lilly hat uns noch länger an Board und dafür stürzen wir uns mit frischen Elan in den Arbeitseinsatz und machen all die Servicearbeiten, die nötig sind um die Reise entspannt fortsetzen zu können. Wir haben schon viele Arbeiten die auf unserer TO-Do Liste standen erledigt. Das Ruder wurde ausgebaut um das untere Ruderlager zu erneuern. Der Autopilot wurde zum Service gebracht damit er die nächsten 10.000sm wieder seinen Dienst verrichtet. Neue Plexiglasschotten wurden angeschafft. Das ganze alte Antifouling haben wir runtergekratzt in mühevoller tagelanger Kratzarbeit, bei zum Teil strömenden Regen. Wir hatten uns dazu entschlossen die ganze alte dicke Farbschicht zu entfernen und neu aufzubauen. Der Mast wurde nochmals mittels einiger dünnerer Abspannungen verstärkt. Die Scheuerleiste wo sich schon viele Farbblasen gebildet hatten, wird neu beschichtet. Und noch viele andere kleinere Verbesserungen haben wir schon gemacht. Dazwischen gab es ein wiedersehen mit unseren schwedischen Freunden von der SY Bonnie, und neue Freundschaften sind entstanden. Hier in der Boatyard Norsand, befindet sich auch ein schweizer Schiff die SY Robusta, mit Anja und Thomas die beiden haben zur Zeit auch extrem viel Arbeit. Ihr Stahlschiff muss nachdem der Schiffsrumpf zum Teil durchgerostet ist neu geschweißt werden. So treffen wir uns allabendlich nach einem arbeitsreichen, anstrengenden Tag um gemeinsam zu kochen und den Tag zu bequatschen. Nach soviel Arbeit ist nun wieder Zeit zum Ausspannen nötig. Morgen geht es erst mal ab zu unserem langen geplanten Roadtrip durch NZ.

Mastverstärkung

Altes Antifouling muß runter, das bei jedem Wetter, Schmutz- u. Regenschutz ist nötig.

Scheuerleiste neu aufbauen

Neuer Epoxianstrich am Unterwasserschiff

Hannes der (L)An(d)streicher