Wieder zurück im Wasser

Am 30. April war es endlich soweit, noch am Vorabend wurde unser Boot von den Holzböcken wo es die letzten beinahe 6 Monate stand auf den Trailer zum Slip verfrachtet. Kevin vom Boatyard Norsand bewältigte diese heikle Arbeit ganz allein, er kam spät nachmittags mit seinem Stapler und brachte unsere Lilly Stück für Stück auf den Trailer, dann ging es mit dem großen Bagger ab zum Slipbecken wo er uns schon so für die Nacht platzierte, dass er uns am frühen Morgen ins Wasser lassen konnte. Das ganze Prozedere dauerte 2 Stunden, dann war Feierabend, ein letztes Mal treffen wir uns mit unseren Freunden zum abendlichen Grillen und netten Plausch. Immer wieder heißt es in unserem Seglerleben neu gewonnene Freunde wieder loszulassen, jedes mal tut das Abschiednehmen weh, damit machen wir es immer sehr kurz um den Abschiedsschmerz in Grenzen halten zu können. Frühmorgens um 7.00 Uhr, die Sonne geht gerade auf, werden wir mit dem Boot ins Wasser gelassen. Alles klappt super, wir prüfen nochmals die Wellendichtung alles ist dicht, nirgends dringt Wasser ein. Immer wieder sehr spannend nach längerer Stehzeit an Land, die Wasserung des Bootes. Der Motor springt super an und läuft sehr ruhig, unsere Freunde winken und rufen uns noch letzte Grüße zu, dann fahren wir auch schon aus dem Slipbecken raus, wenden uns nach links in Richtung Whangarei Stadt wo wir bereits in der Town Basin Marina einen Platz reserviert haben.

Brücke wurde extra für uns geöffnet, die Autos müssen warten.

geschlossene Brücke im Town Basin

Dazu folgen wir dem Hatea River, funken die Hebebrücke an damit diese für uns aufgemacht wird, fahren unten durch und schon sind wir kurz vor der Einfahrt zur Marina. Es ist alles noch sehr ungewohnt für uns wieder im Wasser zu sein, wir müssen uns erst wieder daran gewöhnen von Wasser umgeben zu sein. Wir genießen nun endlich die Früchte unserer Arbeit, das Boot ist aufgeräumt, alles funktioniert so wie es soll, das ist ein tolles Gefühl. Wir treffen zufällig die Crew der SY Cayenne aus Österreich die sich zur Zeit auch in der Marina eingefunden haben. Es freut uns sehr, Sabine und Hannes die wir schon auf deren Homepage verfolgt haben, persönlich kennenlernen zu können. Nach einigen Tagen in der Marina wo das Wasser doch sehr verschmutzt ist, fahren wir in die nur ein paar Seemeilen entfernte Parua Bay.

Sonnenaufgang in der Parua Bay

In der sehr geschützten Bay gehen wir vor Anker lassen das Dingi zu Wasser, bringen den Motor an. Hannes startet ihn, er springt zwar relativ rasch an, aber er klingt etwas eigenartig. Also Fehlersuche, die Zündkerzen sind ok, der Vergaser alles scheint in Ordnung zu sein, was kann die Ursache dafür sein, dass der Motor einfach nicht so richtig in Fahrt kommen will. Nach einiger Überlegungen kommen wir drauf, dass sich der Sprit im Tank nach einem halben Jahr Standzeit einfach verbraucht hat. Neuer Sprit wird eingefüllt, gestartet und siehe da er läuft super.        Wir starten zum Landausflug und machen einen kleinen Tidenspaziergang. Bei Low Tide können wir über die freigelegte Landmasse  wandern. Es ist ein sehr befreiendes Gefühl, wenn das Schiff super gewartet ist und keine anstehenden Arbeiten auf uns warten. Wir sind zur Zeit das einzige bewohnte Schiff am Ankerplatz, neben uns sind einige Einheimische Boot an Bojen vertaut, aber niemand ist an Board. So verbringen wir ein paar Tage in völliger Ruhe und können uns langsam wieder an die Schiffsbewegungen anpassen. Nur die Vögel besuchen uns in Scharen, frühmorgens zwitschert es rund um uns, die ganze Vogelschar sitzt auf allen Leinen, es gibt kaum eine Stelle die nicht von den Vögeln vereinnahmt wurde, da ich nicht will, das sie das ganze Boot zu kacken verscheuche ich die ganze Meute.  Am Wochenende hat der hiesige kleine Segelclub einen Open Day, so können wir rund um uns viele kleine Boote beim Segeln beobachten. Unsere Freunde von der She-San (Schweiz) treffen auch am Ankerplatz ein, kurzerhand fahren wir gemeinsam an Land und unternehmen einen ausgedehnten Spaziergang der mit einem Sundowner und gutem Essen gemeinsam beschlossen wird. Da in NZ nun schon der Herbst Einzug gehalten hat, ist es auch dementsprechend kühl im Boot, wir brauchen dicke Socken, lange Hose, Pulli und es gibt mal Tee am Schiff, bei uns hat das Seltenheitswert. Das Duschen ist bei den Temperaturen auch nicht so besonders lustig, das Wasser hat nur 17Grad, doch Hannes springt trotzdem ins kalte Nass um sich zu waschen, ich ziehe die Boarddusche vor, ist zwar auch nur kaltes Wasser, aber wenigsten sind wir wieder sauber und riechen gut.