Vanuatu – Insel Tanna

Ankerbucht Port Resolution auf Tanna

Wir sind nun seit einer Woche in Vanuatu auf der Insel Tanna wo wir in Port Resolution vor anker gingen. Port Resolution ist nicht wirklich ein Hafen, es ist lediglich eine große Bucht die nach NE hin offen ist, daher steht auch sehr viel Welle rein, wenn der Wind aus dieser Richtung kommt. Zu Kapitän Cook´s Zeiten im Jahre 1774 war der Ankergrund noch 20 mtr. tief, heute beträgt die Ankertiefe nur noch 3-5 mtr. soviel hat sich die Insel nun gehoben. Die Insel Tanna lebt, denn hier befindet sich auch der Vulkan Mount Yasur, dieser ist nun schon seit mindestens 800 Jahren aktiv, er hat zwei Schlote wobei der südliche Schlot am aktivsten ist, er hat ca. 500 Eruptionen/Tag.

Dusche beim Yachtclub

Der hiesige Yachtclub von Port Resolution, ist kein richtiger Yachtclub der besteht nur aus einer einfachen Hütte und die Yachties können die Duschen benutzen, das haben wir natürlich jeden Tag gemacht, so müssen wir wesentlich weniger Wasser zum Boot schleppen. Stanley vom Yachtclub organisiert uns ein Auto samt Fahrer, zeitig in der Früh geht es los, wir fahren nach Lenakel in das nächste größere Dorf, um dort Geld von der Bank zu holen und am Markt sowie in den kleinen umliegenden Läden unsere Einkäufe zu tätigen. Auf der Fahrt nach Lenakel die bei guten Starßenbedingungen ca.1,5 Stunden dauert kommen wir schon kurz am Vulkan vorbei.

Mount Yasur

Wir sehen seine Hinterseite die sehr friedlich aussieht, wir fahren durch die Aschewüste, überqueren einen natürlich aufgestauten See, wo wir nur noch die Größe des Sees erahnen können und nur ein Canyon übrig blieb, da vor einiger Zeit durch die ständigen Verschiebungen der natürliche Damm brach und sich das Wasser ins Meer ergoss. Danach ging es weiter über sehr holprige Straßen nach Lenakel.

Markt Lenakel

Dies ist ein kleiner verschlafener Ort, doch wir bekommen alles außer Kartoffel die sind hier Mangelware. Eier gibt es zwar zu kaufen, doch der Preis ist sehr hoch, 1 Ei kostet 60 VATU, das sind ca. 48€ Cent, sie werden importiert. Hannes und Klaus (SY Margarete) kaufen eine große Kava-Wurzel ein. Denn hier wird das Kava frisch verarbeitet und nicht so wie in Fiji in getrockneter Form, daher ist der Sud der daraus bereitet wird auch wesentlich stärker und Vorsicht ist beim Trinken geboten, denn schnell kann es zuviel sein, man wird müde, die Zunge, der Mund sowie die Lippen werden taub, bis hin zur Bewegungsunfähigkeit. Wir sind ein paar Tage später noch zur Kava-Zeremonie eingeladen. Doch nach unserem Shoppingtrip geht es für uns am späten Nachmittag ab zum Vulkan Mount Yasur. Der Yachtclubwagen lässt uns am Eingang aussteigen, dann kaufen wir die Tickets ca. 76€/Person, nicht gerade billig, aber was solls, wenn wir schon hier sind wollen wir auf den Vulkan rauf. Jeder muss sich ein Landesschild suchen und mit diesem zuerst zu einem Versammlungsplatz marschieren. Dort werden wir offiziell durch den Dorfchief begrüßt, wobei uns ein ritueller Tanz dargeboten wird. Dieser Tanz soll den Vulkan beruhigen, es wird darum gebeten, dass er uns gut aufnimmt und am Berg nichts passiert. Früher glaubten die Menschen, dass die Seelen der Verstorbenen im Vulkan sind, daher hatten die Menschen große Ehrfurcht vor dem Vulkan. Wir werden noch über die Sicherheit am Vulkan instruiert, dann fahren wir mit dem Geländewagen auf den Berg. Wir hören schon von weitem das Rumpeln der Eruptionen, alle sind wir aufgeregt, für mich geht ein Lebenstraum in Erfüllung, immer schon wollte ich einem aktiven, lebenden Vulkan ganz nahe sein. Die letzten 200 mtr. gehen wir zu Fuß auf den Berg, dann stehen wir nur 100mtr. vom Vulkankrater entfernt. Es ist überwältigend, er hat fünf Schlote wobei der südliche Schlot zur Zeit der aktivere ist, mit 500 Eruptionen/Tag sehr aktiv, der Krater hat eine Durchmesser von ca.300 Metern, und ist 15 Meter tief. Die erste Eruption die wir miterleben, kündigt sich mit einem Knall aus den Tiefen an, gleich darauf schießen heiße, flüssige Lavafetzen in die Luft, es raucht und stinkt, der Wind bläst und die Asche reiselt auf uns nieder.

Urgewalten fühlen, hören, sehen, riechen, einfach grandios-

Es rumort gewaltig unter unseren Füßen und wir bekommen einen ersten Eindruck was sich da abspielt, wenn es tatsächlich zu einem Ausbruch kommen sollte. Wir fühlen uns unglaublich klein und unbedeutend, unsere Mutter Erde demonstriert uns hier ihre Stärke und Größe, mir wird sehr bewusst dass unsere Erde lebt und Mutter Natur einfach einzigartig ist. Der Vulkan wird überwacht zur Zeit hat er Level 2 von 5, bei Level 3 darf man nicht mehr auf den Vulkan, da werden die Lavabrocken zu weit ins Land geschleudert, ab Level 4 wird es für die umliegenden Dörfer sehr gefährlich, bei Level 5 wird evakuiert, bis jetzt war das aber noch nie nötig. Die Menschen leben mit der Natur und dem Vulkan, alle Hütten sind beinahe zur Gänze aus Naturmaterialien gefertigt. Holz, Palmblätter, Bast usw. es gibt auch keine Plastiktüten für unsere Einkäufe, find ich einfach toll, das nenn ich konsequent.

Children´s Day in Tanna

Wir sind eingeladen zum Childrens Day, das ist ein Feiertag, alle Kinder und Eltern kommen zusammen um diesen Tag zu Feiern, wir mitten drin, der Polizist erklärt den Kindern ihre Rechte, die Eltern dürfen sie nicht schlagen, der Lehrer auch nicht, die Eltern sind dazu verpflichtet eine Mahlzeit für die Kinder zur Verfügung zu stellen, jedes Kind hat Recht auf Ausbildung usw. was bei uns beinahe normal erscheint, braucht hier Nachdruck durch die Behörden. Ich lerne die Frau des Lehrers kennen und freunde mich an mit ihr, sie spricht etwas englisch, ich frage nach was benötigt wird, sie zeigt mir ihre Füße die übersät sind mit einer Art Neurodermitis, ich bring ihr nächsten Tag eine Salbe die für solche Sachen gut sein soll, doch ich bin kein Arzt und ich kann nur versuchen zu helfen. Wir bringen ihr auch Kinderkleidung und Lebensmittel worüber sie sich sehr freut und uns im Gegenzug einen Korb voller Obst und Gemüse schenkt.

Fischer Patrik

Die Menschen hier sind sehr aufgeschlossen Fremden gegenüber und wir können einige Kontakte knüpfen, was uns sehr freut, wir versuchen zu helfen wo wir können. Hannes z.B. repariert für Patrik ein Fischer, dessen Harpune, die Leute hier wollen keine Geschenke sie wollen auch geben, so ist es ein Geben und Nehmen, sehr schön zu erleben. Die Kinder sind scheu aber sehr lieb und freundlich, z.B. wandern Hannes und ich zu heißen Quellen, wir fragen nach dem Weg sofort haben wir zwei kleine Jungs die uns durch den Wald den ganzen Pfad lang begleiten und uns zu den Quellen führen. Direkt am Strand befindet sich ebenfalls eine heiße Quelle worin die Frauen mittags das Gemüse kochen. Wir können auch zusehen wir das Nationalgericht Lap Lap zubereitet wird, das ganze Dorf ist auf den Beinen, auf einem großen rechteckigen Kohlefeld werden mit Yams, Brotfrucht, Rind, Schaf, Ziegenfleisch gefüllte Bananenblätter aufgelegt und mit heißen Steinen bedeckt und so gegart. Wenn ein Mensch stirbt, kommt die ganze Verwandtschaft im Dorf zusammen, es wird 3 Tage lang miteinander gelebt, gekocht zusammen gesessen wichtige Dinge besprochen.  Abends sitzen die Frauen beisammen und kochen oder sie fertigen Mappen und Körbe, Taschen aus Palmblättern.

Hannes ist nach dem ersten Schluck Kawa fertig mit trinken, ein Bier ist wesentlich besser.

Kawabar

Die Männer sitzen beisammen und halten Rat wobei Kava getrunken wird, ähnlich wie bei uns im Parlament, kann jeder für seinen Clan das Anliegen vorbringen, jeder darf ausreden, keiner wird unterbrochen, keine Zwischenrufe, sehr diszipliniert und ruhig wird hier über wichtige Dinge entschieden. Wir sind auch zum Kava Trinken eingeladen, abends bei Dunkelheit finden wir uns an der Kawabar ein, es ist bereits alles vorbereitet, das Gebräu ist schon fertig, die Kavawurzeln werden roh gekaut und in einen Topf gespuckt, das können nur die jungen Burschen machen, die haben noch genügend Zähne um die zähe Wurzel zu zerkauen, dann wird Wasser zugegeben und danach gefiltert, so entsteht ein schlammähnliches Getränk, das etwas bitter und schlammig schmeckt. Für uns wurde es im Mörser zerstoßen wurde uns versichert, wir waren nicht dabei, Hannes und ich trinken trotzdem nur sehr wenig, es schmeckt auch nicht richtig, wir sind lieber etwas vorsichtig, denn unser Magen ist nicht an solche Dinge gewöhnt. Die ganze Zeremonie ist für uns sehr gewöhnungsbedürftig, es ist überall stockdunkel, nur ein paar Handy dienen als Licht, die Kavahütte ist sehr niedrig, da die hier lebenden Menschen eher klein sind, wir müssen uns bücken um ins innere der Hütte zu kommen. Rund um uns stehen die Dorfmänner und die mit Kava gefüllte Kokosnussschale geht rum, nach jedem Schluck wird am Boden ausgespuckt. Alles geht sehr ruhig von sich, Jakob einer der Männer erklärt uns alles über die Kavawurzel und deren Gebrauch in Vanuatu. Alles hier in Tanna hat uns begeistert, eine tolle Insel mit freundlichen, offenen Menschen.

Einbaum

es dampft und brodelt in den Quellen

heiße Quellen

Tompete und Pete, 9und 7 Jahre jung unsere Pfadführer.

auf dem Weg zu den heißen Quellen

Kasava und Taro wir gegart direkt am Strand.

Kinder von Tanna

Vulkan Yasur in Aktion

Urgewalten fühlen, hören, sehen, riechen, einfach grandios-

auf dem Weg zum Vulkan.

Markt Lenakel

Der Vulkan im Hintergrund

Auf dem Weg nach Lenakel

Aschewüste, hier war mal der See.

 

Hauptstraße

 

Fischverkauf

stolze Grandma

Jakobeth mit ihrem Sohn

Lazy Day

Yachtclub Port Resolution

Frauen fertigen Taschen an

Es wird gekocht.

Lap Lap Nationalgericht

Stanley vor seinem neuen Haus