Inselhopping in Vanuatu

Insel Erromango – Efate – Emae – Epi – Malekula – Espiritu Santo

Wir bewegen uns mit dem Schiff schön langsam von Insel zu Insel in Richtung Norden. Auf jeder Insel werden wir willkommen geheißen, die Menschen hier begrüßen uns mit Handschlag und er üblichen Fragen, woher wir kommen wohin wir wollen, sie sind überaus interessiert an den Geschichten die wir erzählen, lachen und freuen sich darüber. Überhaupt fällt uns auf, dass die Menschen keinerlei Hektik haben alles wird erledigt aber langsam ohne Stress und die Augen der Leute sprechen Bände, denn diese Leuchten uns an wie Sterne, sie sehen so glücklich und zufrieden aus wie kaum woanders auf dieser Welt, sehr erstaunlich für uns. Sie haben so wenig, teilen das Wenige noch gerne, natürlich haben die Menschen hier auch ihre Themen, genauso wie wir, aber es wird nichts so tragisch genommen wie bei uns, es ist eine völlig andere Lebenseinstellung, ich versuche mir wieder mal was abzuschauen und in meine Leben zu integrieren. Die Kinder sind ein wenig scheu doch sehr neugierig, immer wieder möchten sie mich angreifen und auch mein Haar anfassen, da dieses glatt und lang ist ganz im Gegensatz zu ihrem Haar das kurz und krauss und in Unmengen am Kopf wuchert. Wir können uns gut verständigen, denn es wird in der Schule zusätzlich zur Muttersprache Bislama auch englisch oder französisch unterrichtet. Bislama ist eine witzige Sprache, denn die Wörter werden teilweise geschrieben wie wir die englischen Wörter aussprechen. Es gibt auf den Inseln 110 verschiedene Bislama-Sprachen und diese werden auch Hauptsächlich gesprochen. Vanuatu ist noch ein Steuerparadies, es gibt keine Einkommenssteuer, Körperschaftssteuern oder Kapitalertragssteuern was dazu führt, dass führende Betriebe das Land zur Steuerflucht benutzen. Das Land wird noch zum größten Teil landwirtschaftlich genutzt, es wird Kopra, Erdnüsse, Bananen, Kräuter und Kawa angebaut. Zum Teil gibt es Rinder- u. Schweinezucht wobei das Rindfleisch sehr gute Qualität aufweist und auch zum Teil exportiert wird. Auch geringe Mengen an Kakao und Kaffee wird angebaut. In den Dörfern wird Kopra in ganz einfachen Trocknungshütten getrocknet, dazu wird in die Erde ein längliches Loch gegraben darüber wird eine Hütte mit einer geraden Fläche gebaut, in dem Loch wird Holz verbrannt um so das obenliegende Kokosnuß-fleisch zu trocknen. Wir treffen einen Farmer der uns den Vorgang des Trocknens erklärt und uns auch eine Kakaofrucht zum kosten gibt, die Kakaofrucht ist im reifen Zustand orange. Schneidet man sie auseinander kommt ein weißes, weiches Fruchtfleisch zum Vorschein, das durchsetzt ist mit den Kakaobohnen. Wir lutschen das Fruchtfleisch von den Kakobohnen und es schmeckt tatsächlich ein ganz wenig nach Kakao. Die Frauen erzeugen Kokosmatten sowie viele verschiedene Taschen in mühsamer Flechtarbeit aber sehr flink. Hier wird einfach alles gebraucht das man geben kann, der Tauschhandel ist hier noch sehr verbreitet, auch wir tauschen immer wieder Kleidung, Fischerhaken, Reis, Salz, Klopapier usw. ein gegen Früchte und Gemüse. Ich schenke manchen Kindern Sachen von meinen eigenen Kindern, und sie haben eine Riesenfreude damit. Wir unternehmen viele Wanderungen um mehr von den Inseln zu sehen und erleben dabei immer wieder die unglaubliche Gastfreundschaft der Inselbewohner, wir werden wiederholt zum Essen eingeladen, einfach so, sie erwarten keine Gegenleistung, sie wollen schwatzen und was erfahren wie es anderswo zugeht. Wir erfahren dass z. Bsp.: hier eine Frau noch gekauft werden muß, verlieben sich zwei, so machen die jeweiligen Väter den Handel, ist der Vater der Braut einverstanden mit der Wahl seiner Tochter, so muß der Vater des Bräutigams zuerst das Mädchen blocken, d. h. er muß eine Art Anzahlung meist ein Schwein machen, dann sind sich die Beiden versprochen, kommt es dann zur Heirat wird der Rest des Wertes fällig, wo dann ein großes Fest gemacht wird und das Schwein geschlachtet wird. Auf Efate erklimmen wir ein Wrack eines Schiffes, das beim Cyclon vor Anker lag und aufs Riff gedriftet ist. Im zweiten Weltkrieg wurden hier viele Schiffe und Panzer versenkt, ein findiger alter Vanatuer hat ein kleines Museum installiert, Hannes schaut es sich an, doch außer vielen verschieden Colaflaschen gab es nicht viel zu sehen. Doch es gibt viel Tauchspots wo man Wrak-tauchen kann, wie hier in Espiritu Santo wo am sogenannten „Million Dollar Point“ Unmengen an Kriegsgerät versenkt wurde. Auch liegt hier die SS President Coolidge, die im Oktober 1942 auf zwei amerikanische Mienen auflief und dadurch gesunken ist, dies ist einer der besten Wracktauchgänge im ganzen Pazifik, für uns leider nicht, da fehlt uns die Erfahrung, doch ein befreundeter Segler aus Australien betaucht das Wrack und ist begeistert. Ich kann gar nicht so viel erzählen, bei all unseren Erlebnissen, würde das hier den Rahmen sprengen, doch Bilder sagen mehr als Worte…