Salomonen Inseln

Von Vanuatu segelten wir weiter zu den Solomon Islands, diese Inselgruppe liegt östlich von Neuguinea. Bekannt sind die Inseln für ihre Schnitzereien und auch wegen der Tauchspots, denn hier liegt eine Menge Kriegsgerät aus dem 2. Weltkrieg am Meeresboden. Wir interessieren uns mehr für die Schnitzarbeiten. Wir segeln zuerst nach Russel Island zum Ort Yandina, denn dort wollen wir einklarieren. Wir erreichen den kleinen Ort nach einer angenehmen Überfahrt, schmeißen den Anker ins klare sehr tiefe Wasser (20mtr.) und machen uns zu Fuß auf zur Polizeistation, doch mitten am Weg kommt plötzlich ein Jeep daher, der prompt stehen bleibt und uns mitnimmt, es ist die Polizei die gerade zur Station zurückfährt und uns gleich mitnimmt. Auf der Polizeistation wird uns erklärt, dass wir nicht einklarieren können, denn es gibt nichts mehr auf der Insel, nachdem die große Kopra-Fabrik ihre Produktion eingestellt hat, ging auch die ganze Infrastruktur den Bach runter. Die Polizistin ist sehr freundlich, sie erklärt uns wir können trotzdem bleiben alles kein Problem. Wir laufen noch durch den sehr verarmten Ort, und unsere Stimmung sinkt, denn die Menschen hier haben keinerlei Zukunft, alles was von der einst großen Fabrik noch übrig ist verrostet und verrottet in der tropischen Hitze. Die Insulaner haben ihre Arbeit verloren, die Menschen sind neugierig, freundlich doch wir spüren eine Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit die uns beinahe erdrückt. Deshalb verholen wir uns Tags darauf in eine kleine Bucht (Lingatu Cove), wo wir freudig von vielen kleinen Kindern die ganz neugierig mit ihren Booten zu uns gepaddelt kommen, begrüßt werden. Hier ist zwar auch das winzige Dorf und die Leute sehr arm aber sie sind fröhlich und heißen uns willkommen. Hannes spielt Gitarre und die Kinder in den Booten klatschen, singen mit wir haben richtig Spaß zusammen. Immer wieder paddeln sie zu uns und wollen mit uns Obst und Gemüse tauschen. Wir geben Reis, Zucker, Angelhaken, Salz, T-Shirts, Nägel, Sonnenbrillen alles wird hier gebraucht und bekommen dafür frische Kokosnüsse, Papayas, Bananen, Frühlingszwiebel, Tomaten, Paprika, Auberginen. Wir verbringen dort einige wunderschöne Tage, dann brechen wir auf zur nächsten Insel nach New Georgia. In Mbili gehen wir vor Anker, kaum ist der Anker unten besucht uns schon ein Mann in seinem Einbaum stellt sich vor und fragt ob wir Schnitzereien kaufen wollen, wir vertrösten ihn auf den nächsten Tag, denn es ist schon spät und wir sind müde von der Fahrt. Wir vereinbaren 9.00Uhr morgen, dass er zu uns aufs Boot kommen soll mit seinen Kunstwerken, und tatsächlich ist er pünktlich zur Stelle, mit einigen schweren Taschen kommt er zu uns. Er präsentiert uns seine Handwerkskunst, es sind wirklich sehr schöne Schnitzarbeiten dabei, Masken, Krokodile, Schüsseln, Fische, Stingray, viele davon sind mit wunderschönen Einlegearbeiten verziert. Wir verhandeln mit ihm, es dauert nicht lange kommt der nächste Schnitzer daher, und will uns seine Arbeiten zeigen, das geht dann im ½ Stunden Takt dahin, den ganzen Tag über sind wir beschäftigt mit den Schnitzern bis es uns dann zuviel wird, wir wollen uns die Sachen ansehen aber nicht mehr bei uns am Boot, wir vereinbaren für den nächsten Tag an Land mit den Schnitzern einen Termin. Dort ist es für uns dann wesentlich leichter, denn alle Schnitzer präsentieren ihre Sachen auf einmal, wir können zwischen den Sachen flanieren alles ansehen und dann den Preis oder das Tauschmaterial mit den Männern aushandeln. Wir erstehen einige wirklich wundervolle Schnitzarbeiten, wesentlich mehr als wir vorhatten. Weiter geht es für uns nach Liapari Island wo ein Neuseeländer eine kleine Marina betreibt, er hat allerlei Werkzeuge da er die Powerboote repariert und auch restauriert, wir lassen den Ring für den Spibaum bei ihm nachschweißen, denn die Schweißnaht ist etwas aufgerissen. Wir lernen die Crew der SY Barca Pulita kennen, das italienische Ehepaar segelt schon seit 30 Jahren, Carlo und Elisabetta haben einige Bücher über ihre Segelreisen geschrieben und Filme gedreht, wir haben ein Buch von Ihnen an Board welches uns die Beiden Signieren. Sie bereiten am Sonntag zum Lunch eine typisch italienische Pasta, zu der wir eingeladen sind, mmmh köstlich, wir schwelgen in den kulinarischen Köstlichkeiten Italiens. Wir besuchen das nahegelegene Dorf, sprechen mit den Menschen, jedes mal wenn die Leute den Mund aufmachen, gruselt es uns, denn der gesamte Mund sowie die Zähne sind blutrot verfärbt. Viele der hier lebenden Menschen kauen traditionell die Betelnuss. Diese Nuss hat eine berauschende Wirkung und ist stark Krebserregend. Die Leute kauen die Nuss und spuken überall wo sie sich befinden den roten mit Speichel vermischten Saft aus, was dazu führt, dass überall rote Flecken am Boden verstreut sind. Wenn wir die Möglichkeit haben versuchen wir die Menschen über die giftige Pflanze aufzuklären und ein wenig Bewusstseinsbildung zu betreiben, aber wir haben wenig Hoffnung dass das etwas bringt, denn das Kauen der Betelnuss ist weitverbreitet und natürlich auch ein Geschäft.  Es gibt sogar ein kleines Häuschen wo ausschließlich Betelnuss verkauft wird. Es sind sehr einfache Menschen hier, die wenig bis gar kein Einkommen haben und im Familienverbund leben.