Niningo ein einames Atoll (PNG)

In Kavieng angekommen, versuchten wir unsere Vorräte wieder aufzufüllen. Dies war ein etwas schwieriges Vorhaben, denn die Versorgungssituation in PNG ist nicht die Beste. Wir bekamen zwar frische Früchte und Gemüse am Markt aber Zwiebel und Eier waren überall aus und einfach nicht zu bekommen. In einem Shop wurden einzelne Zwiebelknollen für einen unglaublich hohen Preis verkauft, da verzichte ich dann lieber drauf. Der Knoblauch wurde auch in einzelnen Zehen verkauft. Eier bekamen wir nur indem wir bei einem Kiosk nachfragten, der gekochte Eier verkaufte, dieser hatte für den Straßenverkauf noch ein Lagerkontingent an Eiern vorrätig, wir schwatzen dem Kioskmanager 30 Eier ab, man muß schon sehr findig sein um an die wenigen verfügbaren Vorräte zu kommen. Wir mussten unsere Vorräte für mindestens 1 Monat aufstocken, da wir von Kavieng nach Niningo (450sm) weitersegeln wollten, und von dort aus nochmals 1400sm nach Davao (Phillipinen) zu segeln hatten. Niningo ist ein kleines sehr einsames Atoll weit weg von der Hauptinsel von PNG mitten im Pazifik. In Niningo kommt z. B.: niemals ein Versorgungsschiff, die Inselbewohner versorgen sich mit Früchten und Gemüse soweit selbst durch Eigenanbau. Doch Reis, Mehl, Zucker usw. wird natürlich auch benötigt, das wird zum Teil von Schmugglern in kleinen Schnellbooten gebracht und teuer verkauft, wenn es gar nicht mehr anders geht, fahren die Inselbewohner mit dem Speedboot, die 150sm bei jedem Wind und Wetter nach Wewak zur Hauptinsel von PNG. Dort laufen sie Gefahr so wie wir auch von den Banden ausgeraubt zu werden, also ist diese Art des Einkaufens mehr als gefährlich. Die Fahrt selbst ist nicht gerade ein Honigschlecken, und dann noch die kleine Stadt Wewak wo Diebsbanden ihr Unwesen treiben. Wir verschenken deshalb beinahe all unsere Reis, Zucker, Salz und Mehlvorräte sowie eine Menge Kleidung. Es wird einfach alles benötigt. Die Menschen hier betreiben Handel mit Seegurken, dazu wird in der Nacht ans Riff rausgefahren und dann nach den Seegurken getaucht, die Taucher machen das alles ohne Sauerstoffflaschen, sie haben nur Flossen und Taucherbrille sowie Taschenlampen um sich unter Wasser bei Dunkelheit zurecht zu finden. Jede Nacht wird getaucht, die Seegurken werden dann ausgewässert und in einer Blechtonne ausgekocht, danach werden die Seegurken auf Holzbalken in der Sonne zum Trocknen ausgelegt. Die getrockneten Tiere werden in Säcke abgefüllt, einmal in der Woche kommt ein Händler und kauft die Ware, die dann weiter nach China exportiert wird, wo die Tiere als Delikatesse verkauft werden. So verdienen die Insulaner ihr Geld, harte, gefährliche Arbeit die zudem immer schwieriger wird, denn durch die jährliche Seegurkensaison werden die Bestände drastisch dezimiert und die Taucher müssen immer weiter raus um Seegurken zu finden. Wir werden gleich bei unserer Ankunft herzlich Begrüßt, Oscar mit seiner Frau Karen laden uns zum Dinner ein. Wir laden sie im Gegenzug zum Frühstück bei uns an Board ein. Wir werden versorgt mit fangfrischem Lobster, Kokosnüssen, Kürbis und Bananen. Um zu feiern, dass wir da sind, will Oscar ein Schwein schlachten, dazu fahren wir ca. 1 Stunde mit dem Motorboot auf eine kleine Nachbarinsel, wo nur eine Familie lebt, und das nur zur Seegurkensaison ansonsten ist die Insel unbewohnt. Oscar hat dort 3 Schweine und einige Hühner die frei herumlaufen. Auf der Insel angekommen wird das Schwein eingefangen, an den Vorder und Hinterfüßen zusammengebunden und mittels eines Holzastes zum Boot transportiert. Das Schwein wird aufs Boot verfrachtet und mit vielen Kokosblättern abgedeckt damit es in der heißen Sonne nicht kollabiert. Dann werden noch 3 Hühner eingefangen, deren Füße ebenfalls zusammengebunden werden, dann halten die Hühner ganz still und kommen mit uns aufs Boot. Tags drauf werden dann das Schwein und die Hühner geschlachtet und sofort weiterverarbeitet. Das große Fest kann beginnen, die ganze Familie (Bruder, Schwester, Onkel, Tanten) sind eingeladen, wir bringen Kuchen mit, es ist wirklich ein wahres Festessen. Wir schnorcheln, machen Inselrundgänge und Hannes wird immer wieder gefragt ob er Solarpaneele reparieren kann, was er dann auch macht. Die Inselbewohner bauen aus Naturmaterialien ihre Auslegerkanus mit denen sie zwischen den einzelnen Inseln im Atoll herumsegeln. Wir machen mit Oscar eine Ausfahrt, die Boote sind sehr schnell am Wasser unterwegs, die kleinen Kinder spielen mit selbstgebastelten Segel herum, sie lernen das Segeln mit den Auslegerbooten schon von klein auf. Dementsprechend gut und sicher segeln sie die Boote auch. Wir verbrachten eine wundervolle Zeit auf dem Atoll mit den freundlichen Menschen die uns mit ihnen Leben ließen und uns überaus zuvorkommend behandelten. Leider mussten wir uns dann nach 14 Tagen weiter auf den Weg machen, es hieß Anker auf, der Seeweg zu dem Phillipinen lag vor uns.