Juni – Juli 2014

31.07.14 Hurra, wir haben unser langersehntes, hart erarbeitetes Ziel erreicht, wir sind nach gesamt 1377 sm (ca.2470km) angekommen. Nachdem wir heute nochmal ordentlich nass geworden sind, aber wir konnten bei gutem Wind beinahe die ganze letzte Wegstrecke segeln, war zum Abschluss noch ein schönes Geschenk des Wettergottes.

Duino Hannes L&H R&H Robin

 

Impressionen der letzten Tage:

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30.07.14 freier Tag, wir schlafen seit Wochen wieder mal so richtig aus, ist das herrlich!

29.07.14 Die Wetterprognosen sagen nichts gutes voraus, Gewitter u. Starkregen, wir überlegen ob wir auslaufen sollen oder nicht. Die gemeinschaftliche Entscheidung ist dann schlussendlich auslaufen und soweit fahren wie wir können um unserem Ziel näherzukommen. Wieder erwarten haben wir kein Gewitter, guten Wind und nicht allzu starken Seegang. Nur eine etwas ungute Welle von hinten, das Schiff rollt ziemlich stark. Plötzlich bilden sich doch dunkle Wolken wir wollen in einen Hafen bei Caorle, die Ansteuerung ist heftig, da ein unbeschreiblicher Schwell bei der Einfahrt steht, sowie starke Strömung. Dann endlich sind wir drin, und die Marina hat ein Tor vor das geschlossen ist, ich funke vergeblich, keiner meldet sich und das Tor geht auch nicht auf. So entschließen wir uns wieder rauszufahren, was nun? Wir fahren weiter, nun Richtung Lignano. (Punta Tagliamento) Hier haben wir mehr Glück, wir sind um 18.00 an Dalben festgemacht und freuen uns noch einen angenehmen Abend zu haben. Wir beschließen einen Tag pause zu machen, da am Mittwoch viel Regen und Gewitter angesagt sind.

28.07.14 Nun verlassen wir Rimini, und steuern Richtung Albarella. 74sm

16.07.14 – 17.07.14 Wir fahren von Korinth nach Levkas, passieren dabei die längste Hängebrücke der Welt, und kommen vom Golf von Korinth in den Golf von Patras. Nachtfahrt 149sm liegen hinter uns, wir sind glücklich in Levkas angekommen.

18.07.14 Sind heute Richtung Korfu unterwegs, ich bin am Ruder, plötzlich ein Schlag am Steuerrad, es bricht mir nach Steuerboard aus, lenke zurück, blicke gleich nach hinten was da los ist, im Augenwinkel sehe ich ein dunkles graues etwas vom Schiff wegtreibend. Doch ich erkenne mit Schrecken und großem Staunen, das ist kein Fisch, das ist eine große Meeresschildkröte. Ich werde diesen Augenblick nie wieder vergessen, das Tier war ca. 1 Meter im Panzerdurchmesser, hatte die Füße nach oben gestreckt, wir sahen den Bauch vom Panzer den Kopf in unsere Richtung gedreht. Wir haben mit unserem Schiff doch tatsächlich eine Schildkröte gerammt, ich blicke überall hin und her ob ich irgendwo Blut entdecken kann, sehe wieder zur Schildkröte die immer noch mit dem Bauch nach oben schwimmt und in unsere Richtung blickt, beobachte das Tier ob es lebt. Nach einiger Zeit habe ich die Gewissheit, dass es ihr gut geht, aber die Schildkröte dürfte genauso geschockt gewesen sein wie ich. Es ist schon eigengenartig, wir versuchen immer wieder einen Fisch zu fangen, aber nichts, und dann so unerwartet mitten im Mittelmeer so ein Prachtexemplar einer Meeresschildkröte, hätte nicht gedacht, dass es da solche Tiere noch dazu in der Größe überhaupt gibt. Hoffentlich geht es dem Tier nun wieder gut. Wir sind nach 70 sm in Korfu angelangt, es ist bereits kurz vor 20.00 Uhr, wir wollen noch Tanken, fahren auf die Tankstelle zu wo noch Betrieb herrscht, doch genau vor unserer Nase sperrt der Tankwart zu und verlässt das Gelände. Wir funken die Marina an, die kommen auch und nach langem hin und her, dürfen wir bei der Tankstelle stehenbleiben, übernachten, gleich früh morgens tanken und dann wollen wir wieder los. Morgens kommt der Tankwart auch, wir tanken, und die Marineros stehen auch wieder da, wollen tatsächlich für die Übernächtigung Geld von uns haben. Wenn wir das gewußt hätten, wären wir noch am Abend in der nahe gelegenen Bucht vor Anker gegangen, tja was soll´s, wir haben wieder was dazugelernt.

19.07.14 – 20.07.14 Nachdem uns die Tankerei leider aufgehalten hat, starten wir erst um 9.00 Uhr zu einem sehr langen Törn, 162sm liegen vor uns, wir wollen nach Brindisi (Italien) überstetzen. Zuerst kommen wir auf der griechischen Seite noch ganz gut voran, können ein wenig selgen, dann schon auf albanischer Höhe, kommt massiv Wind auf, und das genau wie soll es auch anders sein auf die Nase des Schiffes, wir haben Spitzen mit 35 kn Wind, wir kämpfen 3 Stunden gegenan, kommen nicht von der Stelle, die Zeit läuft, endlich dreht der Wind etwas nimmt auch ein wenig ab, nach 1 Stunde ist er komplett eingeschlafen. Es ist echt verrückt, zuerst haben wir Wind aus der falschen Richtung, dann gar keinen mehr. Also Motor an. Die ganze Nacht durch kein Wind, erst gegen 9.00 Uhr morgens kommt Wind und wir können segeln. Ist herrlich die plötzliche Stille nach dem stundenlangen Motorengeräusch. 19.30 Uhr abends – hurra hurra wir haben es tatsächlich geschafft wir sind in Brindisi, abgekämpft, müde aber da wo wir hinwollten.

21.07.14 Ausgelaufen aus Brindisi, Wetterberichte gecheckt, alles ok dachten wir. Gegen 12.00 Uhr nimmt der Wind immer mehr zu, die Wolken türmen sich auch immer rascher dem Himmel entgegen, Gewitter ziehen auf und wir mittendrin. Lokaler Gewittersturm 52 kn Spitze, wir können nichts anderes tun als zu versuchen die ganze Sache abzuwettern. Und uns in Richtung der wenigen hellen blauen Flecken am Himmel auszurichten. Endlich nimmt der Wind ab, und wir können unsere Fahrt nach Monopoli fortsetzen. Wir werden für unsere Mühen belohnt, machen am Stadtpier längsseits fest. Wunderschönes Monopoli, wir durchstreifen die Altstadt und sind mit der Welt wieder zufrieden.

22.07.14 Nächste Etappe Trani, wieder örtliche Gewitter, wir weichen so gut es uns irgendwie gelingt aus. Unsere Nerven sind gespannt wie Drahtseile, immer den Himmel die Küste beobachtend, ob uns die Gewitter die rund um uns niedergehen mit voller Wucht erwischen oder ob wir uns möglichst durchschwindeln können. Überall gehen Blitze nieder, gefolgt von gewaltigen Donner, es regnet und der Himmel ist schwarz. 50sm sind nach einem langen aufregenden Tag geschafft. Fest in Trani.

23.07.14 Wir starten um 07.30 wieder los, geht ganz gut, aber um 08.30 braut sich Steuerboardseitig schon wieder ein Gewitter zusammen. Wir halten uns so gut es geht frei davon. Wir wollen hoch  nach Vieste, es kommt Wind auf und wir können segeln. Am späten Nachmittag kämpfen wir wieder gegen den Wind an. Um 17.30 liegen wir vor Mooring in Vieste.

24.07.14 – 25.07.14 Weiter geht es wieder mal mit einem langem Tag und einer Nacht wo wir durchfahren wollen um Meilen machen. Können gut segeln, wir haben in der Bilge immer wieder Wasser, es ist ölig und schmeckt salzig. Wenn wir harte Schläge am Rumpf abbekommen, wenn das Schiff tief mit dem Bug ins Wasser eintaucht dann ist Wasser da und wir müssen rausschöpfen. Wir suchen ein Leck, doch wenn wir tatsächlich ein Leck hätten, müsste der Wassereintritt rascher von sich gehen so vermuten wir und beruhigen uns selbst damit etwas. Ich sehe im Vorschiff im untersten Schapp nach, da steht auch Wasser, wir suchen fieberhaft weiter, wechseln uns immer wieder bei der Suche und dem Steuern ab. Wir haben alle Schapps aufgerissen, das Wasser kann nur vom Ankerkasten kommen. Wir bekommen ein wenig Panik, wo liegt die Ursache? Alles durchsucht, beim Positionslicht geht die Leitung über ein Loch in den Ankerkasten, da war doch mal eine Dichtung drauf, die ist jetzt weg, muß wohl den letzten Sturm nicht überstanden haben. Hannes dichtet behelfsmäßig die Stelle ab. Wir sind beruhigt, wir wissen nun wo das Problem liegt und können damit umgehen, es wird uns zwar bis zu unserem Ziel begleiten, aber es ist berechenbar geworden. Ein weiterer Punkt auf unserer To Do Liste für den Herbst. Inzwischen wurde es Abend und wir bereiten uns für die Nachtfahrt vor, alles wird wieder zurechtgelegt in Griffweite gebracht. Rettungswesten, warme Kleidung, Taschenlampe, Stirnlampe für den Kopmass mit der wir Notdürftig diesen beleuchten, da das Licht am Kompass auch nicht mehr mag. Und es wird wenn es so bleibt eine ruhige Nacht, der Wind schläft ein, das heißt Motoren, und für die jeweilige Freiwache schlafen. Wir kommen gut voran und nach 162sm sind wir um 15.30 in Porto Civitanova, eine kleine private Marina. Sehr günstig und nett.

26.07.14 Um 05.00 Uhr starten wir in Richtung Cattolica, um 11.00 stehen schon wieder Gewittertürme  an der Küste. 12.30 Uhr lokale Gewitter, 25kn Wind von hinten, wir lassen uns vor dem Wind herschieben, die Welle ist einigermaßen zu ertragen bis auf ein paar böse Querschläger. Wir wettern ab, entscheiden uns um 14.30 Uhr nicht weiter nach Cattolica zu fahren, da in diese Richtung alles schwarz ist und noch schwärzer wird. Wir sind ganz in der Nähe von Pesaro, also dort hin um uns vor dem nächsten drohendem Gewitter zu retten. Wir laufen in Pesaro ein, suchen eine Stelle wo wir anlegen können, der Wind ist nun schwach, doch es sieht jetzt hier auch ganz dunkel aus. Wir ahnen Schlimmes. Doch bei der Marina ist über Funk keiner zu erreichen, und ein Marinero der uns mit der Mooring helfen könnte ist auch nicht in Sicht, kein Mensch weit und breit, also wieder raus aus dem Marinahafen. Es ist vorgelagert eine Art Werfthafen, wir versuchen es da, seitlich liegt ein Küstenwacheschiff, ein Besatzungsmitglied lehnt an der Kajüte wir schreien zu ihm hinüber wo wir anlegen können. Er meint vor dem riesigen Fischkutter könnten wir längsseits gehen, sollen uns aber beeilen, der Wind wird gleich auffrischen. Wir suchen uns das Loch, aber just in dem Moment braust der Wind auf wir haben im Hafen plötzlich aber wirklich plötzlich 62kn Wind. Der Wind streicht die Wasseroberfläche vor sich her, dass diese ganz glatt wird, uns ist ganz Angst und Bange zumute, wie sollen wir es schaffen unter diesen Bedingungen anzulegen?! Es hilft nichts da müssen wir durch, wir dampfen ein in die Vorspring, der Wind drückt uns an die Hafenmauer, jeder Handgriff muß sitzen, der Hafenmeister und die Küstenwache nehmen uns die Leinen an. Alles geht ganz schnell, wir sind fest. Wow das war Action pur, die Küstenwache bittet uns um die Papiere, der Aufforderung kommen wir natürlich sofort nachdem wir unser Schiff ordentlich vertaut haben nach. Er erklärt uns, dass auch sie selbst absolut von den Wetterkapriolen überrascht wurden, denn es war laut Wetterberichten alles in Ordnung. Nicht einmal der Militärwetterdienst konnte dieses Wetter vorhersehen. Wir durften die Nacht dort verbringen, mussten aber Funkbereit bleiben, da es möglich wäre, dass sie uns verlegen müssen. Es ging ein ordentlichen Gewitter nieder, mit Sturmböen und Starkregen. Gut dass wir es noch halbwegs rechtzeitig in den schützenden Hafen geschafft haben.

27.07.14 Wir laufen um 06.30 Uhr aus Pesaro aus, wir wollen weiter nach Porto Corsini. Wir arbeiten uns wieder zäh gegen den Wind voran, da wir kaum vorankommen, entscheiden wir nach Rimini zu gehen. Wenige Seemeilen gemacht nur 24 aber was soll´s immer noch besser als im Wind zu stehen. Dafür lassen wir es uns in Rimini gut gehen, wir verspeisen endlich eine Pizza auf die wir schon seit Tagen große Lust hatten. Hmm lecker!

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27.06.14 Abflug nach Dalaman, zuerst mit der Bahn von Salzburg nach München Flughafen, dann mit der Tui nach Dalaman, weiter mit dem Taxi nach Marmaris.
Dort angekommen, zuerst suchen wir unser Schiff, da der Marinero einen falschen Platz genannt hat, endlich unser Schiff, es ist noch heil, steht noch am selben Platz wie wir es voriges Jahr verließen.
28.06.14 Schiffsputz ist angesagt, innen und außen, eine Maus hat es sich offensichtlich in unserer Abwesenheit gemütlich gemacht. Aber die haben wir nicht mehr gefunden, nur noch die Kotspuren.

29.06.14 Sämtliches Inventar gesichtet geordnet, diverse Rollen ausgetauscht, usw…..
30.06.14 Letzte Vorbereitungsarbeiten da wir schon früher als ursprünglich geplant ins Wasser wollen, also jeden Tag harte Arbeit bei 35° Celsius im Schatten, schwitzen íst angesagt, alles sehr sehr anstrengend bei der Hitze aber wir haben ein Ziel ab mit dem Schiff ins Wasser, weg vom heißen Asphaltplatz. Motortest ok, Batterien ok…, Tankdeckel lässt sich nicht öffnen, alles versucht keine Chance, lassen uns von den Schlossern in der Marina neuen Tanköffnungsschlüssel machen, ist super toll geworden, hat 50€ gekostet, huch wir können Tanken.
01.07.14 Krantermin, pünktlich kommt der große Kran, das Schiff wird aufgeladen, dann ins Wasser gelassen, große Herausforderung für uns, erste Wasserung. Hannes startet den Motor, aber oh Schreck der Motor will nicht anspringen. Ein hilfsbereiter deutscher Seglerkollege Uwe hilft sofort, Problem gelöst bei der Impellerpumpe fehlte die Dichtung, Not macht erfinderisch, hab meine Gesichtscreme zum Eindichten gesponsert, ha und siehe da der Motor läuft. Dann raus aus dem Kranbecken, einparken mit viel Angstschweiß, dass ja alles klappt. Doch wie sich herausstellt sind wir drei ein gutes Team. Erfolgreich und sicher am Steg. Bravo Hannes.
02.07.14 Segel klarmachen zum aufriggen, Problem beim Großsegel ist ein Mastrutscher gebrochen, also zusammen packen auf nach Marmaris mit dem Dolmus-Taxi, alle Geschäfte abklappern, hurra endlich einer hat das passende Teil. Zurück Einbau des Neuerwerbes. Möchten gerne das Vorsegel setzten, geht nicht der Meltemi hat uns fest im Griff, es Bläst aus allen Rohren.
So haben wir alle Restarbeiten gemacht und auf besseres Wetter gewartet. Denn laut Wetterbericht wär der 05. Samstag gut zum Losstarten.
04.07.14 um 6.00 lässt pözlich der Wind nach, wir raus aus den Betten, rauf aufs Deck, wir wollen das Vorsegel endlich raufgeben, doch kaum sind wir soweit bläst der Wind schon wieder.
05.07.14 endlich hat der Wind nachgelassen, 6.00 Früh wir haben unser Vorsegel aufgezogen. Alles fertig, zur Marina alles bezahlen um 10.00 geht die Fahrt los, unser erstes Ziel, Bozukkale

06.07.14 Frühmorgens um 7.00 geht es los Kurs auf Dacta. Können leider nicht Segeln, da Wind zu wenig und genau aus Kursrichtung. 11.20 Uhr Motor macht plötzlich Probleme, scheint als ob er keinen Sprit bekommt.Wir können zwar jetzt segeln, aber das Thema Motor macht uns Sorgen. Da der Wind schwächelt wir haben noch 5sm bis zum Ziel. 13.50 Motor wieder an, wir quälen uns mit Bangen Gefühlen bis Dacta durch, dauernd stottert der Motor.Wir laufen in Dacta ein und unser Glück ist  uns Hold ein bekannter Segler aus Marmaris empfängt uns schon er sagt uns wo wir am Besten Ankern können. „Iki“ hilft uns den Motor zu reparieren. Anscheinend konnte der Motor durch einen Schlauch wo die Klemme nicht richtig angezogen war Luft ziehen. Wir sind happy alles gut. Täglich lernen wir neue Dinge dazu, es ist wahnsinnig spannend.

07.07.14 Ausklarieren aus der Türkei, unser nächstes Etappenziel Knidos wir übernachten wollen und dann weiter nach Kos. Doch wie es oft so im Leben ist kommt es anders als man denkt! Wir hätten beinahe unseren Anker verloren, der Splint des Ankerbolzens ist durchgerostet, Bolzen wäre fast rausgefallen. Also Robin ans Steuer, Hannes und ich bergen den Anker ins Cockpit, Improvisation ist alles, wir zaubern einen neuen Bolzen mit einem Inox-schrauben. Derweil spuckt unser Motor schon wieder, und während Hannes die 12V-Bohrmaschine ansteckt fällt uns die Elektronik auch noch aus. Kartenplotter und Positionslichter sind finster. Ups was nun? Wir gehen auf Ursachensuche, finden aber nichts. Ich hab die ganze Zeit schon immer mit den Karten die Kurse mit den Plotter kontrolliert, also hab ich nun schon etwas Übung bei der Navigation so entschließen wir und Pamalut anzusteuern und fiebern, dass der Motor bis dort hin durchhält! Geschafft wir liegen am Kai mit Moorings. Jetzt organisieren wir uns einen Mechaniker, der kommt auch prompt, baut den Kraftstofffilter aus, der war total verdreckt, wir hatten sogar den richtigen Ersatzteil an Board. Die Zeit läuft wir müssen binnen 24 Stunden nach dem Ausklarieren die Türkei verlassen.

08.07.14 Um 05.45 ausgelaufen aus Pamalut mit Ziel Kos. Motor ist ok. Und über Nacht wie von Zauberhand geht die Elektronik wieder. Wir können endlich segeln, aber in Richtung Kos steht eine unangenehme See. Müssen wieder hart am Wind fahren wir peitschen geradezu durch die Wellen, das geht aufs Material. Ich ziehe die Einklarierungsflagge hoch, patsch reißt die Leine. Aber ich hab mir was einfallen lassen und so flattert die gelbe Flagge doch noch dort wo sie hingehört. 13.15 Uhr einklarieren Kos. Stress pur das Hafenamt, schickt uns nur zum Stempel abholen in ein anderes Amt, das will aber schon schließen, also laufen wir was unser Körper hergibt, damit wir den Stempel noch ausfassen können, geschafft wir sind Ordnungsgemäß in Griechenland. Fahren gleich Tanken und dann weiter in die Marina.

09.07.14 Wir wollen heute nach Levitha, wieder unter Motor zu wenig Wind. Schade! Nach 2 Stunden Fahrt macht sich der Motor drauf und dran zu sterben. Plan B muß her, die Karten sagen die Insel Kalymnos ist in erreichbarer Nähe aber immerhin noch 6sm mit halbkaputten Motor, wir humpeln so recht und schlecht voran. 2 sm vor Kalymnos mag er dann gar nicht mehr, ich überleg mit gerade wie die müde Fliege (ein Seemannsnotsinal) geht, um auf unser nun treibendes Schiff aufmerksam zu machen, wir haben wieder Glück ein Segler ist in der Nähe, Hannes macht die Müde Fliege (er traut sich nur zaghaft), wir müssen lachen, schaut so witzig aus, trotz der sehr ernsten Situation. Ist doch gut, daß wir bei unseren Kurs so gut aufgepasst haben, jetzt brauchen wir dieses Wissen und können es einsetzten, ist doch super. Der Segler auch ein Österreicher nimmt uns in Schlepp, ganz nette Leute, wir erreichen Kalymnos Hafen. Unser Motor geht gerade wieder so, dass wir das Anlegemannöver mit letzter Kraft fahren können. Mechaniker muß her. Der baut eine Dieselförderpumpe ein und entlüftet den Motor, dann testen wir ihn 2 Stunden mit festgezurrten Heckleinen und Buganker, das Schiff und der Motor arbeiteten hart. Motor scheint nun ok zu sein.

10.07.14 Ablegen in Kalymnos rum ums Kap, dichter Nebel. Wind macht sich rar, der will nicht arbeiten der Kerl, also mit Motor unterwegs, ich vne am Bug um besser zu sehen. Nach 1 1/2 Stunden fahrt geht da Motorproblem von neuem los. Wir kehren um, ein französisches Schiff nähert sich uns, Hannes macht wider die müde Fliege, er hat ja schon Übung. Mit Ach und Krach und Diskussion da er nach Kos will schleppt uns der dann widerwillig obwohl Kalymnos sowieso auf seinem Weg liegt. Naja nicht jeder lebt die Seemannschaft. In Kalymnos angekommen treffen wir wieder auf einen Segler aus Österreich. Peter und sein Freund Harry (der ist spezialisiert auf Alfa Romeo Motoren) sowie der Mechaniker helfen uns bei der Reperatur, offensichtlich ist das Schrauben unsere Lieblingsbeschäftigung geworden, nein Spass bei Seite, wir müssen das Thema endlich in den Griff kriegen, die Zeit läuft uns davon. Harry ist super, er gibt uns Zuversicht, dass es jetzt klappt. Bei einigen Gläschen Wein sitzen wir beisammen und beschließen so den Abend.

11.07-12.07.14 Wir werden langsam verrückt, alles klar zum Ablegen, Instrumente an, klack ist das Elektronikproblem wieder da, Hannes läuft zu Peter, der geht der Sache auf den Grund, Übeltäter identifiziert, ein Kabel beim Steuerstand war korridiert. Viel zu spät es ist schon 9.00 Uhr laufen wir aus. Unser Ziel die Insel Siros 146sm liegen vor uns! Wetter ist gut, Wind perfekt! Hurra endlich können wir segeln. Unsere erste Nachtfahrt steht an, wir sind angespannt, kommen aber gut voran. Halbwind ist wirklich ein guter Kurs, angenehm. Doch es bleibt nicht so, wir müssen am Wind fahren, machen toll Fahrt, 7 Knoten. Robin ist leider Seekrank und füttert die Fische, er geht schon früh schlafen, bin froh, denn da weis ich er kann sich ausruhen und sein Körper hat Zeit sich an die Wellenbewegungen zu gewöhnen. Hannes und ich wechseln uns alle Stunde ab, hart am Wind bei der Schräglage ist echt Arbeit, aber es macht richtig Spaß. Wir erfahren so was beim Schiff noch alles verbessert gehört. Wir sind so auf Adrenalin, dass keiner von uns bei der Freiwache schlafen kann. Der Wind legt weiter zu, wir peitschen mit dem Schiff hart am Wind dahin mit 9,3 Knoten Spitzenwert, das hält es aus, toll ! Es legt der Wind weiter zu, alle Reffs drin, Genua so klein es geht, es bleibt uns nichts anderes übrig als vor dem Wind abzulaufen, aber recht viel Platz haben wir nicht, mit Windeseile kommt eine Insel auf uns zu, also Wende, wir müssen Hand in Hand arbeiten, sonst würde das nicht klappen. Wir sind zwischen zwei Inseln (Mykonos – Naxos u. Nisos) eingeklemmt, Wind aus West und unser Ziel liegt im Westen. Wir arbeiten uns voran, wir haben Vollmond daher gute Sicht. Endlich sind wir aus dieser Düse draußen, geschafft, jetzt geht es zwar immer noch ordentlich zur Sache aber wir sind guter Dinge. Die Nacht ist vorbei um 05.30 Uhr wird es langsam hell, und wir wissen, dass wir wieder ein großes Stück an unseren Herausforderungen gewachsen sind. Es ist Samstag um 8.00 so jetzt schläft leider der Wind ein, klar der hat sich die ganze Nacht ausgetobt. Um 14.45 ist unser Ziel erreicht, todmüde aber glücklich ankern wir in Siros. Hannes macht Müllentsorgung auf seine Art, er schwimmt mit dem Müllsack den er übers Wasser hält an Land. Wir paddeln mit dem Dingi an Land, sitzen in der Taverne, und genießen den herrlichen Aus- u. Rundumblick. Robin geht es auch wieder gut, er genießt seinen Souvlaki wir den Wein. Früh ins Bett, da Morgens eine weiter lange Etappe vor uns liegt.

13.07.14 Um 04.00 Uhr Tagwache, wir nehmen Kurs auf die Insel Aiygina, leider unter Motor, kein Wind ins Sicht. Aber dieser schnurrt jetzt schon die ganze Zeit dahin, wir dürften das Thema nun hoffentlich erledigt haben. Danke Harry!

14.07.14 Aufbruch nach Korinth, wir bolzen gegen 35 Knoten Wind und starker Strömung gegen an, harter Wellengang. Aber wir haben es durchgestanden, wir liegen Längsseits um16.00 Uhr vorm Kanaleingang. Schnell bezahlen und der Hafenmeister treibt uns schon an, wenn wir gleich noch druchwollen müssen wir hurtig sein, sonst heißt es warten, um 16.10 Uhr sind wir schon in der Einfahrt. Wunderschöne Eindrücke, die Zirkaden zirpen ganz laut.

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15.07.14 Wir fahren von dem kleinen Hafen gleich nach dem Korinth Kanal in Korinth ´Stadt nach Westen, haben harte kurz aufeinanderfolgende Wellen, viel zu viel Wind, kommen nicht voran, kämpfen uns quasi Millimeterweise voran, der Wind nimmt weiter zu wir haben bis 50 Knoten Wind, also ablaufen vor Top und Takel zurück zum schützenden Korinth-hafen, wo wir abwarten.

16.07.14 Der Wind hat deutlich nachgelassen, also machen wir uns auf eine neue Etappe. Wir wollen bis nach Levkas kommen. Wir passieren den gesamten Golf von Korinth, fahren unter der längsten Hängebrücke der Welt durch und erreichen so den Golf von Patras, kurzer Stop mitten am Meer, Abendessen, weiter geht die Fahrt die ganze Nacht hindurch.

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17.07.14 Hurra wir sind in Levkas wohlbehalten angekommen, haben die enge und nur ca. 6 Meter tiefe Fahrrinne durchfahren. Alles ok.

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